Aber für Restaurierung des historischen Instruments fehlen 64.000 Euro
»Neue« Orgel in Wallenbrücker Marienkirche ist bezahlt

Spenge (WB). Freude und Erleichterung in Wallenbrück: Die zweite Orgel in der Marienkirche ist bezahlt. Die Investition von 130.000 Euro war unter den Mitgliedern der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde nicht unumstritten.

Donnerstag, 04.07.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 10:20 Uhr
Allen Grund, die Glocke zu läuten, hat Dr. Hinrich Paul , Kirchenmusiker in Wallenbrück. Die »neue«, zweite Orgel im Nordschiff der Marienkirche ist bezahlt. Das alte Steinmann-Instrument verfügt über ein neues Gehäuse und neue Pfeifen. Foto: Gerhard Hülsegge

»Viele haben mit kleineren oder größeren Beiträgen diese Finanzierung ermöglicht«, so Dr. Hinrich Paul, Vorsitzender des Fördervereins »Orgel Wallenbrück« und Kirchenmusiker vor Ort. Die Finanzgemeinschaft des Kirchenkreises Herford hat 60 Prozent der Kosten des Wallenbrücker Orgelprojektes übernommen.

49 Konzerte für die Orgel

Verschiedene Stiftungen unterstützten das Projekt, die alte Steinmann-Orgel von 1976 mit 15 Registern, Spielanlage und Pedalgehäuse im einem neuen Gehäuse, ergänzt durch neue Pfeifen anstelle der historischen, im Nordschiff zu platzieren. Denn die historische Orgel von 1624 ist verstummt. Ihre Pfeifen, zum Teil von Bleifraß befallen, sind ausgebaut.

Kommentar

Über eine Sache zu streiten, ist legitim. Zumal dann, wenn es um viel Geld geht. Das haben die Wallenbrücker Kirchgänger vorgelebt, als sie teilweise dagegen aufbegehrten, dass ein Gotteshaus wie die Marienkirche zwei Orgeln (eine alte und eine »neue«) beherbergen soll. Jetzt sollte Ruhe einkehren, nachdem die Finanzierung des Zweit-Instruments gesichert ist. Dass die noch fehlenden 64.000 Euro für die Barockorgel ebenfalls zusammenkommen, daran darf man glauben. Gerhard Hülsegge

...

Um die zusätzliche Orgel für den sonntäglichen Gottesdienst zu finanzieren, haben von 2009 bis 2019 insgesamt 49 Konzerte in der Wallenbrücker Kirche und zum Teil auch in der Spenger St.-Martins-Kirche stattgefunden. Viele Musiker haben dabei ganz oder teilweise auf ihr Honorar verzichtet.

Restaurierung der Barockorgel

Die Restaurierung der Barockorgel soll 250.000 Euro (Festpreis) kosten. Davon fehlen zurzeit noch 64.000 Euro. »Deswegen haben die Kirchengemeinde und der Förderverein Orgel Wallenbrück Förderanträge bei verschiedenen Stiftungen gestellt und werden das weiterhin tun«, erklärt Dr. Hinrich Paul. Die Stiftung Meilenstein sei mit gutem Beispiel vorangegangen und habe Ende 2017 zusätzlich zu einem früher schon geleisteten Beitrag 10.000 Euro für die historische Orgel bereit gestellt. Die Sparkassenstiftung hatte im März 2018 noch einmal 5000 Euro beigesteuert. Geld gab’s auch von der Volksbank-Stiftung.

Im Oktober 2017 hatte das Presbyterium der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Spenge beschlossen, den Auftrag zur Restaurierung der Wallenbrücker Barockorgel an die Firma Ahrend in Leer zu vergeben. Hendrik Ahrend will die Orgel bis zum Frühjahr 2021 fertigstellen, so dass auch sie wieder erklingen kann.

Orgelprojekt gewürdigt

Christian Steinmeier, der bei der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) seit Frühjahr 2017 für die Wallenbrücker Orgel zuständig ist, hatte im Oktober 2018 bei einem Ortstermin in Wallenbrück das Orgelprojekt als »die Wiederherstellung der historischen Orgel mit Restaurierung der Orgelpfeifen sowie des Gehäuses aus der Barockzeit« gewürdigt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6746761?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514632%2F
Früherer NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement tot
Wolfgang Clement starb am Sonntagmorgen in Bonn. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker