Vlothoer Marc Strothmann wird Knochenmarkspender »Ich wollte einfach nur helfen«

Vlotho (WB). Es ist ein großer Erfolg für die Typisierungsaktion, die im Januar zugunsten der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) im Vlothoer Weser-Gymnasium durchgeführt wurde. Unter den 30 teilnehmenden Lehrern und Schülern ist ein Spender gefunden worden: Marc Strothmann aus Valdorf.

Von Joachim Burek
Knochenmarkspender Marc Strothmann präsentiert seien DKMS-Ausweis, dahinter (von links): Rocco Wilken, Hella Happe, Barbara Herbeck, Klaus Schnittger Anne Baumann und Jörg Twele, die die Typisierungaktionen organisiert hatten.
Knochenmarkspender Marc Strothmann präsentiert seien DKMS-Ausweis, dahinter (von links): Rocco Wilken, Hella Happe, Barbara Herbeck, Klaus Schnittger Anne Baumann und Jörg Twele, die die Typisierungaktionen organisiert hatten. Foto: Joachim Burek

Der 18-jährige WGV-Schüler aus Valdorf hat einen »genetischen Zwilling«, der seine Stammzellenspende, die lebensrettend sein kann, dringend braucht. »In etwa zwei Wochen erfahre ich Genaues über Alter, Geschlecht und das Land, aus dem der Empfänger kommt, ansonsten bleibt dieser zunächst einmal anonym«, berichtet Marc Strothmann im Gespräch mit dem WESTFALEN BLATT. »Später würde ich aber schon gerne einmal wissen, ob ich auch erfolgreich helfen konnte«, ergänzt der Gymnasiast.

1560 Personen haben sich typisieren lassen

Im September 2016 hatte es im Vlothoer Schulzentrum eine groß angelegte Typisierungsaktion zugunsten der DKMS gegeben, 1560 Personen hatten sich für die an Leukämie erkrankte Schulsekretärin Sonja Koschützke aus Exter und für den zehnjährigen Patrick aus Lemgo beteiligt und sich typisieren lassen. Für beide wurde seinerzeit ein Spender gefunden (WB berichtete).

Nach der aufwendigen Bestimmung der Gewebemerkmale wurden alle neu in die Deutsche Knochenmarkspender-Datei aufgenommen. 1400 registrierte Spender gab es in Vlotho bereits. Die Weser-Sekundarschule beteiligte sich als gesamte Schule, das Weser-Gymnasium war mit der Q1 vertreten. Im Januar 2017 gab es dann noch eine zweite, kleinere Typisierungsaktion am WGV. Daran hatte sich dann auch Marc Strothmann gemeinsam mit 30 weiteren Schülern der Oberstufe beteiligt.

»Rein statistisch kommt das einem Sechser im Lotto gleich«

»Hella Happe, die die Aktion an unserer Schule organisiert hat, hatte kräftig für das Mitmachen geworben und ich wollte einfach nur helfen«, erläutert Marc Strothmann, was ihn zur Teilnahme motiviert hatte. Als Anfang April Post von der DKMS mit der Nachricht kam, dass er als Spender für eine erkrankte Person in Frage kommt, wollte er es kaum glauben. »Rein statistisch kommt das einem Sechser im Lotto gleich«, bestätigt WGV-Schulleiter Jörg Twele stolz das Außerordentliche dieses raschen Resultats der Januar-Aktion.

Gemeinsam mit Marc Strothmann und den Organisatoren der Vlothoer Typisierungsaktionen, Anne Baumann, Hella Happe, WSV-Schulleiterin Barbara Herbeck, Bürgermeister Rocco Wilken sowie mit Klaus Schnittger (Mitorganisator der Lemgoer Typisierungsaktion) überbrachte der Schulleiter nun die gute Nachricht der DKMS der Öffentlichkeit.

Marc Strothmann hat inzwischen schon die verschiedenen Termine hinter sich, die für eine solche Spende notwendig sind. Nach der Benachrichtigung durch die DKMS folgten ein weiterer Arztbesuch mit Blutabnahme, um noch einmal die Übereinstimmungen zu überprüfen. Strothmann: »Schon nach wenigen Tagen kam der Anruf mit der Nachricht: Es passt.«

Mitte April sei er dann zur Voruntersuchung zum Celex-Institut nach Köln gefahren.

Anfang Mai ist Marc Strothmann nach Köln gereist, um seine Stammzellen zu spenden. Foto: Joachim Burek

Dort habe er ein Medikament zur Anregung der Stammzellenproduktion erhalten, dass er sich vier Tage habe spritzen müssen. »Normalerweise hat der Mensch etwa 8000 bis 10 000 Stammzellen. Nach dieser Behandlung waren es bei mir etwa 45 000 Stammzellen«, berichtet er. Anfang Mai fuhr der 18-Jährige zur Stammzellen-Entnahme nach Köln. Marc Strothmann: »Nach der vierstündigen Behandlung konnte ich am nächsten Tag bereits wieder nach Hause zurückkehren. Nebenwirkungen habe ich keine gespürt«. Für zwei Jahre muss er nun für mögliche Nachbehandlungen des Empfängers zur Verfügung stehen. Bürgermeister Rocco Wilken betonte, dass der Einsatz der Spender nicht hoch genug einzuschätzen ist: »Für die Empfänger ist so eine Spende, die Leben retten kann, ein großes Geschenk«. Und Schulleiter Twele ergänzt: »So ein Vorbild sollte Mut machen. Daher auch ein großer Dank an alle die mitgemacht und geholfen haben.«

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