Zu wenige Teilnehmer – VHS plant stattdessen Foto-Tag an der Charlottenburg
Werburger Kreativ-Tage fallen aus

Spenge (WB). Kein Malen, kein Zeichnen, keine Bildhauerei: Erstmals nach elf Jahren finden 2019 an der Spenger Werburg im Sommer keine Kreativ-Tage statt. Der Grund ist mangelndes Interesse. Dafür ist an der Charlottenburg für den 6. Juli ein Foto-Tag geplant.

Donnerstag, 04.04.2019, 07:09 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 07:30 Uhr
Ulrike Koebke von der Volkshochschule im Kreis Herford hat die Werburger Kreativ-Tage für dieses Jahr abgesagt. »Wir hatten zuletzt viel zu wenig Teilnehmer. Deshalb legen wir nach elf Jahren eine Pause ein«, sagt sie. Foto: Gerhard Hülsegge

»Die Resonanz entspricht nicht mehr unseren Erwartungen«, sagt Ulrike Koebke von der Volkshochschule (VHS) im Kreis Herford und zuständig für die Durchführung der Kurse. Letztlich hätten nur elf von 13 Kursen stattfinden können, weil sich zu wenig Interessierte angemeldet haben. Sechs Kurse hätten nur noch in Unterzahl durchgeführt werden können. Einen Workshop für zwei Personen anzubieten, lohne sich nicht.

Hoher Aufwand

Der Aufwand für die Werburger Kreativ-Tage sei dagegen jedes Mal enorm. »Zuletzt hätte ich auch noch die Toiletten reinigen sollen. Sie waren in einem katastrophalen Zustand«, berichtet die Dozentin für Englisch, Kultur und Gestalten bei der VHS. »Wir waren schon sehr gefordert«, erklärt sie.

Deshalb sei der Wunsch der Stadt Spenge verständlich gewesen, man möge sich seitens der VHS etwas Neues ausdenken. So wird für Samstag, 6. Juli, ein Foto-Tag an der Charlottenburg, dem Kultur- und Jugendzentrum, organisiert. »Das ist ein schöner, neuer Veranstaltungsort«, meint Koebke. Workshops, Vorträge und eine Ausstellung sind dort nun geplant.

Neues für 2020

Dieses Alternativ-Projekt sei auch bei Spenges Bürgermeister Bernd Dumcke auf Interesse gestoßen, betont Koebke. »Das heiß aber nicht, dass es gar keine Kreativ-Tage an der Werburg mehr geben wird«, schränkt sie ein. »Wir machen lediglich erst mal Pause.«

Das alte Konzept der Kreativ-Tage habe sich »totgelaufen«, so Koebke weiter. Vielleicht müsse man einfach nur neu denken. Ein »Weiter so« erschien den Verantwortlichen der VHS jedenfalls nicht mehr angebracht.

Ohnehin sei die Volkshochschule 2019 personell ausgelastet, so Koebke. Deshalb sei man froh, in diesem Jahr nichts mit den Werburger Kreativ-Tagen zu tun zu haben. »Wir probieren etwas anderes aus«, betont Ulrike Koebke mit Blick in die Zukunft. Für 2020 müsse man sehen, wie es weitergehe. Die VHS-Leitung werde sich sicher entsprechende Gedanken darüber machen.

Starke Konkurrenz

Für Menschen, die sich unter Anleitung hiesiger Künstler selbst kreativ betätigen wollen, gibt es laut Koebke seit Jahren diverse Angebote auch in Spenges Nachbarschaft. Sie würden zum Teil auch schon wahrgenommen, was möglicherweise ein Grund mit für den Teilnehmer-Schwund bei den Kreativ-Tagen gewesen sei.

In Hiddenhausen und auch in Borgholzhausen (Kreis Gütersloh) werden so genannte Sommerakademien angeboten, bei denen Künstler ihr Wissen an Interessierte weitergeben. »Wir haben viel Konkurrenz auch in der Umgebung, was Kreativ-Workshops angeht«, so Ulrike Koebke im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Was zeige, dass das Interesse daran nach wie vor vorhanden sei.

Vier Stunden Foto- und Videografie

Der Foto-Tag an der Charlottenburg wird von Mark Stocksmeyer, Fachbereichsleiter und EDV-Experte bei der Volkshochschule, organisiert. »Es geht um alles, was mit Fotografie und Videografie zu tun hat, zum Beispiel auch um 360-Grad-Aufnahmen, die man sich später mit VR-Brille (Virtual Reality) anschauen kann«, sagte er. Plakate und Flyer seien ebenfalls in Arbeit.

Gerne hätte man den ganzen Tag über Angebote unterbreiten wollen, betonte Koebke. Das sei allerdings am Widerspruch der Stadt Spenge gescheitert, weil das Jugendzentrum, das vom Kreis Herford in gänzlich neu gestalteten Räumen der Kommune betrieben wird, bis 14 Uhr von Schülern der Regenbogen-Gesamtschule mitgenutzt wird. So startet der Foto-Tag erst um 14 Uhr und dauert bis 18 Uhr, also nur vier Stunden.

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