Kristin Springer unterstützt Flüchtlingsfamilie Faysal in Beirut
Hilfe kommt aus Spenge

Beirut/Spenge (WB). Eineinhalb Jahre hat Charbel Abou Faysal in Spenge gelebt, bevor er 2016 wieder in seine Heimat ausgereist ist. Durch die Explosion im Hafen Beiruts hat der Libanese jetzt erneut alles verloren. Hilfe für ihn organisiert nun Kristin Springer. „Der Kontakt ist über die Jahre eigentlich nie abgebrochen. Charbel hat uns immer wissen lassen, was in seinem Leben gerade passiert“, erzählt Springer. Sie hatte die Familie Faysal einst im Verein Asyl Spenge kennengelernt.

Mittwoch, 12.08.2020, 05:49 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 08:44 Uhr
Aus einer besseren Zeit: Kristin Springer zeigt ein Foto, auf dem Charbel Abou Faysal (links) beim Pickertbacken in Lenzinghausen gemeinsam mit Emarildo und Tewelde hilft. Foto: Daniela Dembert

Die Fotos und Videos, die ihr der 27-Jährige in den vergangenen Tagen aus der libanesischen Hauptstadt geschickt hat, machten die Spengerin tief betroffen. Sie beschloss, eine Soforthilfe einzurichten. „Es ist unglaublich traurig. Wir haben Bilder des beschädigten Krankenhauses gesehen, in dem Charbel gearbeitet hat. Auch von dem kleinen Gemüseladen, den er nebenbei betrieben hat, ist nichts mehr übrig”, erzählt Springer.

Bei der Großmutter untergekommen

In den vergangenen Monaten hatte der junge Mann häufiger Fotos von appetitlichem Gemüse über WhatsApp gepostet, das habe sie stets zum Schmunzeln gebracht. Durch die Statusanzeige des Messengers hat Kristin Springer aber auch vom Tod Charbels kleiner Nichte erfahren. Immer wieder sei er bei Telefonaten in Tränen ausgebrochen, weil er sich ohnmächtig fühle. Wohnung und Geschäft sind zerstört, die vierköpfige Familie ist in der Zweizimmerwohnung der Großmutter untergekommen. Es fehlt Geld, vor allem für die Rheuma-Medikamente der Mutter.

Die Lage in Beirut werde zunehmend unruhiger und unsicherer. Charbel Abou Faysal befürchte ernsthafte Ausschreitungen. „Ruf mich morgen wieder an und erzähl, ob alles geklappt hat“, bittet Kristin Springer übers Smartphone. „Auf jeden Fall. Du bist großartig, Schwester. Ich werde dir bis zu meinem Lebensende dankbar sein und für dich beten“, lauten die hörbar bewegten Worte des gläubigen Christen.

Heftig angefeindet

Weil sie aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in der Heimat heftig angefeindet wurden, waren die Faysals nach Deutschland geflohen, vor vier Jahren aber zurückgekehrt. „Charbels Bruder war damals bei einem Anschlag schwer verletzt worden und die Mutter wollte sich um ihren Sohn kümmern. Charbel wollte seine Eltern aber nicht allein gehen lassen“, blickt Kristin Springer zurück und bedauert: „Diese Familie hat wirklich einen Schicksalsschlag nach dem anderen erlebt.“ 

Wer helfen möchte, kann sich unter 0177/7119633 oder per Email an kristin31@gmx.net bei Kristin Springer melden.

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