1500 Besucher beim Warmenau-Open-Air-Festival in Spenge-Bardüttingdorf Tanzen auf Theos Tenne

Enger (WB). Kuhweide ist Kult: Den Festivalbesuchern im Dorf Wacken ist das längst klar. Einen winzigen Hauch kleiner, dafür mit ganz eigenem Barfuß-Charme hat sich das Warmenau-Open-Air auf Theos Tenne in Bardüttingdorf etabliert.

Von Daniela Dembert
Auf der Wiese oberhalb des Hofes treffen sich die Generationen zum gemütlichen Plausch, während vor der Wiesenbühne ordentlich gerockt wird. 1500 Besucher kamen am Samstag zum Open-Air-Festival nach Bardüttingdorf.
Auf der Wiese oberhalb des Hofes treffen sich die Generationen zum gemütlichen Plausch, während vor der Wiesenbühne ordentlich gerockt wird. 1500 Besucher kamen am Samstag zum Open-Air-Festival nach Bardüttingdorf. Foto: Daniela Dembert

Acht Bands am Start

Acht Bands gingen beim Umsonst&Draußen-Festival am Samstag an den Start. Klein und familiär soll alles nach Willen der Veranstalter bleiben. Gar nicht so einfach, denn das Event, in dessen Organisation und Durchführung alle Vereine und viele Gruppen aus Bardüttingdorf und Wallenbrück ihr Herzblut investieren, ist kein Geheimtipp mehr. »Wir haben uns bei etwa 1500 Besuchern eingependelt. Diese Größenordnung ist super. Es hat in sieben Jahren nicht den kleinsten Vorfall gegeben, alle sind friedlich und haben Spaß«, sagt Simon Kreft, Drummer der Band »Von Weiden«, die das Musikfest einst ins Leben gerufen hat.

Bleibt die Größenordnung auch die gleiche, geben sich die Veranstalter alle Mühe, jedes Jahr noch einen drauf zu setzen. Die Wiesenbühne ist jetzt um einiges größer und technisch noch besser ausgestattet. Das kulinarische Angebot wurde um vegane Burger, Süßkartoffeln und Kaffeespezialitäten erweitert.

Musik auch für Kinder

Die musikalische Eröffnung lieferte um 16 Uhr »23 Quadratmeter«, die Band aus Bünde und Umgebung, die trotz ihres zarten Alters mit eingängigen Pop-Eigenkompositionen und instrumentalem Können überzeugte. Blasmusik vom Feinsten brachte die Balkan-Formation »Tamam« auf die Wiesenbühne. Mit Indie und Poppunk traten die Bielefelder »Heile & Kaputt« an. Als »Die Gäng« eroberten längst etablierte Musiker in neuer Mission die Bühne: die Band um »Ohrbooten«-Frontmann Ben Pavlidis macht freche Kindersongs zu entspannten Reggae-Sounds. Gibt’s nur zu sagen: »Wir sind gar nicht müde!«

Wem beim Festival im Grünen mit schönstem Sonnenschein eher melancholisch zumute war, der fühlte sich bei Bad Tempered Joe gut aufgehoben. Der Mann mit Hut lieferte Blues, wie er sein sollte: rotzig, herzschmerzend, mit Hut und Weissenborn Lapsteel-Gitarre. Eine funkige Blues-Rock-Session mit minutenlangen Impros und jaulender Orgel brachten »Molke« auf die Bühne. Gestürmt wurde diese von einer tanzenden Meute der allerjüngsten Festivalbesucher. Genau genommen waren Kinder überall: im Wald tollend, über die Wiese rollend, auf der Bühne zappelnd, von der evangelischen Jugend mit ein wenig Schminke in wilde Tiere und Prinzessinnen verwandelt.

Hymne »Warmenau« zum Finale

Vorletzte Band des Abends war »Chapter 5« aus Würzburg. Das Trio begeisterte mit einem ausgereiften Americana-Folk/ Pop-Sound und drückte neben Eigenkompositionen auch Cover-Songs ihren eigenen Stempel auf. Gegen 22.30 Uhr betraten die Lokalmatadoren »Von Weiden« die Bühne und sorgten für schweißnasse T-Shirts und durchgetanzte Schuhsohlen. Begleitet von steten Anfeuerrufen für Posaunist »Wolle«, Ralf Wollbrink, gab die vielköpfige Formation seinem Publikum, was es verlangte. »Jägerblut« und »Direktsaft« ergossen sich über die wogende Menge und natürlich durfte zum Finale auch die Hymne »Warmenau« nicht fehlen.

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