Rödinghauser Freikirchen beziehen zum nicht corona-konformen Gottesdienst in Herford Stellung
„Das ist ein absolutes No-Go“

Rödinghausen (WB) -

Die nicht corona-konforme Gottesdienstfeier der freikirchlichen Gemeinde Jesu Christie aus Herford-Falkendiek hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. „So was ist gar nicht cool – gelinde gesagt“, meint daher auch Pfarrer Johannes Heicke vom Pfarrbezirk Schwenningdorf-Rotenhagen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

Mittwoch, 06.01.2021, 05:50 Uhr

 

Wie berichtet, sollen 156 Mitglieder der Herforder Gemeinde bei ihrer Zusammenkunft am letzten Samstag die geltenden Abstands- und Hygieneregeln missachtet haben. Die Polizei rückte aus, löste die Versammlung auf und verhängte Corona-Bußgelder gegen die Beteiligten.

Pfarrer Heicke aus Rödinghausen hat wenig Verständnis für eine Veranstaltung mit so vielen Beteiligten bei der aktuellen Pandemielage. „So etwas ist in der aktuellen Situation völlig unangemessen“, sagt er. Die Schwenningdorfer SELK-Gemeinde selbst verzichtet bereits seit einigen Wochen auf Präsenzgottesdienste. „Das hat unser Kirchenvorstand so entschieden. Bis mindestens zum 10. Januar gibt es keine Veranstaltungen. Und auch dann werden wir erst die Regelungen der neuen Corona-Schutzverordnung abwarten und uns dann dazu beraten.“

Per se ist Pfarrer Heicke übrigens nicht dafür, komplett auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. „Wir haben in Schwenningdorf tatsächlich mit uns gerungen, was die Aussetzung der Veranstaltungen angeht. Ich selbst bin auf dem Standpunkt, dass man abwägen muss zwischen der körperlichen und der seelischen Gesundheit. Und ich glaube fest daran, dass das, was Kirche zu bieten hat, der seelischen Gesundheit gut tut.“

So halte er es durchaus für vertretbar, Gottesdienste zu feiern – gerade zur Weihnachtszeit. „Das haben wir bei unserer Gemeinde in Rotenhagen auch getan. Es waren allerdings nur neun Personen anwesend und auf die Einhaltung sämtlicher Corona-Vorgaben wurde penibel geachtet. Sich nicht an die Schutzverordnung zu halten, ist allerdings ein absolutes No-Go.“

Zumal es mittlerweile auch andere Möglichkeiten gebe, Gottesdienste „auf Abstand“ zu feiern. „An Heiligabend haben wir für Schwenningdorf einen Telefongottesdienst mit Krippenhörspiel angeboten. 30 Personen haben mitgemacht“, so Pfarrer Heicke.

Pastor Adilson Fritz von zweiten freikirchlichen Gemeinde in Rödinghausen – der Gemeinde der Christen – meint zu dem Thema: „Wir sollten uns alle an die geltenden Regeln halten. Wir wollen doch, dass die Pandemie so schnell wie möglich vorbei ist. Dazu sollten alle ihren Beitrag leisten – auch die Kirchen.“ Während des ersten Lockdowns im März und auch in der Weihnachtszeit habe seine Gemeinde auf Präsenzveranstaltungen daher verzichtet, stattdessen auch auf Online-Angebote gesetzt.

„Jetzt haben wir unser Gottesdienstangebot aber wieder hochgefahren“, erklärt Fritz. Bereits am 3. Januar habe man im neuen Gemeindezentrum an der Bünder Straße die ersten beiden Gottesdienste gefeiert. „In Rücksprache mit den zuständigen Ämtern und unter Einhaltung aller Auflagen natürlich. Die Abstände können wir gewährleisten, maximal 60 Personen könnten pro Veranstaltung zu uns kommen. Diese Zahl wurde aber gar nicht ausgereizt. Die Gottesdienste dauern zudem nur 45 Minuten. Und natürlich muss man sich für eine Teilnahme vorher anmelden“, sagt der Pastor. Zudem verfüge das Gemeindezentrum über eine neue Lüftungsanlage. Auch am kommenden Sonntag sollen dort erneut Gottesdienste stattfinden.

 

Keine Verstöße

Bereits seit einigen Monaten stünden sämtliche Religionsgemeinschaften in der 10.000-Einwohner-Kommune im Austausch mit der Rödinghauser Gemeindeverwaltung, was die Ausrichtungen von Veranstaltungen in Gotteshäusern angeht, sagt Gemeindesprecher Thomas Klüter auf Anfrage dieser Zeitung. Es habe auch Kontrollen in Gotteshäusern gegeben, Verstöße seien vonseiten des Rödinghauser Ordnungsamtes aber nicht festgestellt worden. Hygiene- und Abstandskonzepte seien stets beachtet worden „Vor allem bei der Abstimmung und Planung von möglichen Weihnachtsgottesdiensten haben dann auch intensive Gespräche unseres Ordnungsamtes mit allen Gemeinden stattgefunden.“ Sämtliche Präsenzgottesdienste rund um die Adventszeit seien in Rödinghausen wegen der Schutzverordnung und des Verantwortungsbewusstseins aller Beteiligten aber ohnehin abgesagt worden.

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