Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus bietet Workshop bei den Ferienspielen an Hass entsteht im Kindesalter

Vlotho (WB). Vorurteile gegen Menschen, die anders aussehen, die anders sprechen oder an einen anderen Gott glauben, wurzeln oft schon im Kindesalter. Deshalb geht die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus jetzt einen neuen Weg und bietet einen Workshop für Kinder von acht bis 14 Jahren während der Vlothoer Ferienspiele an.

Von Heike Pabst
Vorurteile gegenüber Menschen, die anders aussehen oder fremd wirken, entstehen früh und wirken lange nach. Deswegen richtet sich der Workshop bei den Ferienspielen an Kinder zwischen acht und 14 Jahren.
Vorurteile gegenüber Menschen, die anders aussehen oder fremd wirken, entstehen früh und wirken lange nach. Deswegen richtet sich der Workshop bei den Ferienspielen an Kinder zwischen acht und 14 Jahren. Foto: dpa

»Wir arbeiten häufig mit weiterführenden Schulen zusammen, aber bislang noch nicht mit Grundschulen oder Kitas«, hat die Vlothoerin Katharina Vorderbrügge festgestellt, freie Mitarbeiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus OWL. Ängste und Ressentiments entstünden aber oftmals schon in frühen Lebensjahren. Sie sind ein Nährboden für spätere rassistische Einstellungen und Handlungsweisen.

Um den Kindern dabei zu helfen, stark zu werden, Selbstbewusstsein zu entwickeln und dementsprechend auch fähig zur Zivilcourage zu werden, müsse man schon bei den Jüngeren ansetzen.

Theaterpädagogische Methoden

Dass bei der Arbeit mit Kindern ein besonderes Fingerspitzengefühl gefragt ist, versteht sich von selbst. Der zweitägige Workshop unter dem Titel »Rassismus? Nicht mit mir« setzt deshalb auf interaktive theaterpädagogische Methoden.

»Zunächst gucken wir uns ohne Verurteilungen an, welche eigenen Erfahrungen mit Vorurteilen die Teilnehmer mitbringen«, erklärt Katharina Vorderbrügge. »Dann spielen wir verschiedene Szenen durch, sprechen darüber, welche Handlungsmöglichkeiten die Figuren darin eigentlich haben.«

Wie in einer Art Labor könnten die Kinder beispielsweise testen, wie sich Menschen fühlen, die ausgrenzen oder ausgegrenzt werden. Dabei würde der Selbstschutz der Kinder in kritischen Situationen stets mit einbezogen.

Vorurteile einordnen lernen

Insgesamt, so Vorderbrügge, solle der Workshop auch dazu dienen, das Thema »Fremdenhass« und »Gewalt gegen Andere« überhaupt einzusortieren. Den Kindern begegnet es derzeit in vielen Medien und manchmal auch im Alltag. »Das kann verstörend und verwirrend sein. Dann ist es hilfreich zu verstehen, wie Abneigungen und die Abwertung bestimmter Gruppen überhaupt entstehen.«

Insgesamt können 25 Kinder an dem Workshop teilnehmen, der am Donnerstag, 14., und Freitag, 15. Juli, jeweils von 10 bis 15 Uhr in der Kulturfabrik Vlotho durchgeführt wird.

Es entstehen Kosten von 20 Euro pro Teilnehmer. Die Kinder erhalten Verpflegung. Anmeldungen sind ab sofort telefonisch möglich unter der Rufnummer 01 60 / 93 60 88 52.

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