Reinhard Lammering hat Heft über Spenger Burgen und mehr verfasst Historische Fakten mitDönekes und Liedern garniert

Spenge (WB). Reinhard Lammering hält ein Heft mit grünem Einband in den Händen. Auf der Rückseite ist ein hölzernes Wappen der Stadt Spenge abgebildet. »Das war ein Geschenk, das ich 1969 bekommen habe. Damals ist Spenge gerade erst zur Stadt geworden«, erzählt der 78-Jährige.

Von Daniela Dembert
Reinhard Lammering hat das Heft »Unsere Heimat, unsere Burgen, unsere Sprache« verfasst. Die Rückseite der Lektüre in grünem Einband (vorn) ziert das hölzerne Wappen der Stadt Spenge, ein Geschenk an den 78-Jährigen.
Reinhard Lammering hat das Heft »Unsere Heimat, unsere Burgen, unsere Sprache« verfasst. Die Rückseite der Lektüre in grünem Einband (vorn) ziert das hölzerne Wappen der Stadt Spenge, ein Geschenk an den 78-Jährigen. Foto: Daniela Dembert

Bei der 70 Seiten starken Broschüre handelt es sich um Lammerings Werk »Unsere Heimat, unsere Burgen, unsere Sprache«, das sich mit der Spenger Historie anhand der Burgen, Kirchen, Mühlen und Höfe befasst. Die Werburg und Schloss Mühlenburg sowie die Charlottenburg, die, streng genommen, gar keine Burg war, so Lammering, seien jedem ein Begriff. »Viele Menschen wissen aber beispielsweise gar nicht von Burg Aschen«, sagt der Hobbyhistoriker. Sein Büchlein befasst sich mit der Geschichte dieser Güter und behandelt die Familienchronik der Ledeburs. Mehrere plattdeutsche Texte, teils mit Übersetzung ins Hochdeutsche, sind außerdem enthalten.

Erinnerung in Plattdeutsch

Es ist eine Dokumentation der Abendveranstaltungen, die Lammering gemeinsam mit seinen Mitstreitern Helga Böckstiegel, Dieter Taube und Wilfried Niederjohann auf der Mühlenburg ins Leben gerufen hat. Auf Anregung Theodor Brunings, des verstorbenen Besitzers des Anwesens, hin habe er sich mit der Historie des Bauwerks, der dazugehörigen Ländereien und Besitzer befasst und einen Vortrag ausgearbeitet, blickt Lammering zurück.

Die historischen Fakten wurden mit Gedichten, Dönekes und Liedern, teils aus der Feder Lammerings und Niederjohanns, zu einem bunten Abendprogramm vermengt, bei dem ein Fokus auf der heimatlichen Mundart liegt. »Viele meiner Kindheitserinnerungen spielen sich im Geiste in plattdeutscher Sprache ab«, begründet Lammering. Außerdem sei Sprache nicht weniger Kulturgut dieser Region wie die Bauwerke. »Wir haben eine reichhaltige Geschichte in Spenge. Die wenigsten wissen aber davon.« Das möchte Reinhard Lammering ändern.

Sage vom Mailäuten

Weil die »Vespertuid bui Ledeburs« stets ausverkauft ist, wurden Fragen nach einer Niederschrift laut. Ebenso wenig wie die Abendveranstaltung ist das Buch eine trockene Chronik. Lieder wie »De Spenger Ridderslui« und »Kein schöner Land«, die Sage vom Mailäuten und Goethes in Sütterlin verfasster »Erlkönig« finden sich in der Schrift. Nicht immer geht Lammering den kurzweiligen, heiteren Weg. Das Lied »Warum?« handelt von den Kindheitserinnerungen, unter anderem von Krieg und Entbehrung geprägt.

In »Wuinachten 45« beschreibt Lammering seine Erinnerungen an das erste von ihm bewusst wahrgenommene Weihnachtsfest nach Ende des Zweiten Weltkrieges. »Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Apfelsine gegessen. Die war damals in dünnes Papier gehüllt. Diesen Geruch beim Schälen werde ich nie vergessen«, erzählt der gelernte Möbelpolsterer.

Seite zum Selberschreiben

Mit seiner Lektüre möchte der Autor auch anregen, Sachverhalte zu erklären und folgenden Generationen einen lebhaften Eindruck dessen zu vermitteln, was einst war. Deshalb beinhaltet das Heft eine vakante Seite, auf der zum Selberschreiben aufgefordert wird. Erhältlich ist »Unsere Heimat, unsere Burgen, unsere Sprache« in der Buchhandlung Nottelmann und bei Reinhard Lammering unter Telefon 05225/34 81. Allen Freunden des heimatgeschichtlichen Formats sei mit den Worten Lammerings verraten: »Es wird noch weiter in die jüngere Geschichte gehen.«

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