Spenger Kirchengemeinde könnte Ersatz aus Bielefeld erhalten
Alte Glocken haben bald ausgedient

Spenge (WB) -

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Stahlglocken in der St. Martins-Kirche aufgehängt. Nun schauen sie dem Ende ihrer Lebensdauer entgegen und müssen ausgetauscht werden. Hilfe könnte die Spenger Kirchengemeinde aus Bielefeld bekommen.

Sonntag, 10.01.2021, 05:30 Uhr
Küster Andreas Schmidt zeigt eine der vier Stahlglocken, die derzeit noch für die Martinskirche läuten. Foto: Christina Bode

„Die Bronzeglocken, die ursprünglich im Turm der Martinskirche hingen, wurden im Krieg eingeschmolzen“, erzählt Kirchmeister Martin Schönbeck. Die jetzigen Glocken seien gekröpft aufgehängt worden – der Drehpunkt geht also durch die Glocke. Dies beanspruche die Glocken stärker, weshalb ein Glockensachverständiger nun den baldigen Tausch der Glocken empfiehlt.

„In Gesprächen sind wir auf die Glocken aus der ehemaligen Paul-Gerhardt-Kirche in Bielefeld aufmerksam geworden, die gut in unseren Glockenturm passen würden“, berichtet Schönbeck. Vom Klang würden sie gut zu den Glocken der katholischen St. Josef-Kirche passen, was nicht unwichtig sei, so Schönbeck.

Die Paul-Gerhardt-Kirche wurde nach der Zusammenlegung zweier Gemeinden 2008 in eine Synagoge umgewandelt, die die Glocken nicht benötigte. Seitdem hat die evangelische Gemeinde sie eingelagert.

Einzige Schwierigkeit: Der Bielefelder Glockensatz besteht aus sechs Glocken, in Spenge hängen aktuell nur vier. „Ein Joch wäre sogar noch frei und auch für die sechste Glocke sollte sich ein Standplatz finden – entweder über einem anderen Joch oder seitlich daneben“, sagt Schönbeck. Auch der Einbau sollte seiner Ansicht nach funktionieren. „Anhand alter Spuren kann man erkennen, dass die jetzigen Glocken ein Stockwerk tiefer durch ein seitliches Fenster gehoben wurden“, berichtet der Kirchmeister. Das heißt: Auf diesem Wege könnte man sie auch wieder herausholen. „Die neuen Glocken sind etwas kleiner, sie sollten also problemlos durch das Fenster in die Kirche gelangen“, meint Schönbeck. Während die größte Glocke einen Durchmesser von 1,24 Meter hat und 1222 Kilogramm wiegt, hat die Kleinste einen Durchmesser von etwa 63 Zentimetern und wiegt 175 Kilogramm.

Ernsthafte Verhandlungen haben die Spenger mit den Bielefeldern noch nicht geführt. „Dazu ist von unserer Seite noch einiges an Vorarbeit nötig“, sagt Schönbeck. Interessant sei die Überlegung aber ohne Frage – auch aus finanzieller Sicht. Während neue Glocken mit etwa 90.000 Euro (inklusive Arbeitslohn) zu Buche schlagen würden, steht es im Raum, die Glocken aus Bielefeld für einen deutlich geringeren Betrag zu übernehmen.

Wann genau der Tausch vorgenommen werden kann, sei noch nicht klar, so Schönbeck. Das hänge auch von Angeboten ab, auf die er derzeit noch wartet. Und was passiert mit den alten Glocken? „Vermutlich gehen die in den Schrott“, sagt der Kirchmeister.

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