Heimatverein Spenge trauert um August Wehrenbrecht – Kämpfer für die Werburg
Chronist der Spenger Historie verstorben

Spenge (WB/dd). Der Heimatverein Spenge trauert um August Wehrenbrecht, den langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden und Kulturwart des Vereins, der am Mittwoch einen Monat vor seinem 101. Geburtstag verstorben ist.

Freitag, 25.09.2020, 21:05 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 21:10 Uhr
Der Chronist der Spenger Historie, August Wehrenbrecht, ist am Mittwoch im Alter von 100 Jahren verstorben. Foto: Dembert

„Der Name von August Wehrenbrecht ist untrennbar mit dem Heimatverein Spenge, dem er schon 1950 beigetreten ist, verbunden“, schreibt Wolf-Dieter Fißenebert, langjähriger Vorsitzender des Vereins, in seinem Nachruf. „Die Spenger Heimatfreunde werden sich stets an sein erfolgreiches Wirken erinnern.“

Forscher und Autor

Sein Wissen um die Geschichte der Stadt Spenge, sein persönliches Engagement und seine stets freundliche Art seien vorbildlich gewesen. „Die Menschen in unserer Stadt denken gerne an die interessanten Ausflüge mit August Wehrenbrecht zurück, sie haben dabei stets Neues und Wissenswertes erfahren“, sagt Fißenebert. Auch für die „Plattdeutsche Sprache“ habe er sich eingesetzt.

„Eines seiner Hauptanliegen war allerdings die Werburg“, schreibt Fißenebert. „Er war es auch, der mit einigen Wenigen dafür gekämpft hat, dass das Tor- und Herrenhaus der Werburg nicht dem Bagger zum Opfer fielen. Und was wäre Spenge heute ohne dieses Kulturdenkmal?“, fragt der Weggefährte. Durch Wehrenbrechts geschichtliche Forschungen, die er in seinen Büchern festgehalten hat, habe er das Interesse für die Werburg in der Bevölkerung geweckt und festgehalten.

Im Krieg verwundet

August Wehrenbrecht wurde am 25. Oktober 1919 in der Mühlenburger Straße als zweites von vier Kindern geboren. Glücklich sei seine Kindheit gewesen, wenn auch der ländliche Spenger Raum von großer Arbeitslosigkeit geprägt war, erzählte er aus Anlass seines 100. Geburtstag. Mit 15 Jahren begann Wehrenbrecht eine Lehre bei der Hauptzweigstelle Spenge der Kreissparkasse, bei der er insgesamt 40 Jahre tätig war.

Im Zweiten Weltkrieg musste Wehrenbrecht mit gerade einmal 20 Jahren an die Front nach Russland. Bei Grabenkämpfen wurde er von einer Granate so schwer verwundet, dass sein linkes Bein amputiert werden musste. Damals habe er sich geschworen, sich niemals unterkriegen zu lassen, erzählte er. Wieder in der Heimat, radelte der Sparkassen-Betriebswirt täglich zur Arbeit, samstags ging’s ins Schwimmbad. In der ehemaligen Gaststätte Bünger lernte er seine Ehefrau kennen, mit der er eine Tochter und einen Sohn hatte.

Preisträger

Wehrenbrecht hat die Spenger Stadtgeschichte aufgearbeitet und sieben Bücher verfasst. Nicht vorrangig mit dem Ziel, die Historie für die Nachwelt zu dokumentieren, sondern vor allem »aus persönlichem Antrieb und Wissbegierde«, wie er sagte. Viel Archivarbeit hat er dabei geleistet.

Neben seinem Engagement im Heimatverein und beim Plattdeutschen Gesprächskreis war er 24 Jahre lang auch als Presbyter aktiv. 1992 erhielt der Verstorbene den Kulturförderpreis der Stadt verliehen, 2006 folgte der Stadtpreis.

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