Eltern, Lehrer und Schüler bauen naturnahen Spielplatz auf dem Hof der Grundschule Spenge Hier packen alle mit an

Spenge (WB). Motorsägen heulen, Hackschnitzel werden über den Schulhof gekarrt und Rinde wird von Baumstämmen geschabt: Gemeinsam mit vier Bauleitern der Ideenwerkstatt Lebens(t)raum haben Eltern und Schüler am Wochenende den Schulhof der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen auf Vordermann gebracht.

Von Daniela Dembert
Maik Hartke setzt eine der letzen Schrauben in den Tisch einer neu entstandenen Sitzgruppe.
Maik Hartke setzt eine der letzen Schrauben in den Tisch einer neu entstandenen Sitzgruppe. Foto: Daniela Dembert

Kletterpodest statt Swimming-Pool

»Seit wir im Frühjahr die Zusage bekommen haben, am Standort bleiben zu können,

Lisanne (6) und Mutter Michaela Stuke schleppen kleine Stämme für die Befestigung des Aufgangs neben einer Rutschrampe. Foto: Daniela Dembert

liefen die Vorbereitungen«, sagt Konrektorin Sandra Loos. In der Kinderkonferenz, die aus zwei Schülern jeder Klasse besteht, seien die Wünsche der gut 280 Schüler zusammen getragen worden. Von Vorschlägen wie einem Swimming-Pool und einer Seilbahn habe man leider absehen müssen, bedauert Loos. Den Wünschen nach mehr Sitzgelegenheiten, Rückzugsmöglichkeiten und einem Kletterpodest sei man hingegen nachgekommen.

Ein finanzielles Polster von 13.000 Euro, das die Kinder bei einem Sponsorenlauf im Juni errannt haben, macht’s möglich. Der Verein Lebens(t)raum, der Kinderspielplätze mit naturnahen Materialien plant und verwirklicht, gastiert bereits zum dritten Mal an der Bildungseinrichtung. »Jetzt mussten einige Stämme, die im Lauf der Jahre marode geworden sind, ausgetauscht werden. Wir bessern an einigen Stellen aus und bauen an anderen neu«, führt Loos aus.

Wasserspielplatz war nur noch matschig

Aus dem einstigen Wasserspielplatz, der ohnehin mehr eine Matschgrube gewesen sei, ist ein neuer, großzügiger Sandspielbereich geworden, den ein Spielpodest auf Pfählen ziert. Platz für Rollenspiele und geheime Zusammenkünfte bieten drei Tipis. Eine massive Sitzgruppe lädt zum Pausenschmaus im Freien ein, und kleinere, teils angeschrägte Sitzgelegenheiten stehen zum Rumfletzen bereit.

In der vergangenen Woche sind schon Vorarbeiten seitens des Bauhofes erledigt

Sicherheit geht vor: Martin Skowronek befestigt Seile, die das Plateau eines Podests einfassen. Foto: Dembert

worden. Den Arbeitseinsatz haben am Freitag etwa 30, am Samstag sogar mehr als 40 Familien mitgetragen. Nach dem Motto »Viele Hände, schnelles Ende«, haben selbst die Kleinsten mit angepackt. »Die sind natürlich extrem stolz, selbst mit geplant und gebaut zu haben«, sagt Sandra Loos.

Arbeit stärkt das Wir-Gefühl

Neben den Schülern, die sich über neue Spielmöglichkeiten freuen, profitiert auch die Elternschaft von der Aktion. »Ich packe gern mit an. Das ist auch eine gute Gelegenheit, mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen«, meint Martin Skowronek. Der gemeinsame Bau stärke das Wir-Gefühl. Auch die Lehrerschaft ist beteiligt. Sie sorgte mit Mitarbeitern der Offenen Ganztagsbetreuung für das Catering mit Kuchen, Getränken und Bratwurst.

Lisanne (6) ist begeistert mit dabei. Gemeinsam mit Mutter Michaela Stuke schleppt sie kleine Stämme. »Es macht Spaß mitzumachen, weil alle zusammen arbeiten und wir Kinder zwischendurch auch spielen können«, sagt die Erstklässlerin. Was ihr am Besten gefällt? »Das neue Klettergerüst mit dem Podest.«

Emely (von links), Katharina und Lena testen, wie gut man sich im neuen Holz-Tipi verstecken kann. Foto: Daniela Dembert

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.