Bäume mit Borkenkäferbefall aus dem Rödinghauser Wald entfernt
Fichteneinschlag im Wiehengebirge

Rödinghausen (WB). Ein großer Teil der Fichtenbestände im Rödinghauser Wald ist vom Borkenkäfer befallen. Förster Julian Schütz sorgt dafür, dass die schadhaften Bäume aus dem Wald kommen und startet noch im Winterhalbjahr mit der Wiederaufforstung.

Mittwoch, 30.09.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 09:18 Uhr
Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer und Bauhofleiter Andreas Paul (links) machen sich mit Förster Julian Schütz ein Bild von den Arbeiten.

„Durch schnelles Handeln können wir den Schaden für Wald und Waldbesitzer begrenzen und eher mit Neuanpflanzungen beginnen“, sagt Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer. Etwa 30 Prozent der 728 Hektar großen Waldfläche Rödinghausens bestehen aus Nadelbäumen, der überwiegende Teil ist Laubwald.

„Im Frühjahr bin ich noch davon ausgegangen, dass wir viele Fichten retten können, wenn wir die befallenen Bäume schnell aus dem Wald holen“, sagt Schütz, der für den Forstbetriebsbezirk Herford zuständig ist. Jetzt ist klar, dass ein großer Teil der Fichten nicht zu retten ist. Geschlagen, zügig abgefahren und nach Asien exportiert decken die Einnahmen der Waldbesitzer kaum mehr, als die Kosten für die Arbeiten im Wald. In Deutschland und in der EU gebe es keine Abnehmer mehr, da durch Stürme im Frühjahr und den Borkenkäfer sehr viel Holz auf dem Markt sei, erklärt Julian Schütz. „Durch das Überangebot sind die Preise weltweit stark gesunken. Statt 90 Euro pro Festmeter Fichtenholz gehen wir jetzt eher auf 30 Euro zu“, so der Förster.

Großes Gerät im Eald

Der Einschlag ist aber der einzige Weg, dem Schädlingsbefall zu begegnen. Auch um die Sicherheit im Wald zu gewährleisten und Spaziergänger und Sportler vor umstürzenden Fichten zu schützen. Schütz ist deshalb in Kontakt mit den Waldbesitzern und im Austausch mit dem Forstbetriebsverband, dem Zusammenschluss der 297 Rödinghauser, die Waldstücke besitzen. Der Förster ist vor Ort, kennzeichnet Bäume und koordiniert die Arbeiten des Forstbetriebs Bender aus Spenge.

Philip Bender und sein Team sind mit großem Gerät im Rödinghauser Wald. Ein EcoLog Harvester mit 286 PS, 200 Kilonewton Zugkraft und einer Kranreichweite von zwölf Metern packt die Stämme, kappt sie knapp über dem Boden, schält die Rinde ab und schneidet sie auf die gewünschte Länge. Sogenannte Skidder oder Rückeschlepper transportieren die Holzstämme dann und schichten Polder an Stellen auf, die von Lkw erreicht werden können. Auf etwa 15 Hektar schätzt Julian Schütz die Fläche im Rödinghauser Wald, auf der Fichten geerntet werden müssen. Nach dem Start nördlich vom Rödinghauser Dorfkern gehen die Arbeiten im Schwenningdorfer Wald weiter, anschließend bringen Förster und Forstbetrieb den Bierener Wald in Ordnung.

Douglasien und Küstentannen kommen

„Die ersten acht Hektar der Fläche werden wir noch in diesem Winterhalbjahr neu bepflanzen“, sagt Julian Schütz. Außerdem habe der Wald in mehreren Bereichen bereits angefangen, sich selbst zu verjüngen. „Dort pflanzen wir nicht neu sondern unterstützen die eigene Entwicklung “, so der Förster. Für die neuen Pflanzungen auf dem Rest der Fläche wird Julian Schütz Baumarten nutzen, die mit den zukünftigen klimatischen Gegebenheiten zurechtkommen. „Neben Laubbäumen pflanzen wir Douglasien und Küstentannen“, sagt der Förster.

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