Besucher lernen bei Führung in der Werburg Spiele des Mittelalters kennen Als Spielen verboten war

Spenge (WB). Spieleparadies oder Spielhölle? Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war es nicht gut angesehen – zeitweise sogar verboten – zu spielen. Museumspädagogin Sonja Voss stellte Besuchern der Werburg Spiele dieser Zeit vor.

Von Lenus Meyer
Frauke und Nils Bokermann testen das Kendama-Spiel. In der Werburg hatten die Besucher Gelegenheit, Spiele des Mittelalters selber auszuprobieren. Einige der Spiele von früher sind auch heute noch bekannt.
Frauke und Nils Bokermann testen das Kendama-Spiel. In der Werburg hatten die Besucher Gelegenheit, Spiele des Mittelalters selber auszuprobieren. Einige der Spiele von früher sind auch heute noch bekannt. Foto: Lenus Meyer

Bei einem Rundgang erfuhren die Teilnehmer des Rundgangs zunächst, wann überhaupt gespielt wurde, wer welche Spiele gespielt hat und welche Verbote es gab. Dabei stellte die Museumspädagogin immer auch den Bezug zur Werburg her.

Bettelorden verboten Spielen

Verbote gab es damals einige: Nicht nur die Kirche, die Spielen im Erwachsenenalter als sinnlosen Zeitvertreib ansah, sondern auch die sogenannten Bettelorden verboten es zeitweise, zu spielen und vor allem Glücksspiel zu betreiben, da es damals oft dazu kam, dass Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verspielten, erzählte Sonja Voss.

Auch die Städte erließen teilweise Gesetze gegen das Spielen, da sie dann über die vermehrte Nutzung von Glückshäusern am Gewinn steuerlich mitbeteiligt waren. Es wurde allerdings nicht nur um Geld gespielt. Oft war der Einsatz auch Bier, Wein oder wertvoller Stoff, manchmal sogar die eigene Kleidung.

Spiele der Renaissance vorgestellt

In der Sonderausstellung stellte Sonja Voss den Besuchern dann einige der Spiele des Mittelalters, der Renaissance und des frühen Barocks vor: Mühle, Dodelschach – was wir heute als Tic-Tac-Toe kennen, und das schachähnliche Hnefatafl wurden allerdings mit der Zeit von eben Diesem verdrängt. Insgesamt sei das Spielen von klassischen Brettspielen aber eher dem Adel zuzuordnen gewesen, erzählte Sonja Voss, die gemeine Bevölkerung habe mit Alltagsgegenständen oder einfach herstellbaren Spielen gespielt. Wer allerdings mogelte, wurde wortwörtlich »über den Tisch gezogen« – eine durchaus schmerzhafte Angelegenheit.

Nächste Veranstaltung am 8. Dezember

Die letzte Veranstaltung, in diesem Jahr, ein Zeitreise-Nachmittag passend zum Motto »Spielerei!« findet am Sonntag, 8. Dezember, in der Werburg statt. Um 14 Uhr gibt es eine Führung durch das Museum, von 15 bis 17 Uhr findet die Weihnachts-Spielzeug-Werkstatt statt.

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