Rödinghauser Kommunalpolitiker sollen entscheiden – viele Bürger haben Wunsch nach festem Behälter geäußert
Gelber Sack oder Gelbe Tonne?

Rödinghausen (WB) -

Soll der Gelbe Sack in Rödinghausen einer Tonne weichen? „Es gab immer wieder den Wunsch seitens der Bürger, dass wir auf eine Tonne umsteigen – das war besonders Thema, als wir im vergangenen Jahr die anderen Tonnen ausgetauscht haben“, erklärt Rödinghausens Sprecher Thomas Klüter.

Sonntag, 07.02.2021, 05:55 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 06:00 Uhr
Noch wird der Verpackungsmüll in Rödinghausen über den Gelben Sack entsorgt. Das könnte sich aber bald ändern. Foto: dpa/Marijan Murat

Daher steht das Thema jetzt auf der Tagesordnung des Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität. Am Montag, 8. Februar, werden die Kommunalpolitiker die Vor- und Nachteile abwägen.

Eine Umstellung könnte frühestmöglich zum 1. Januar 2022 erfolgen. Danach wäre die Umstellung erst 2024 wieder möglich. „Da das Ganze aber etwas Vorlauf braucht, ist eine politische Entscheidung schon zum jetzigen Zeitpunkt erforderlich“, so Klüter.

Seitens des Entsorgers Reclay wurde der 28-tägliche Leerungsrhythmus von 120-, 240- und 1100-Liter-Behältern vorgeschlagen. Für die Umstellung von Sack auf Tonne würden der Gemeinde keine Kosten entstehen. Die Kosten der Gelben Tonne tragen die Dualen Systeme. „Die Finanzierung erfolgt über den Verkaufspreis der Produkte. Es entstehen daher keine weiteren Kosten für Abholung und Entsorgung für den Verbraucher“, erklärt Thomas Klüter. Letztlich bezahlt der Verbraucher also beim Kauf jedes verpackten Produktes die Entsorgungskosten der Verpackungen.

Für die Ausschusssitzung hat die Gemeinde schon einmal die Vor- und Nachteile in einer Tabelle gegenüber gestellt. Für den Gelben Sack spricht die flexible Aufnahmekapazität, das Volumen ist nicht begrenzt. Zudem sind Fehlbefüllungen leicht erkennbar. Hat man einmal einen Entsorgungstermin vergessen, kann der Müll problemlos bei der nächsten Abfuhr mitgenommen werden.

Allerdings können Gelbe Säcke bei Wind oder Sturm durch die Gegend wehen, sie können durch Tierverbiss beschädigt werden, was wiederum zu Verschmutzungen der Grundstücke und des öffentlichen Raumes führt.

Wem ist es noch nicht passiert? Säcke können beim Transport reißen – eine ärgerliche Angelegenheit. Die Dicke der Säcke wird übrigens über eine Ausschreibung vorgegeben. Sie basiert auf der Annahme, dass nur Leichtverpackungen eingefüllt werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Säcke immer mal wieder für andere Nutzungen zweckentfremdet werden.

Die Tonne hingegen ist ein festes, witterungsbeständiges Behältnis, sorgt für ein sauberes, ansprechenderes Ortsbild und es können die Kunststoffsäcke gespart werden – ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, den sich ja auch Rödinghausen auf die Fahnen schreibt. Für den Bürger ist keine Sortierumstellung erforderlich, da weiterhin Leichtverpackungen gesammelt werden.

Wertstofftonne

Neben dem Gelben Sack oder der Tonne gibt es noch die Option, eine so genannte Wertstofftonne zu nutzen. „In diese kann neben Verpackungsmüll beispielsweise auch Metall eingefüllt werden“, erklärt Thomas Klüter. Die Einführung einer solchen Wertstofftonne kann allerdings nur kreiseinheitlich für den gesamten Kreis Herford erfolgen. Bislang konnte hierüber keine Einigung erzielt werden, wobei Beratungen zu diesem Thema zukünftig weitergeführt werden.Daher ist diese Variante aktuell nicht relevant für die Gemeinde Rödinghausen.

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Vielleicht für Rödinghausen nur in wenigen Fällen, in größeren Kommunen mit Wohnblocks aber durchaus relevant: Es wird eine zusätzliche Stellfläche für die Gelbe Tonne benötigt. Platzprobleme kann es gerade bei Mehrfamilienhäusern durch die großen Vier-Rad-Behälter geben.

„In Verwiegekommunen – wie auch Rödinghausen eine ist – könnte es wegen der fehlenden Transparenz zu vermehrten Fehlbefüllungen kommen“, heißt es in der Vorlage.

In Kommunen, die den Müll wiegen und die die Gelbe Tonne schon eingeführt haben, soll es immer mal wieder vorgekommen sein, dass Bürger beispielsweise Bauschutt eingefüllt und Verpackungsmüll drüber gelegt hätten, um so die Kosten beim Verwiegen der Rest-Mülltonne zu sparen.

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