Alle Holzteile ausgetauscht – Sanierungsarbeiten sollen bis Weihnachten fertig sein
An der Windmühle geht’s rund

Spenge (WB). Von Weitem sieht die Windmühle Hücker-Aschen aus wie eh und je. Beim Näherkommen aber wird deutlich: Hier ist eine XXL-Baustelle. Und an der wird kräftig gearbeitet – an vielen Ecken gleichzeitig.

Sonntag, 01.11.2020, 05:25 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 05:30 Uhr
Mitarbeiter der Firma Häder setzen Betonstahl ein – eine Vorbereitung für die Arbeiten am Randbalken der Windmühle in Hücker-Aschen. Foto: Kathrin Weege

„Der Zimmerer hat die meisten Mühlenfunktionsteile – genannt auch Mühlenmimik – ausgebaut. Es werden nun alle alten Balken getauscht“, sagt Christoph Probst von Probst Projektierung. Das Unternehmen, das aus der Nähe des Steinhuder Meers kommt, ist mit der Planung und Bauleitung bei den Arbeiten an der Windmühle beauftragt.

Schädlingsbefall

Das Holz sei von Schädlingen befallen gewesen, war teils verfault. „Zuerst dachten wir, dass wir einige Balken, die noch in Ordnung schienen, drin lassen können. Sie waren allerdings mit einem Holzschutzmittel bearbeitet. Das enthält das gefährliche Nervengift Lindan. Daher muss alles raus“, erklärt der Experte. Außerdem wird im Inneren neu verputzt. Auch im Außenbereich gibt’s viel zu tun. „Die Mauer des Walls um die Mühle ist aus Naturstein. Es werden schadhafte Steine ausgetauscht und alles neu verfugt“, so Probst. An einigen Stellen ist dies bereits geschehen. Später erhält die Mauer eine Zinkblechabdeckung, damit nicht so viel Wasser in die Mauer läuft.

Zwischen Wallmauer und Mühle wird die Pflasterung aufgenommen und Entwässerungselemente werden eingebaut. „Sonst ist der Mühlenstumpf immer wieder Wasser ausgesetzt“, sagt Christoph Probst.

Bis auf 70 Grad

Bereits im Frühjahr wurde es richtig heiß in der Wallholländer Windmühle. „Um Schädlinge auszumerzen, die sich später nicht in den neuen Holzteilen einnisten sollen, wurde das Mühleninnere für knapp 14 Tage auf 70 Grad erhitzt“, berichtet Olaf Kniepkamp von der Stadt Spenge von dem besonderen thermischen Verfahren.

Vor vier Wochen haben die Bauarbeiten begonnen, etwa ein Drittel ist bereits fertig. „Bis die Aufträge vergeben waren und es los gehen konnte, hat es eine Weile gedauert. Ich bin froh, dass wir Firmen gefunden haben. Man braucht schon Leute, die sich mit alten Gebäuden, den Materialien und Denkmalschutz etwas auskennen. Und die meisten Handwerker haben aktuell viel zu tun, so dass es bis zum Start einer Baustelle oft Wartezeiten gibt“, erklärt Probst, der hofft, dass alle Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen sind.

Motorenergie

Übrigens: Wenn die Restauration der Mühle abgeschlossen ist, kann aus Korn wieder Mehl gemahlen werden. Allerdings wird der Mühlstein – wie bisher auch – von einem Motor im Inneren angetrieben, nicht von den Mühlenflügeln, die aber noch beweglich und funktionsfähig sind. Vor längerer Zeit war der Betrieb von Wind- auf Motorenergie umgestellt worden – um nicht mehr vom Wetter abhängig zu sein.

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