Baugebiet Bielefelder Straße: Streitpunkt Zufahrt
Investor setzt Spenger Rat ein Ultimatum

Spenge (WB).„So etwas wie mit den Politikern in Spenge habe ich noch nicht erlebt“, sagt Investor Reinhard Hongsermeier. Seit Januar 2019 beschäftige sich der Stadtentwicklungsausschuss mit der vereinfachten Änderung des Bebauungsplanes Bielefelder Straße in Lenzinghausen, doch bis heute sei keine Entscheidung gefallen. „Wenn sich in den nächsten sechs Monaten nichts tut, trete ich vom Kaufvertrag zurück“, droht der Geschäftsführer der HSW Bauträger GmbH, Hüllhorst.

Donnerstag, 02.07.2020, 07:01 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 07:20 Uhr
Bisher ist nur der Grüne Weg als Zuwegung zum neuen Wohngebiet an der Bielefelder Straße in Spenge vorgesehen. Foto: Ruth Matthes

Der Rat der Stadt Spenge hatte in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung beauftragt, bei Straßen NRW nachzufragen, ob auch eine Zuwegung zum Baugebiet über die Herforder Straße möglich sei, entweder ausschließlich oder zusätzlich zu der bisher vorgesehenen alleinigen Zufahrt über den Grünen Weg. Hintergrund ist die anhaltende Kritik der Anwohner des Bereichs, die durch die zusätzlichen 40 Wohnparteien einen starken Anstieg des Verkehrs befürchten. In den Stoßzeiten sei es schon jetzt kaum möglich, aus dem Wohngebiet auf die Bielefelder Straße zu gelangen. In der Sitzung war auch ein Gutachten vorgestellt worden, das auf einer Verkehrszählung von Ende Mai beruht. Es sieht keine Probleme für den Verkehrsfluss.

Straßen NRW

Bürgermeister Bernd Dumcke hatte mehrfach darauf verwiesen, dass Straßen NRW erklärt habe, nur dann einer Zuwegung über die Herforder Straße zuzustimmen, wenn die Erforderlichkeit nachgewiesen werden könne. Das Verkehrsgutachten gebe dies aber nicht her. Er bezweifelt, dass sich die Behörde auf die Anfrage innerhalb der nächsten vier Wochen meldet, so dass noch eine Sondersitzung in den Ferien einberufen werden könne.

Dies sieht auch Hongsermeier so. „Ich denke nicht, dass sich Straßen NRW so schnell rührt und die Meinung ändert“, erklärt er. Die neuerliche Anfrage könne er nur unter Wahlkampf abbuchen. Er könne damit leben, eine Zuwegung zur Herforder Straße hin anzulegen, falls die Behörde jedoch eine zusätzliche Abbiegespur verlange, sei er nicht bereit, diese zu zahlen.

Käufer ungeduldig

So langsam gehe ihm, den Verkäufern und Käufern die Geduld aus. 20 der 23 Grundstücke seien bereits reserviert. „Anfang 2019 wurden unsere Pläne einstimmig begrüßt und nun zögert sich das alles ewig hin“, beschwert sich Hongsermeier. Wenn es innerhalb des nächsten halben Jahres keinen rechtskräftigen Bebauungsplan gebe, werde er eben anderswo investieren. Der Bedarf an Wohnraum sei da. „In Hiddenhausen, wo ich am Siedlerweg gerade 24 Grundstücke erschlossen habe, lief alles reibungslos und auch in Kirchlengern und Bünde habe ich gute Erfahrungen gemacht“, berichtet er.

Spenges Fachbereichsleiterin Sabrina Held hat gleich Montag die Anfrage bei Straßen NRW gestellt. „Bleibt es bei der alleinigen Zuwegung über den Grünen Weg, muss die Politik über den vorhandenen Entwurf entscheiden, erlaubt die Behörde die Zufahrt über die Herforder Straße, müssen die Politiker die Umplanung beschließen und wir müssen mit dem Investor alles überarbeiten, falls er dazu bereit ist“, schildert Held das weitere Verfahren. Es müsste eine neue Beteiligung von Behörden und Anwohnern geben. Wie lange sich das zeitlich hinziehe und ob nicht auch die Anwohner der Herforder Straße Bedenken haben, lasse sich noch nicht sagen.

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