Ausbruch in Seniorenheim: Zwölf Bewohner und zwei Mitarbeiter sind am Virus erkrankt – Niemand zeigt bislang Symptome
Erst geimpft, dann corona-positiv

Rödinghausen (WB) -

Bislang war das Rödinghauser Seniorenheim Haus am Wiehen von Corona-Infektionen verschont geblieben. Nun aber haben sich zwölf der 90 Bewohner mit dem Virus angesteckt, dazu zwei Mitarbeiter. Erst Ende Dezember waren fast alle Senioren und die Belegschaft geimpft worden.

Mittwoch, 06.01.2021, 18:45 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 22:38 Uhr
Im Rödinghauser Haus am Wiehen sind zwölf Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden. Foto: Daniel Salmon

„Am 28. Dezember hatten wir unsere regelmäßigen Schnelltests bei uns im Haus durchgeführt. Alle waren negativ ausgefallen“, erklärt Klaus Watermann, Geschäftsführer der Praetorius AG, die das Seniorenheim betreibt. Tags darauf sei ein mobiles Impfteam des Kreises Herford angerückt. „Bis auf drei Personen wurde jeder geimpft“, so Watermann, der selbst auch die erste Dosis der zweistufigen Schutzimpfung erhalten hatte.

Am folgenden Sonntag, 3. Januar, standen erneut Schnelltests an. „Da wurden zwei Bewohner positiv auf das Virus getestet“, erklärt Watermann, der umgehend das Kreisgesundheitsamt einschaltete. Die daraufhin angeordneten und genaueren PCR-Testungen aller Bewohner und der kompletten Belegschaft bestätigten die nun bestätigte Anzahl an Infektionen. Die Ergebnisse waren bereits am vergangenen Montag bekanntgeworden. Dass die positiven Schnelltests eine Reaktion auf den Impfstoff sein könnten, halten Experten übrigens für wenig wahrscheinlich.

„Die Betroffenen befinden sich jetzt natürlich alle in Quarantäne“, teilt der Heim-Geschäftsführer mit. Keiner der ausnahmslos über 80-jährigen Heimbewohner würde Covid-19-Symptome zeigen. „Niemand hat Fieber oder leidet unter dem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns.“ Watermanns Hoffnung ist nun, „dass wir dank der Impfungen mit einem blauen Auge davonkommen“.

Er vermutet, dass das Virus entweder von Angehörigen der Bewohner oder von Mitarbeitern ins Haus am Wiehen gebracht worden sei: „Das sind für mich die einzigen beiden logischen Erklärungsmöglichkeiten.“

Klaus Watermann legt Wert darauf, zu betonen, dass die Hygienestandards in der Rödinghauser Einrichtung seit Ausbruch der Pandemie auf einem hohen Level gehalten würden. „Wir halten uns streng an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und befolgen natürlich die Vorgaben aus der Politik.“ Die jeweils zum Tragen kommenden Konzepte würden sich zudem stets eng an dem gerade vorliegenden Infektionsgeschehen orientieren.

Neben dem Rödinghauser Seniorenheim betreibt die Praetorius AG drei weitere Einrichtungen in Bünde: Die beiden Altenpflegeeinrichtungen Ravensberger Residenz und Ravensberger Stift (je 84 Bewohner) sowie das Haus Ravensberg, das 24 Menschen mit psychischen Erkrankungen ein Zuhause bietet. Watermann: „Diese drei Häuser sind seit Beginn der Pandemie coronafrei. Der Großteil der Bewohner in den Seniorenheimen ist am 1. Januar und am 4. Januar geimpft worden.“ Die Impfungen im Haus Ravensberg sollen vermutlich am Monatsende erfolgen.

Bereits im vergangenen November war es im Pflegeheim Wiehengebirgshof in Melle-Markendorf, kaum 500 Meter Luftlinie vom Rödinghauser Haus am Wiehen entfernt, zu einem Covid-19-Ausbruch gekommen, bei dem sich ein Großteil der Bewohner infiziert hatte.

Zu Hotspots im Kreis Herford hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten zwei Altenwohnheime in Löhne-Mennighüffen und in Enger entwickelt. Zahlreiche Senioren erkrankten dort an Corona. In der Einrichtung in Löhne starben in der Folge 18 Menschen, sechs Todesfälle wurden in dem Engeraner Pflegeheim in Zusammenhang mit dem Virus gebracht.

 

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