Notärzte aus Bünde mit neuem Fahrzeug der Kreis-Rettungswache Spenge unterwegs »Blaulicht in den Augen«

Spenge (WB). »Es ist spektakulär und optimal durchdacht. Man hat alles, was man braucht«, schwärmt Dr. Peter Lorenz. Der 50-jährige Oberarzt des Lukas-Krankenhauses Bünde war am Dienstag der erste Notarzt, der gemeinsam mit Notfallsanitäter Marco Lanfermann im neuen Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) der Herforder Kreis-Rettungswache in Spenge unterwegs war.

Von Gerhard Hülsegge
Silke Vahrson-Hildebrand (von links), Notfallsanitäter Tobias Nienaber, Dr. Ulrich Huser (Lukas-Krankenhaus), Notarzt Dr. Peter Lorenz , Kreis-Dezernent Paul Bischof, Marco Lanfermann am Steuer und Dr. Thomas Jakob mit dem neuen Fahrzeug.
Silke Vahrson-Hildebrand (von links), Notfallsanitäter Tobias Nienaber, Dr. Ulrich Huser (Lukas-Krankenhaus), Notarzt Dr. Peter Lorenz , Kreis-Dezernent Paul Bischof, Marco Lanfermann am Steuer und Dr. Thomas Jakob mit dem neuen Fahrzeug. Foto: Gerhard Hülsegge

Um 7.38 Uhr ging der erste Notruf des Tages ein. Vier Einsätze meisterte das Team insgesamt an diesem Morgen. Außer bei einer Magenblutung war ihre Hilfe unter anderem bei einem Verkehrsunfall in Bünde gefordert, wo ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug gegen eine Baum geprallt und dabei schwer verletzt worden war.

Technisch modern ausgerüstet

Künftig werden immer wieder Ärzte der Bünder Klinik im Rotationsprinzip als Notärzte in Spenge, Enger, Bünde und auch Jöllenbeck unterwegs sein. Dass sie motiviert sind, davon ist Dr. Ulrich Huser, Chefarzt der Anästhesie und der Intensivmedizin am Lukas-Krankenhaus, überzeugt. »Meine Mitarbeiter haben Blaulicht in den Augen, die Rettung von Menschen liegt ihnen am Herzen«, betont er.

Seit 1. August hat das neue NEF, ein Mercedes-Diesel der V-Klasse mit einem 2,5 Liter-Motor und Allrad-Anrieb mit 190 PS, seinen Standort an der Spenger Industriestraße. Mindestens fünf Jahre soll das 185 000 Euro teure Fahrzeug, das sich aus den Gebühren der Krankenkassen finanziert, halten. Zumal es über modernste Ausstattung verfügt. Im Fahrgastraum wurde ein zusätzlicher Platz für Auszubildende eingerichtet, von dem auch ein direkter Zugriff auf Materialien oder die Funk- und Dokumentationsausstattung möglich ist. Ein Auszug auf der Beifahrerseite ermöglicht am Einsatzort den direkten Zugriff auf die notfallmedizinische Ausstattung. Für die optimale Lagerung von Medikamenten wurde im Fahrerheck ein Schranksystem mit Kühlfach für Medikamente oder Infusionen verbaut.

»Meilenstein für die Region«

Für die Notfallversorgung steht eine moderne medizinische Technik zur Verfügung, zum Beispiel ein EKG-Gerät plus Defibrillator. Die EKG-Bilder können direkt vom Einsatzort an die Krankenhäuser übermittelt werden. Ein spezielles Beatmungsgerät hilft bei intensivmedizinischer Erstversorgung und kann für unterschiedliche Erkrankungen eingestellt werden. »Wir haben im Kreis Herford die Bedarfe ermittelt und festgestellt, dass noch ein weiteres Notarztfahrzeug für die Städte Enger und Spenge notwendig ist«, sagt der Ordnungsdezernent des Kreises Herford, Paul Bischof.

Silke Vahrson-Hildebrand vom Amt für Sicherheit und Ordnung, bezeichnete die NEF-Neuanschaffung als »Meilenstein für die Region«. Insgesamt sind jetzt vier Notarztfahrzeuge im Kreisgebiet im Einsatz. Ab Januar 2018 soll auch das NEF Spenge an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr im Einsatz sein.

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