In Vlotho werden 13 Millionen Euro für sauberes Abwasser investiert Klärwerk wird saniert

Vlotho (WB). Die Arbeiten zur Modernisierung und Ertüchtigung der Vlothoer Kläranlage haben begonnen. Mit einer veranschlagten Bauzeit von mehr als drei Jahren und einem Investitionsvolumen von etwa 13 Millionen Euro ist die Baumaßnahme ein ambitioniertes Projekt, das den Klärbetrieb in der Weserstadt fit für die Herausforderungen der Zukunft machen soll.

Von Joachim Burek
Christian Hohmeier von den Wirtschaftsbetrieben (links) und Bauleiter Juan Manuel Aguirre haben die Kläranlage im Blick.
Christian Hohmeier von den Wirtschaftsbetrieben (links) und Bauleiter Juan Manuel Aguirre haben die Kläranlage im Blick.

»Ende 2018 läuft die Betriebsgenehmigung für unsere derzeitige Biofor-Kläranlage aus. Die für eine Genehmigungsverlängerung notwendige Vergrößerung und Modernisierung der bestehenden Anlage wäre sehr aufwendig. Daher haben wir uns für die Umrüstung auf eine konventionelle Kläranlage entschieden«, erläutert Christian Hohmeier von den Wirtschaftsbetrieben bei der Besichtigung der Baustelle auf dem Kläranlagengelände.

Die Vorteile lägen auf der Hand. Die konventionelle Anlage komme mit deutlich weniger Energie aus und sei damit kostengünstiger im Betrieb. Zudem erreiche man durch die Installation der vierten Reinigungsstufe, zum Beispiel zur besseren Klärung von Medikamentenrückständen, bessere Klärwerte und damit auch eine umwelttechnische Entlastung der Weser. Hohmeier: »Außerdem wird die Einrichtung der vierten Reinigungsstufe mit einer Landesförderung von etwa drei Millionen Euro unterstützt.«

Zwei große Bauabschnitte

Die ersten Schritte für die in zwei große Bauabschnitten unterteilte Maßnahme sind nun getan. »Wir haben mit den vorbereitenden Arbeiten für Becken- und Faulturmbau im zweiten Bauabschnitt begonnen«, berichtet Juan Manuel Aguirre, der als Bauleiter für das beauftragte Hannoveraner Planungsbüro PFI vor Ort ist. Gemeinsam mit seinem Stab hat er neu fertiggestellte Besprechungsräume im nun ausgebauten Dachgeschoss des bestehenden Betriebsgebäudes bezogen, wo nun zahlreiche Pläne der unterschiedlichen Bauphasen die Wände zieren.

»So haben wir gleichzeitig den Aufbau platzraubender Baucontainer auf dem ohnehin engen Außengelände gespart«, ergänzt Hohmeier. Gleichzeitig sind in der ersten Etage die Sozialräume für die Klärwerksmannschaft neu entstanden. »Der Umzug war notwendig, weil im Erdgeschoss Platz für die neue Elektrotechnik und entsprechende Schaltschränke geschaffen werden muss«, erklärt Hohmeier weiter.

Ester Abschnitt bis Juli 2018

Draußen neben den Betriebsgebäude und auch am Eingang der Anlage in Höhe des derzeitigen Nachklärbeckens haben die Erdarbeiten für Kabel- und Rohrleitungstrassen begonnen sowie die Vorbereitungsarbeiten für den Bau der künftigen Nachklär- und Belebungsbecken, die vier Meter hoch aufragen werden.

»Diese Arbeiten des ersten Abschnittes für die Zufahrten sowie den Trassenbau von Leitungen und Leerrohren unter anderem für die Elektrotechnik soll im Juli 2018 beendet sein«, berichtet Bauleiter Aguirre.

Herausforderung Zeitmanagement

Im zweiten Bauabschnitt soll sich dann der Abbruch des derzeitigen Nachklärbeckens und des alten Faulturms anschließen. Diese Bauwerke sollen den neuen Belebungsbecken und einem neuen, viel energie-effizienteren Faulturm weichen.

»Die Herausforderung wird dabei das Zeitmanagement sein, um diese Arbeiten bei zeitgleicher Aufrechterhaltung des Klärwerkbetriebes sicherzustellen«, sagt Aguirre. Läuft alles planmäßig, ist mit der Fertigstellung der umgebauten Kläranlage bis etwa Mai 2021 zu rechnen.

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