Spenger Politiker vertagen Entscheidung über Klärschlammentsorgung
Rat muss am 10. Oktober entscheiden

Spenge (WB). Die Entscheidung, wie die Stadt künftig ihren Klärschlamm entsorgt, ist in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses auf die Ratssitzung vertagt worden. Spenge kann entweder auf ein neues Tochterunternehmen von WWE (Westfalen Weser Energie) setzen oder mit der Klärschlamm-Kooperation OWL zusammenarbeiten.

Dienstag, 01.10.2019, 10:00 Uhr
Bis zur nächsten Ratssitzung muss die Stadt Spenge entscheiden, wie sie ihren Klärschlamm entsorgen will. Foto: dpa

André Schröder (Grüne), der als einziger im Besitz eines neuen Papiers der OWL-Kooperation ist, will dieses an die anderen Fraktionen weiterleiten und dann nochmals diskutieren.

Abtransport in neue Bundesländer

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Stadt Spenge am 1. Januar 2020 ohne Klärschlammentsorger dasteht, wenn sie in der nächsten Ratssitzung am 10. Oktober keine Entscheidung trifft. Die Stadt muss ihren Klärschlamm zurzeit in die neuen Bundesländer transportieren, weil es in der Nähe keine Abnehmer gibt. Der Versuch, am Siever Feld ein Areal zur Klärschlammveredlung anzulegen, war gescheitert. Die neue Düngemittelverordnung verbietet das massenhafte Verbringen der nicht nur mit Schwermetallen belasteten menschlichen Exkremente aus der Kläranlage künftig.

Bürgermeister Bernd Dumcke plädierte dafür, die Entsorgung des Klärschlamms für die kommenden 25 Jahre mithilfe der WWE zu sichern. Auf Anregung der 54 beteiligten Kommunen, zu denen auch Spenge mit 1 Prozent gehört, hat WWE eine Ausschreibung zur Klärschlamm-Verbrennung und Phosphor-Gewinnung gestartet. Mit Blick auf Bindefristen der Anbieter soll eine Entscheidung noch im Oktober vorliegen. Die Anlage soll im Umkreis von 200 Kilometern errichtet und betrieben werden. Die Kosten beliefen sich auf maximal 100 Euro pro Tonne.

Offene Punkte noch zu klären

Parallel dazu hat sich eine OWL-Kooperation gegründet, die Ähnliches beabsichtigt, aber erst 2024 mit der Verbrennung beginnen will. »Zudem will sie den Klärschlamm zunächst verbrennen und dann anderswo hin transportieren, wo Phosphor gewonnen wird«, so Dumcke.

In beiden Fällen gebe es noch offene Punkte, erklärte Hans-Jürgen Fischer (SPD) und auch Lars Hartwig (CDU) war das Verfahren nicht transparent genug. Allerdings dürfe man sich bei der WWE sicher sein, dass die Sache funktioniert.

Bürgermeister für WWE

Bürgermeister Bernd Dumcke erklärte, er arbeite lieber mit der WWE zusammen, da er dort als Anteilseigner Einfluss nehmen könne. Die Stadt habe zudem die Möglichkeit, zur Finanzierung der neuen Tochter beizutragen und daraus eine Rendite zu erzielen. Ralf Sieker (UWG) empfahl, in den Zug WWE einzusteigen, da er der erste sei, der abfahre, und Reinhold Hübers (CDU) ergänzte: »Das ist auch unser Zug. Den nehmen wir.«

André Schröder hätte gerne noch einen Vertreter der OWL-Kooperation gehört, bevor er sich entscheidet, doch dafür dürfte die Zeit wohl zu kurz sein.

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