Rat macht Weg für Vorhaben in Schwenningdorf frei – Kritik von der CDU-Fraktion
Grünes Licht für Bauprojekte

Rödinghausen(WB). Mehr Platz für Wohnbebauung, die Feuerwehr und Geschäfte in Schwenningdorf: Der „alte“ Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den Weg für einige größere Bauprojekte frei gemacht.

Mittwoch, 04.11.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 18:30 Uhr
Das Areal rund um diesen Bauernhof an der Bünder Straße soll künftig bebaut werden. Foto: Hilko Raske

Die Nachfrage nach Bauplätzen in der Kommune sei nach wie vor groß, wie Alt-Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, ausführte: „Nachdem es für die Neue Mitte Schwenningdorf weit mehr Bewerber als Bauplätze gab, erschließen wir dort jetzt den zweiten Bauabschnitt“, so das mittlerweile nicht mehr amtierende Gemeindeoberhaupt.

3,5 Hektar hat die kommunale Entwicklungsgesellschaft (KER) dafür jetzt gekauft. Die Fläche liegt nördlich der Bünder Straße, grenzt an das bereits erschlossene Baugebiet dort und ist im Regionalplan bereits als allgemeiner Siedlungsbereich ausgewiesen. Der Rat der Gemeinde hat die entsprechende Flächennutzungsänderung von landwirtschaftlichen Flächen in Wohnbauflächen und Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft und die Aufstellung eines Bebauungsplans einstimmig beschlossen. Die Erschließung der voraussichtlich mehr als 30 Bauplätze könne daher starten. Bis Ende September kommenden Jahres will die Kommune die rechtlichen Voraussetzungen für den Bebauungsplan Nr. 29 „Falkenweg“ schaffen. Im Anschluss könnten die Grundstücke dann vermarktet und bebaut werden. „Die Grundstücke sind in erstklassiger Lage. Neben dem schönen Blick auf das Wiehengebirge sind Kita, Grundschule und Gesamtschule zu Fuß zu erreichen, Bäcker und Supermärkte sind in unmittelbarer Nähe, die neue Außensportanlage und das Häcker Wiehenstadion ebenso“, führte der scheidende Bürgermeister in der Sitzung des Rates aus.

Weiteres Projekt

Aber auch an anderer Stelle in Schwenningdorf will die Gemeinde zusätzliche Bauflächen in der Größenordnung von rund zwei Hektar erschließen: Und zwar südlich der Bünder Straße auf einem derzeitigen Hofgelände. Mit privaten Investoren will die Verwaltung dort ein Vorhaben aus dem Jahr 2013 umsetzen und Raum für betreutes Wohnen schaffen. Das Planungsbüro IPW hatte dafür bereits ein städtebauliches Konzept für das Areal erarbeitet und im jüngst im Rödinghauser Entwicklungsausschuss vorgestellt.

Auf einer Teilfläche von rund 800 Quadratmetern soll dort das Feuerwehrhaus Schwenningdorf erweitert und somit in den Brandschutz und die Sicherheit der Bürger investiert werden. Knapp 3000 Quadratmeter der Fläche sollen für den Bau von Wohn- und Geschäftshäusern genutzt werden. Gut 7000 Quadratmeter werden für die Entwicklung von Senioren- und Service-Wohneinheiten durch örtliche Investoren bebaut. Auf einer weiterer Teilfläche von gut 6000 Quadratmetern im Süden des Areals will die KER „Dörfliches Wohnen“ ermöglichen und Grundstücke mit dem ländlichen Umfeld angemessenen Größen anbieten.

Zwar votierte der Gemeinderat auch in diesem Fall einstimmig für die notwendige Änderung des entsprechenden Bebauungsplans Nr. 18 „Südliche Bünder Straße“, Kritik gab’s am Vorgehen der Verwaltung allerdings vonseiten der CDU-Fraktion.

CDU-Kritik an Abläufen

In einer Stellungnahme kritisiert CDU-Ratsherr Thomas Heisel die Informationslage rund um die Änderung des Bebauungsplanes. Diese sei durch den scheidenden Bürgermeister Vortmeyer „wieder einmal ohne vorhergehende zwingend notwendige politische Diskussion kurz vor der Sitzungswoche den Fraktionsvorsitzenden präsentiert“ worden. „Die gesamte Planung einschließlich der für den Erwerb notwendigen Verträge wurden wieder mal gänzlich ohne den Rat oder die entsprechenden Ausschüsse durch den Bürgermeister veranlasst“, kritisiert der Christdemokrat. Das habe zur Folge gehabt, dass zum „wiederholten Male nur halbherzig gearbeitet und geplant wurde“. Heisel: „Es wurden wichtige nachbarschaftliche Faktoren vollständig außer Acht gelassen.“ Erst durch entsprechenden Hinweis des CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Lübeck wurde diese Nachlässigkeit erkannt und im Nachgang noch entsprechend bearbeitet.

Für eine weitere wirtschaftliche und vernünftige Entwicklung des Standortes Rödinghausen, respektive den Ortsteil Schwenningdorf, sei es aus CDU-Sicht notwendig, gemeinsam die Zukunft zu gestalten, um so von Beginn an ein optimales Ergebnis zu erhalten, betont Heisel abschließend.

 

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