Behörde schreibt Nutzung des ehemaligen Irrlichts nicht mehr vor
Kein Gesellschaftshaus

Spenge (WB/dd). Für die Nutzungsart der ehemalige Musikkneipe Irrlicht in Hücker-Aschen gilt kein Bestandsschutz mehr. „Uns ist es gelungen, den Kreis Herford davon zu überzeugen, einmal genauer hinzuschauen”, sagte Bürgermeister Bernd Dumcke im Stadtrat.

Samstag, 05.09.2020, 05:40 Uhr
Aus dem Vorhaben eines Investors, das ehemalige Irrlicht zu einem „Gesellschaftshaus“ zu machen, wird wohl nichts. Foto: Matthes

Nach Begutachtung der Saalruine sei auch die Kreisbehörde der Meinung gewesen, dass ein Bestandsschutz nicht mehr gelten könne. Das Vorhaben eines Investors, das Irrlicht wieder zu ertüchtigen und zu einem „Gesellschaftshaus“ für Hochzeitsfeiern, Seminare, Tagungen, Konzerte und andere Veranstaltungen zu machen, sei somit vom Tisch.

Neben einigen Anwohnern hatten auch die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses jüngst Bedenken gegen dieses Vorhaben geäußert. Zum einen liege die Immobilie im Landschaftsschutzgebiet, so dass sich mit Blick auf die Frequentierung und die Verkehrssituation entlang der Bünder Straße Probleme abzeichneten. Zum anderen wäre eine zusätzliche, möglicherweise existenzgefährdende Konkurrenzsituation für die am Hücker Moor ansässige Gastronomie entstanden.

Regressansprüche drohten

Bei einem durch die Kreisbehörde erklärten Bestandsschutz hätte die Stadt ihr gemeindliches Einvernehmen zu dem Bauprojekt geben müssen, denn es gilt: Was genehmigungsfähig ist, muss genehmigt werden. Bei Verweigerung hätte der Investor mögliche Regressansprüche geltend machen können. „Wir sind erfreut über die Entscheidung der Bauaufsicht, denn das Projekt war aus unserer Sicht nicht zulässig“, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende Lars Hartwig. Dem schlossen sich die übrigen Ratsfraktionen an. „Die erste Entscheidung des Kreises war nur schwer zu verstehen“, meinte Ralf Sieker (UWG).

Allerdings ist für die Stadt das Problem des abgängigen Gebäudes auf Dauer nicht gelöst, wie Dumcke auf Nachfrage von UWG-Mitglied Detlev Kruse erklärte: „Der Schutz des Eigentums ist gesetzlich verankert. Wir haben da wenig Handhabe.“ Erst wenn die Bauruine zur Gefahr werde, habe die Stadt eine Möglichkeit, ordnungsrechtlich einzuschreiten.

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