Am Bahnhof: Politiker fordern Nutzungskonzept ein Verwaltung will 100.000 Euro ins Asylbewerberheim investieren

Spenge (WB/gge). Warum sollte die Stadt Spenge 100.000 Euro für die Renovierung des Asylbewerberheimes Am Bahnhof 11 ausgeben, obwohl das Haus leer steht? Diese Frage stand während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau- und Immobilienmanagement des Rates im Raum.

Olaf Kniepkamp (4. von links) führt die Mitglieder des Ausschusses für Bau- und Immobilienmanagement durch das Gebäude.
Olaf Kniepkamp (4. von links) führt die Mitglieder des Ausschusses für Bau- und Immobilienmanagement durch das Gebäude. Foto: Gerhard Hülsegge

Und die Verwaltung hatte auch eine plausible Erklärung für ihr Vorhaben: Weil niemand weiß, wann die nächste Flüchtlingswelle auf die Kommunen zukommt.

»Das Konzept dahinter ist wichtig«

Nach einem Ortstermin mit anschließender Aussprache im Rathaus ließen sich die Politiker überzeugen und beschlossen, die Verwaltung solle auf Grundlage der künftigen Nutzung die erforderlichen Maßnahmen umsetzen. »Das Konzept dahinter ist wichtig«, betonte Nils Kleineweber (SPD) und sprach damit auch Ruth Pilgrim (CDU) aus der Seele. Fachbereichsleiter Bernd Pellmann betonte, dass hierfür allerdings die Mitglieder des Sozialausschusses zuständig seien.

Wolle man deren Entscheidung abwarten, könne sich der Bau- und Immobilienausschuss frühestens in seiner nächsten Sitzung noch mal mit dem Thema befassen. Die nächste Zusammenkunft sei allerdings erst für den 11. September vorgesehen. Man verlöre also viel Zeit.

100.000 Euro »sportlich berechnet«

Das Haus Am Bahnhof 11 stammt aus dem Jahr 1951. Dort, wo einst ein Schrotthandel betrieben wurde, zogen später zunächst Aussiedler, dann Flüchtlinge ein. Seit Herbst 2017 steht das Gebäude leer. Um es wieder bewohnbar zu machen, will die Stadt Spenge unter anderem 30.000 Euro für Malerarbeiten, 17.000 Euro für neue Bodenbeläge (PVC) und 7000 Euro für die Erneuerung der Heizung und Sanitäranlagen ausgeben. Die Gesamtsumme von 100.000 Euro sei zwar »sportlich berechnet«, meinte Olaf Kniepkamp, Abteilungsleiter Gebäudemanagement.

Gleichzeitig wies Bernd Pellmann darauf hin, dass auch ein zunächst von den Politikern gewünschtes Nutzungskonzept an der Höhe im Grunde nichts ändern würde. Die Politiker nahmen daraufhin auch Abstand von ihrem Vorschlag, nur zwei der vorhandenen Geschosse zu renovieren. »Lassen Sie uns machen. Die Verwaltung hat den Überblick und die Gewerke werden ja sowieso von den Mitgliedern des Ausschusses vergeben«, so Pellmann.

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