Studenten der Uni Mainz informieren sich bei Firma Vollmer über Dukta-Patent Holz wird zum Designelement

Spenge (WB). Seit anderthalb Jahren arbeitet die Firma Vollmer, Spezialist für Möbelteile und Formsperrholz, in Spenge erfolgreich mit dem Schweizer Unternehmen Dukta (Sitz in Zürich) zusammen. Über das neuartige Einschnittverfahren, das Holz und Holzwerkstoffe in flexible, Textil-ähnliche Designelemente verwandelt, haben sich jetzt Studenten der Hochschule Mainz besonders interessiert.

Von Gerhard Hülsegge
Geschäftsführer Ralf Vollmer (rechts) zeigt den Studenten um Professor Bernd Benninghoff (6. von links), wie Dukta-Paneele eingeschnitten werden.
Geschäftsführer Ralf Vollmer (rechts) zeigt den Studenten um Professor Bernd Benninghoff (6. von links), wie Dukta-Paneele eingeschnitten werden. Foto: Gerhard Hülsegge

Sie wollen neue Anwendungen im Möbel- und Interiordesign verwirklichen und die Ergebnisse im Sommer auf der Internationalen Möbelmesse (IMM) oder den »Passagen« in Köln präsentieren. »Das ist eine spannende Sache. Schließlich sind wir eine kleine Schreinerei mit nur vier Mitarbeitern«, sagt Ralf Vollmer, Geschäftsführer der 1975 gegründeten Vollmer GmbH mit 700 000 Euro Jahresumsatz. Aber auch Tochter Janina ist stolz darauf, die Lizenz zur Herstellung der Dukta-Produkte in Deutschland erhalten zu haben. Nein, abhängig gemacht habe sich das ostwestfälische Traditionsunternehmen an der Mühlenburger Straße vom Lizenzgeber Serge Lunin damit nicht. »Wir sehen es eher als Chance«, sagt sie.

Material als Designimpuls

Die Firma Vollmer hat sich auf die Herstellung von Schallabsorbern aus Holz spezialisiert. Hinter Dukta steckt ein innovatives Einschneideverfahren, für das bei Vollmer eigens ein neues Bearbeitungszentrum eingerichtet wurde. Es verleiht Holz durch eine spezielle Form der Perforation und des Nutens eine hohe Biegsamkeit von bis zu 360 Grad und textile Eigenschaften, die nahezu jede Formbarkeit ermöglichen. So entstehen aus Holzplattenwerkstoffen flexible Wand- und Deckenelemente, Raumteiler oder Leuchten, die neben ihrer umweltfreundlichen Materialität und ihrer schallabsorbierenden Wirkung durch formschönes Design überzeugen.

Die angehenden Innenarchitekten um Professor Bernd Benninghoff des Fachbereichs Gestaltung des Studiengangs Innenarchitektur/Kommunikation an der Uni Mainz sind für ihren Exkursionstag extra angereist, um sich über das neuartige, patentierte Einschneideverfahren »dukta« zu informieren. Ziel der Hochschul-Kooperation ist es, den Studenten praktische Erfahrungen im Rahmen der Projektreihe »Material als Designimpuls« mit innovativen Materialien zu ermöglichen. Bei Vollmer erlebten sie den Herstellungsprozess der Akustikelemente und konnten den Holzwerkstoff selbst testen.

»Vieles ist graue Theorie«

Student Simon Eller war besonders beeindruckt vom 3-D-verformbaren Plattentyp. »Der ist vielleicht auch als Polstermöbel einsetzbar«, meint der 27-Jährige. »Vieles ist graue Theorie, man muss es 1:1 erleben«, bestätigt Professor Benninghoff. Auf das in Spenge verarbeitete Material ist er 2016 gestoßen, weil es mit dem Design-Preis ausgezeichnet worden ist. In den nächsten Wochen sollen die Studenten damit werkeln. Die Uni Mainz testet jedes Jahr ein anderes Material.

Die Zusammenarbeit mit der Firma Vollmer, die den Rohstoff liefert, bezeichnet der Professor als Win-Win-Situation. Denn auch Diplom-Ingenieur Ralf Vollmer, selbst Innenarchitekt, verspricht sich von der Kooperation viel. »Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und die Dinge, die sich daraus ergeben«, sagt der Spenger Unternehmer.

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