Werburg-Museum feiert einjähriges Bestehen mit großem Fest am 18. Juni Kegeln und tanzen wie anno dazumal

Spenge (WB). Vor einem Jahr wurde das Werburg-Museum in Spenge eröffnet. Dieses Ereignis soll – anstelle des sonst üblichen Mittelalterfestes – am Sonntag, 18. Juni, mit einem Museumsfest gefeiert werden. Von 11 bis 17 Uhr sind Besucher willkommen.

Von Gerhard Hülsegge
Zahlreiche Erfindungen gehen auf die Barock- und Renaissancezeit zurück. Das gilt auch für das Fernrohr, das Dr. Werner Best hier vor dem Herrenhaus präsentiert.
Zahlreiche Erfindungen gehen auf die Barock- und Renaissancezeit zurück. Das gilt auch für das Fernrohr, das Dr. Werner Best hier vor dem Herrenhaus präsentiert. Foto: Gerhard Hülsegge

»Das Fest richtet sich in erster Linie an Kinder«, sagt Dr. Werner Best, Vorsitzender des Werburg-Vereins. Und er hofft auf schönes Wetter zur Open-Air-Veranstaltung. Verschiedene Stände und viele Angebote zum Mitmachen laden zu einer Zeitreise in die Burggeschichte ein. Bei schlechtem Wetter können die Darbietungen vom Burggelände in die Scheune verlegt werden, wo ohnedies Getränke und Laugenbrezel angeboten werden. »Aber wir lassen alle unsere Kontakte zum Himmel spielen«, meint Dr. Best mit einem Augenzwinkern.

Eintritt nur fürs Museum

Es herrscht freier Eintritt zur Burg, auch das Werburg-Café ist geöffnet. Nur wer das Museum selbst aufsuchen möchte, muss den normalen Eintrittspreis für Familien (10 Euro), Erwachsene (4 Euro) oder Kinder (2 Euro) bezahlen. Für Spenden ist der Werburg-Verein natürlich ebenfalls dankbar.

Fürs Museumsfest hat sich Museumspädagogin Sonja Voss einiges einfallen lassen. 15 Standorte sind eingerichtet. »Dort kann man zum Beispiel ausprobieren, wie es sich anfühlt, in der damaligen Fest- oder Alltagskleidung über das Gelände zu spazieren, historische Tänze einstudieren oder damals ganz moderne Gartenvergnügungen testen und zum Beispiel kegeln oder mit dem Bogen schießen«, erläutert Voss.

Altes Handwerk wie das Zinngießen erleben und ausprobieren, Kräuterwiesen der frühen Neuzeit entdecken und Bonbons herstellen – das alles ist möglich. Darüber hinaus können sich junge Gartenfreunde in Form handgekneteter Blumensaatkugeln ein Stück Burggarten sogar mit nach Hause nehmen.

Viele Erfindungen alt

Zudem lassen die Vorstellung von Erfindungen und Entdeckungen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert die im Museum gezeigte Zeit lebendig werden. »Denn dort geht es nicht um die spätmittelalterliche Entstehungszeit der Burg, sondern mit der frühen Neuzeit in eine Epoche, in der einschneidende Veränderungen wie die Entdeckung Amerikas, die Erfindung des Buchdrucks oder die Reformation das Weltbild und damit das Leben der Menschen auch in Spenge auf den Kopf stellten«, erklärt Sonja Voss.

»Auch das Fernrohr stammt aus dieser Zeit«, ergänzt Dr. Werner Best und blickt auf ein erfolgreiches Jahr für das noch junge Museum zurück. Allein von Juni bis Dezember 2016 haben etwa 4000 Personen das Werburg-Museum aufgesucht. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor.

Beim Werburgfest sind alle eingeladen, auf einer Bühne auch Theater zu spielen, Kostüme auszuprobieren oder Fächer zu basteln. Die Drittklässler der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen haben extra einen Tanz zur Laute eingeübt. Die Darbietungen finden um 13.30 und 15 Uhr statt. »Auch Besucher dürfen mittanzen«, betont die Museumspädagogin.

Filzsteine zum Mitnehmen

Vertreten ist beim Museumsfest auch eine Seifen-Manufaktur aus St. Annen, die ihre Produkte anbietet. Verkauft werden zudem kleine Filzsteine. Sie sind den Sitzkissen, die bei den Museumsbesuchern sehr beliebt sind, nachempfunden.

Ein Familienausflug nach Spenge lohnt sich somit am 18. Juni allemal. »Wir hoffen natürlich auch auf viele Besucher aus dem Umland von Spenge«, meint Sonja Voss.

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