Schäferhund muss weiter Maulkorb tragen – Halterin hatte geklagt Prozess nach Angriff auf Yorkshire-Terrier

Spenge/Minden (WB). Über die Freiheiten von Schäferhund-Rüde »Randor« musste das Verwaltungsgericht in Minden jetzt entscheiden. Der Hund hatte im Februar in Spenge einen Yorkshire-Terrier angefallen und getötet. Die Halterin hatte gegen die Auflage geklagt, ihrem Hund einen Maulkorb anzulegen – vergeblich.

Von Thomas Klüter
Simone Quermann, die Besitzerin des getöteten Yorkshire-Terriers »Shivo«,begrüßt das Urteil des Verwaltungsgerichts. Die Spengerin hatte schon befürchtet, dass der Schäferhund bald wieder ohne Maulkorb in Spenge unterwegs sein könnte.
Simone Quermann, die Besitzerin des getöteten Yorkshire-Terriers »Shivo«,begrüßt das Urteil des Verwaltungsgerichts. Die Spengerin hatte schon befürchtet, dass der Schäferhund bald wieder ohne Maulkorb in Spenge unterwegs sein könnte. Foto: Gerhard Hülsegge

Nach dem Vorfall an der Kettelerstraße im Frühjahr erstattete Simone Quermann, Halterin des Yorkshire Terriers, Anzeige. Rechtlich gesehen handele es sich bei dem Vorfall um Sachbeschädigung, sagte Polizei-Sprecher Heinz-Jürgen Tücke damals. Für die beiden Hundehalterinnen stecken aber viele Emotionen in der Angelegenheit.

Klage gegen Maulkorbpflicht

Die Prüfung durch eine Amtstierärztin ergab keine Hinweise auf außergewöhnliche Aggressivität des Schäferhundes. Der Angriff auf den Terrier sei eher durch Territorialverteidigung gegen einen anderen Rüden zu erklären. Die Empfehlung des Gutachters lautete dann: Leinenzwang auch außerhalb von Wohngebieten, Einfriedung des eigenen Grundstücks für den Freilauf und eine Schulung zum richtigen Umgang mit großen Hunden. Das Ordnungsamt der Stadt Spenge ordnete außerdem einen Maulkorb für den Schäferhund an.

»Gegen den generellen Leinenzwang und den Maulkorb wehrt sich die Klägerin«, sagte Hendrik Höke, Anwalt der Hundehalterin, und er legte dem Gericht Nachweise über bereits durchgeführte Trainingsstunden an einer Hundeschule vor. Richter Burkhard Bünte wies außerdem darauf hin, dass das Grundstück der Klägerin laut Aktenlage bereits eingezäunt sei.

»Leinenzwang reicht nicht«

»Ich glaube aber, dass ein Leinenzwang allein in diesem Fall nicht ausreicht«, so der Richter am Mittwoch. Die Spengerin sei nicht in der Lage, den großen Hund zu halten. Es sei sogar denkbar, dass die Spengerin gar keine Hunde mehr halten dürfe.

Zudem gab es in der Vergangenheit ein Strafverfahren gegen die Hundehalterin, weil sie mit einer Schreckschusspistole in der Öffentlichkeit versucht hatte, ihren Schäferhund »Schussfest« zu machen. »Das Verfahren wurde zwar abgeschlossen«, sagte Richter Bünte. »Das muss aber berücksichtigt werden.« Das Verwaltungsgericht wies die Klage der Spengerin ab.

»Diese Entscheidung bestätigt unsere Rechtsauffassung«, sagte Spenges Ordnungsamtsleiter Dirk Placke. »Die gegenwärtig angeordneten Maßnahmen ermöglichen der Klägerin, ihren Hund zu behalten, ohne dass eine Gefahr von ihm ausgeht. Die bereits getroffenen Regelungen erscheinen mir für alle Beteiligten die besten zu sein«, so Placke.

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