Gesprengter Geldautomat: Polizei entdeckt Fluchtwagen – LKA stellt in Spenge offenbar Videos sicher – mit Video Die Spur führt in die Niederlande

Spenge (WB). Nach der Sprengung eines Geldautomaten an der Langen Straße haben Polizisten nach Informationen dieser Zeitung den Fluchtwagen entdeckt. Zudem hat das Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch den Tatort untersucht. Dabei soll Videomaterial sichergestellt worden sein. Die Polizei sucht seit Donnerstag zudem nach einer möglichen Zeugin.  

Von Jan Gruhn
Mit dem Schutzhelm an den Tatort: Das Landeskriminalamt sichert am Mittwoch die Spuren der Geldautomaten-Sprengung an der Langen Straße. Die Brandruine ist stark einsturzgefährdet.
Mit dem Schutzhelm an den Tatort: Das Landeskriminalamt sichert am Mittwoch die Spuren der Geldautomaten-Sprengung an der Langen Straße. Die Brandruine ist stark einsturzgefährdet. Foto: Jan Gruhn

Beim Fluchtwagen soll es sich um einen Audi handeln, der von den Tätern an einem landwirtschaftlichen Anwesen im Grenzbereich von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen zurückgelassen wurde. Hier sollen die Täter in einen anderen Wagen umgestiegen sein.

Audi aus den Niederlanden

Der Audi soll aus dem Niederlanden stammen und dort als gestohlen gemeldet sein. Die Täter sollen ihn mit falschen Nummernschildern ausgestattet haben.  Die Herkunft des Wagens stützt den Verdacht, dass sie tatsächlich, wie berichtet, aus den Niederlanden angereist sein könnten.

Zudem stellte das Landeskriminalamt am Mittwoch offenbar Videomaterial am Tatort sicher.  Die Aufnahmen aus dem Inneren des Vorbaus, in dem neben dem Geldautomaten auch das Juweliergeschäft Hellmann untergebracht war, sollen demnach wichtige Hinweise auf die Täter liefern. Den Fund wollte die Polizei bislang allerdings nicht bestätigen.

Mit Schutzhelmen in die Brandruine

»Zunächst einmal müssen sich die Kollegen vom LKA einen Überblick verschaffen«, erklärte Kreispolizeisprecher Steven Haydon. Nach den beiden Explosionen und dem Löscheinsatz sei es schwierig, noch brauchbare Spuren zu finden. »Aber das sind Spezialisten, die machen den ganzen Tag nichts anderes«, sagte Haydon.

Immer wieder mussten die Beamten am einsturzgefährdeten Vorbau des so genannten Seippel-Hauses den Architekten Jürgen Wellmann zu Rate ziehen. Zusammen mit einem Statiker hatte er sich vorab ein Bild von der Standfestigkeit der Brandruine gemacht. Mit Schutzhelmen näherten sich die LKA-Beamten Stück für Stück dem Innenraum und dem gesprengten Automaten. Dabei hielt ein Beamter die Szenerie fotografisch fest.

Boden des Altbaus hochgedrückt

»Der Boden des Altbaus wurde einmal hochgedrückt«, schildert Jürgen Wellmann seine Eindrücke. »Er liegt dort jetzt in Wellenform.« Was vom Haupthaus noch gerettet werden könne, sei derzeit schwer zu sagen. Erbaut wurde es bereits 1865.

Sabine Hellmann, Inhaberin des Juweliergeschäfts, und ihre Angestellten verfolgten die Ermittlungsarbeiten der Polizei mit eigenen Augen. »Wir sind immer noch fassungslos«, sagte Mitarbeiterin Anne-Katrin Kruckemeyer. »Es war einfach mehr als eine Arbeitsstelle.« Kollegin Katja Unversucht ergänzt: »Und man denkt natürlich noch an die ganzen Kundenaufträge.« Allerdings seien bereits viele tröstende Nachrichten eingegangen.

Neuer Automat?

Ob die Deutsche Bank einen neuen Automaten aufstellen wird, ist nach Unternehmensangaben noch unklar. Ungewiss ist wohl auch die Zukunft des Juweliergeschäftes. Inhaberin Sabine Hellmann sagte allerdings: »Es war gut, dass die Feiertage dazwischen lagen. So wurde man zu einer Pause gezwungen.« Dennoch setzt sie sich eigenen Angaben zufolge bereits mit den nächsten Schritten auseinander.

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