Festivalcrew führt beim Aufbau des »Umsonst & Draußen« neue Abläufe ein Vorbereitungen bald abgeschlossen

Porta Westfalica (WB). Die Vorbereitungen für das »Umsonst & Draußen« am Kraftwerk Veltheim sind in vollem Gange. Die Rohrleitungen für die Wasserversorgung auf dem Festivalgelände liegen bereits. Ehrenamtliche Helfer ziehen derzeit Kabel für die Stromversorgung und bauen die Bühnen auf.

Von Frank D. Lemke
Sie helfen ehrenamtlich beim Aufbau der Bühnen und Stände (von links): Marcel Kuhlmann, Kai Kaizienow, Sebastian Müller und Adika Kennedy.
Sie helfen ehrenamtlich beim Aufbau der Bühnen und Stände (von links): Marcel Kuhlmann, Kai Kaizienow, Sebastian Müller und Adika Kennedy. Foto: Frank Dominik Lemke

Das dreitägige Festival startet am Freitag, 4. Juli, um 17 Uhr. Die Crew hat noch einiges vor sich: der Aufbau der Stände vor der Hauptbühne, das Einzäunen des Backstagebereichs, das Aufstellen von so genannten Terrorsperren. Der Verein »Umsonst & Draußen Kultur e.V. Vlotho« muss dieses Jahr eine ganze Reihe neuer Auflagen erfüllen.

Die Zeltplätze müssen erstmals ausgeleuchtet sein. Wassertanks an den Zufahrten sollen vor Anschlägen schützen. »Das ist zwar mit viel Aufwand verbunden, aber das sind sinnvolle Sicherheitsmaßnahmen«, sagt Vereinssprecher Wolfgang Kuhlmann. Sobald die Bands beginnen zu spielen, schützen außerdem Ehrenamtliche die Zufahrten.

Abläufe effizienter strukturiert

Um Kosten zu sparen, hat der Verein dieses Jahr die Abläufe effizienter strukturiert. Das Baumaterial für die gesamte Infrastruktur lagert in Frachtcontainern, für die

Olaf Friedrichsen (rechts) und Fahrer Karsten Weißhaar verlegen mit dem Frontlader Starkstromkabel auf dem Festivalgelände. Dieses Jahr leuchten Flutlichter die Zeltplätze aus. Foto: Frank Dominik Lemke

Aufbauteams entsprechend vorsortiert und griffbereit. »Dadurch sparen wir enorm viel Zeit«, sagt Matthias Schmidtke, der für die Logistik zuständig ist und die Ausgabe koordiniert.

Die Fluchtwege hat der Verein ebenfalls verbessert. Früher waren Brücken über den Gräben des Geländes aufgebaut. Stattdessen haben die Organisatoren erstmals verrohrte Zufahrten aufgeschüttet. Die Helfer müssen jetzt nur noch Geländer anbringen. Das spart Zeit und Geld. Kosten sollen auch bei der Müllentsorgung gespart werden: Zusätzliche Helfer werden auf dem Platz für mehr Sauberkeit sorgen.

Die Organisatoren erwarten bei gutem Wetter etwa 20 000 Besucher. »Hauptsache, die Sonne scheint. Darauf haben wir leider keinen Einfluss«, sagt Wolfgang Kuhlmann. Da das »Umsonst & Draußen« auf Eintritt verzichtet, entscheiden viele Gäste erst kurz vorher, ob sie kommen oder nicht. Der Verein lebt von den Einnahmen der Stände auf dem Gelände. Jedes Jahr kosten die Bands und Organisation etwa 200 000 Euro.

»Wir sind wie eine große Familie«

Die Vereinsmitglieder geben viel für die Gemeinschaft und den Spaß an der Sache. Rutscht die Kasse ins Minus, kann der Vorstand unter Umständen haftbar gemacht werden. »Das nehmen wir für unsere Besucher, unser Team und unser altes Ideal der 68er-Generation jedoch gerne auf uns«, sagt Wolfgang Kuhlmann.

Das »Umsonst & Draußen« beweise, dass eine solche Veranstaltung ohne kommerzielles Streben nach Gewinn funktioniere. Allein der Wille Gleichgesinnter, anderen Menschen eine Freude zu machen, sei die treibende Kraft hinter dem jährlichen Festival. »Uns allen macht das Arbeiten hier richtig Spaß. Wir sind wie eine große Familie«, sagt die 24-jährige Linda Rolfsmeyer.

Dieses Jahr ist wieder eine Crew aus Flüchtlingen dabei. Die etwa zehn Ehrenamtlichen engagieren sich in den unterschiedlichen Teams. Freitag bis Sonntag werden täglich etwa 300 Helfer vor Ort sein. Wer noch kurzfristig helfen will, kann sich bei der Mitmachzentrale neben der Hauptbühne melden.

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