Freiwillige Feuerwehr Spenge legt Jahresbericht vor: 2018 war ein Ausnahmejahr
»An der Grenze des Möglichen«

Spenge (WB). Die Freiwillige Feuerwehr Spenge muss ihre Attraktivität und damit ihre Anziehungskraft steigern. Das hat Stadtbrandinspektor Thomas Reschke in seinem jüngsten Jahresbericht für 2018 gefordert.

Freitag, 05.04.2019, 06:30 Uhr
Spenges Freiwillige Feuerwehr im Einsatz: Am Samstag vor Ostern 2018 brannte das Haus Seippel an der Langen Straße. Diebe hatten den Geldautomaten der Deutschen Bank gesprengt, wobei auch das Juweliergeschäft Hellmann zerstört wurde. Foto: Peter Monke

»Im Vordergrund für die Arbeit der nächsten Jahre wird weiterhin das Bemühen um eine Erhöhung der Personalstärke der Einsatzabteilung stehen«, erklärt der Stadtbrandinspektor und Chef der zwei Löschzüge (Spenge-Mitte und Lenzinghausen) sowie der drei Löschgruppen (Bardüttingdorf, Hücker-Aschen und Wallenbrück).

Zu insgesamt 255 Einsätzen wurde die Feuerwehr mit aktuell 149 Aktiven (davon 18 Frauen) im vergangenen Jahr gerufen. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2017 von 19 Prozent allein bei den 31 Brandeinsätzen. »Das Jahr 2018 war ein überdurchschnittliches Jahr der Brand- und Hilfeleistungseinsätze«, resümiert Reschke in seinen Ausführungen für Rat und Verwaltung der Stadt Spenge. Die meisten Einsätze waren für die Feuerwehr Routine. Zu den nicht alltäglichen Einsätzen gehörten der Brand in einem Industriebetrieb für Kunststoffrecycling, der Einsatz nach Sprengung eines Geldautomaten mit Gebäudebrand an der Langen Straße, der Blitzeinschlag in ein Wohnhaus mit anschließender Durchzündung des Dachstuhlbrandes und ein Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus.

Psychische Belastung

»Die teilweise nicht unerhebliche psychische Belastung bei den Einsätzen forderten alles von den Einsatzkräften ab, und die Feuerwehr kam auch mit ihren Materialressourcen an die Grenze des Möglichen«, so Reschke. Die Zahl der Einsätze zur Insektenbekämpfung (73) fiel genauso hoch aus wie jene zur Beseitigung von Hochwasser- und Sturmschäden. 23 Mal gab es Fehlalarme, im Jahr davor nur 18. Freuen durfte sich der Löschzug Enger-Mitte über den Wiederbezug des Gerätehauses an der Eschstraße nach dem Umbau.

Die Mitgliederstärke der Einsatzabteilung der Feuerwehr ist 2018 gesunken. Immerhin konnten aber sechs Mitbürger für die Unterstützungsabteilung in der Feuerwehr gewonnen werden. »Die Mitgliederwerbung wird weiterhin ein wichtiges Thema sein, da der demografische Wandel auch vor der Feuerwehr nicht Halt macht«, betont Reschke.

»Feuerwehr muss ihre Anziehungskraft steigern«

Die theoretische Sollstärke wird in den Einheiten Lenzinghausen und Wallenbrück unterschritten, bei den anderen Einheiten erreicht oder überschritten. Grundsätzlich müsse man sich mit der Problematik auseinandersetzen, dass insbesondere tagsüber aufgrund der hohen Pendlerzahl immer weniger Feuerwehrleute »vor Ort« tätig seien und somit nicht rechtzeitig zur Verfügung stünden, so Reschke. Sein Fazit: »Die Feuerwehr muss ihre Attraktivität und damit ihre Anziehungskraft steigern.«

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