Prozess um einen Einbruchdiebstahl im Tierheim wird im Januar fortgesetzt Zwei Zeugen müssen Strafe zahlen

Vlotho (WB/pab). Im Prozess um einen Einbruchdiebstahl im Tierheim Eichenhof hat es auch nach dem zweiten Verhandlungstag im Amtsgericht Bad Oeynhausen kein Urteil gegeben. Stattdessen ist ein neuer Termin für die Beweisaufnahme angesetzt worden.

Im Amtsgericht Bad Oeynhausen soll die Frage geklärt werden, wer das Tierheim um 2000 Euro bestohlen hat.
Im Amtsgericht Bad Oeynhausen soll die Frage geklärt werden, wer das Tierheim um 2000 Euro bestohlen hat. Foto: Claus Brand

Der 36-jährige Angeklagte aus Vlotho war im Juni 2016 noch im Notdienst des Tierheims tätig. Nachdem am Morgen des 9. Juni Mitarbeiter entdeckten, dass nachts ein Tresor mit etwa 2000 Euro Bargeld gestohlen worden war und sie die Aufnahmen von Videokameras überprüft hatten, wurde der Angeklagte entlassen und aus dem Tierschutzverein geworfen.

Aus Sicht des Richters und der Verteidigung gibt es allerdings noch etliche offene Fragen, zu denen am zweiten Verhandlungstag insgesamt sechs Zeugen befragt werden sollen.

Aussagen der Zeugen widersprechen sich

Wenn der Angeklagte tatsächlich in der fraglichen Nacht am Eichenhof war: Woher hatte er das notwendige Auto? Der Angeklagte besitzt keinen PKW und keine Fahrerlaubnis. Wer ist auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen? Verbrachte der Angeklagte tatsächlich die ganze Nacht mit zwei Freunden in einem mittlerweile geschlossenen Vlothoer Bordell – oder halfen ihm die beiden jungen Männer, den Tresor aufzuflexen und dann in der Weser zu versenken?

Letztere Version der Abläufe soll einer der Zeugen kurz nach der Tat in einem Gespräch unter Bekannten herumerzählt haben. Das bezeugt die Ex-Frau des Angeklagten in der zweiten Befragung erneut vor Gericht.

Wem gehört der rote Combi?

Der 19-jährige Freund und ehemalige Untermieter des Angeklagten widerspricht dem allerdings vehement. Am Tatabend war der Angeklagte »die ganze Zeit bei uns«, sagt er – also in besagtem Amüsierbetrieb –, und das Quasi-Geständnis in Hörweite der Ex-Frau habe es auch nie gegeben.

Lediglich bei der Beantwortung der Frage, wer im Bordell wie viel Geld für Alkohol und Dienstleistungen gezahlt habe, verheddert sich der Zeuge etwas.

In ein anderes Licht rückt ein Tierheimmitarbeiter den Angeklagten. Er sagt aus, er habe den Mann zwei Tage vor dem Einbruch »in einem roten VW Polo Combi« in der Nähe des Tierheims gesehen.

Der Mann habe »am Lenkrad gekauert«. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte der Angeklagte jedoch keinen Führerschein.

400 Euro Ordnungsgeld fürs Nicht-Erscheinen

Es kommen nur vier der sechs geladenen Zeugen in den Gerichtssaal. Ein Mann und eine Frau tauchen auch bis zum Ende der Verhandlung nicht auf. Dafür verhängt der Richter jeweils 400 Euro Ordnungsgeld.

Der Prozess wird am 25. Januar um 13.30 Uhr im Amtsgericht Bad Oeynhausen fortgesetzt.

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