Die Ausweisung von 77 Hektar Vorrangfläche für Gewerbe und 42 Hektar für Wohnbebauung stößt auf Kritik
Bürgerinitiative protestiert gegen Flächenfraß

Rödinghausen (WB) -

Wie verändert sich Rödinghausen in den kommenden 20 Jahren? Der Entwurf des Regionalplans ist Ende Januar erstmals in einem politischen Gremium öffentlich diskutiert worden. Doch bereits vor der Präsentation im Gemeindeentwicklungsausschuss formiert sich Widerstand.

Donnerstag, 04.02.2021, 05:12 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 14:26 Uhr
Westlich und östlich des Küchenmöbelherstellers Häcker weist der Entwurf des Regionalplans OWL Vorrangflächen für Gewerbe aus. Foto: Hilko Raske

Vor allem die Ausweisung von 42 Hektar Vorrangfläche für Wohnbebauung und 77 Hektar für Industrie und Gewerbe stößt auf massive Kritik. Inzwischen haben sich mehr als 100 Bürger aus dem Norden der Gemeinde zur Bürgerinitiative „Stoppt den Flächenfraß“ zusammengeschlossen.

Treibende Kraft dahinter ist Paul Langenbach, der im Ortsteil Schwenningdorf wohnt. Was hat ihn dazu bewegt, sich gegen den Entwurf des Regionalplans zu engagieren? „Der Punkt war eigentlich, dass ich gesehen habe, was in Rödinghausen alles an möglicher Industriefläche vorgesehen ist“, sagt er. Und fügt hinzu: „Wenn der Bürgermeister uns erzählt, dass man nur einen Bedarf von 22 Hektar hat und es sich bei den dargestellten 77 Hektar um potenzielle Flächen handelt, dann bin ich misstrauisch.“

Die Gemeinde spreche zwar von Bürgerfreundlichkeit – man sei in der Vergangenheit aber immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Es heißt zwar, alles wäre nichts Konkretes, es würde sich erst um einen Entwurf handeln. Aber in meiner Nachbarschaft, zwischen der Bünder Straße und der Bahnhofstraße, ist der Bürgermeister mit Grundstücksbesitzern in Verhandlung getreten, um die Flächen zu kaufen.“

Außerdem sei erst kürzlich das Haus Hörstermeier an der Bünder Straße von der Gemeinde gekauft und abgerissen worden. Ein Gebäude, das sich auf einer möglichen Erweiterungsfläche für den Küchenmöbelhersteller Häckers befinde, hält Langenbach fest.

Wenn man die potenziellen Gewerbeflächen nicht über kurz oder lang bräuchte, müsste man sie erst gar nicht im Planentwurf aufnehmen, gibt Langenbach zu Bedenken. „Ich befürchte, dass man irgendwann auch die Vorranggebiete nutzt. Ich kenne das so, dass man in der Gemeinde Rödinghausen schnell Flächen umwandelt – das ist bislang schon einige Male geschehen.“

Man wolle keine Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg, sagt Langenbach. „So etwas schafft doch nur Ärger und Politikverdrossenheit.“ Diese Einstellung würden die anderen Mitwirkenden in der Bürgerinitiative teilen.

Es betreffe nicht nur den Norden, wo im Entwurf des Regionalplans an der Bünder Straße große potenzielle Gewerbeflächen zu finden sind. „Wir stehen in Kontakt zu Bürgern, die diese Vorranggebiete für den Bereich Ballerina und Camp Ostkilver kritisieren.“

Kein Verständnis haben die Mitglieder der Bürgerinitiative dafür, dass Stellungnahmen zum Regionalplanentwurf spätestens bis zum 31. März bei der Bezirksregierung eingereicht werden müssen. „Corona bedingt können wir uns derzeit nicht versammeln, können keine Informationsveranstaltungen durchführen. Dadurch werden praktisch unsere Grundrechte außer Kraft gesetzt.“

Die Frist für Stellungnahmen müsse deshalb nach hinten verschoben werden. „Wer drängt denn da so? Nach meinem Kenntnisstand sind in Rödinghausen derzeit keine Industriebauten geplant.“

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