Bürgermeisterkandidaten aus Rödinghausen stellen sich den Fragen der Redaktion
Trio ringt um Chefposten im Rathaus

Rödinghausen (WBsal/hr). Drei Kandidaten wollen bei der Kommunalwahl am 13. September in Rödinghausen Bürgermeister werden. Doch was sind ihre Ziele und Visionen für die Zukunft der Gemeinde? Die Redaktion dieser Zeitung hat mit Siegfried Lux (SPD), Tanja Maron (CDU) und dem parteilosen Bewerber Sven-Eric Adam gesprochen.

Mittwoch, 09.09.2020, 11:12 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 11:14 Uhr
Am kommenden Sonntag entscheidet sich, wer im Rödinghauser Rathaus die Nachfolge von Ernst-Wilhelm Vortmeyer antritt.

Weshalb glauben Sie, dass Sie für das Amt des Bürgermeisters geeignet sind?

Siegfried Lux: Da ich die erfolgreiche Arbeit des amtierenden Bürgermeister nun schon seit Jahren im Gemeinderat und in den unterschiedlichsten Ausschüssen und auch im Fraktions- und Ortsvereinsvorstand meiner Partei mitbegleitet habe, sind mir als Sparkassen-Betriebswirt nicht nur die Gemeindebilanzen und der Gemeindehaushalt mit allen Eigenbetrieben geläufig, sondern ich kann auf eine notwendigen und solide Erfahrung in der Ratsarbeit und im unmittelbaren Zusammenspiel mit der Verwaltung und der örtlichen Unternehmer- und Bürgerschaft vertrauen.

Für die SPD will Siegfried Lux (Jahrgang 1958) Rödinghauser Bürgermeister werden

Für die SPD will Siegfried Lux (Jahrgang 1958) Rödinghauser Bürgermeister werden

Sven Eric Adam: Durch meinen jetzigen Beruf als Kaufmann habe ich gelernt, kreativ zu arbeiten, in komplexen Zusammenhängen und betriebswirtschaftlich zu denken sowie meine Mitarbeiter zu motivieren und zu führen. Meine Freunde sagen, ich kann auf Menschen zugehen und ich kann gut zuhören, beispielsweise bei einem persönlichen Gespräch. Und ich bin parteilos. Ich möchte mich nicht einer Partei verpflichtet fühlen, sondern für alle Bürger da sein.

Tanja Maron: Wichtig ist, dass die Menschen im CDU-Vorstand und in der CDU-Fraktion meine Qualifikationen kennengelernt haben und mich als eine mitten im Leben stehende Frau dafür geeignet halten. Mein Beruf als Erzieherin vermittelt mir Einfühlungsvermögen und einen guten Umgang mit Menschen und Familien – eine sehr wichtige Qualifikation für das Bürgermeisteramt in unserer kleinen aber feinen Gemeinde.

Was verstehen Sie unter Bürgernähe?

Siegfried Lux: Mein Name steht dafür, die in und für unsere Gemeinde ehrenamtlich tätigen Menschen professionell zu unterstützen und damit die Zukunftsfähigkeit dieses Rödinghauser Wohlfühlfaktors zu sichern. Eine Gemeinde funktioniert nur mit aktiver Bürgerbeteiligung. Die Förderung des Ehrenamtes in den vielen Vereinen, Verbänden, Initiativgruppen und in der Feuerwehr muss – gerade jetzt und auch nach Corona – eine deutliche Aufwertung erfahren und bedarf einer gesonderten Unterstützung.

Sven Eric Adam: Auf unsere Bürger zuzugehen, auf ihre Sorgen und Probleme eingehen und lösungsorientiert die Aufgaben der Zukunft angehen. Ich möchte ein offenes und kundenorientiertes Rathaus, in das die Menschen gerne kommen, sich angenommen und verstanden fühlen und wo ihnen geholfen wird.

Sven Eric Adam (48) betreibt drei Edeka-Märkte und ist parteiloser Kandidat.

Sven Eric Adam (48) betreibt drei Edeka-Märkte und ist parteiloser Kandidat.

Tanja Maron: In der Bürgerschaft gibt es Gruppen, die traditionell den Kontakt zur Bürgermeisterin suchen. Das ist gut und soll auch so bleiben. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich nicht trauen und unsicher sind. Diesen Menschen will ich auch mein Ohr zuwenden. Werden Bitten und Anliegen an die Bürgermeisterin heran getragen, muss ich auch fragen, wie sich dies auf andere, etwa die Nachbarn, auswirkt. Erst dann kann im politischen Raum die Entscheidung vorbereitet werden. Bürgernähe kann auch in offenen Ortsteilversammlungen gelebt werden, wo jeder Anwesende sprechen darf.

Was läuft in Rödinghausen zurzeit schon recht gut?

Siegfried Lux: Rödinghausen hat von Haus aus eine sehr gute und moderne Infrastruktur. Im Betreuungsbereich haben wir in Rödinghausen dafür gesorgt, dass jedes Kind einen Kita-Platz bekommt und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestärkt wird. Umwelt- und Klimaschutz haben in Rödinghausen schon immer einen hohen Stellenwert gehabt, und als Vorreiter in der Region hat bei uns die erste Klimaschutzmanagerin im Kreis ihren Dienst aufgenommen.

Sven Eric Adam: Unsere Gemeinde hat sich unter der Führung des scheidenden Bürgermeisters Ernst-Wilhelm Vortmeyer gut und kontinuierlich entwickelt, wenn ich etwa an die Betreuung unserer Jüngsten, die Ausstattung unserer Schulen oder die sehr guten Freizeitangebote denke. Diese Entwicklung möchte ich gerne mit neuen Ideen und Zielen fortsetzen.

Tanja Maron: Dank guter Konzepte der ansässigen Gewerbetreibenden, die gerade während der Zeit der Pandemie greifen, haben wir gute Steuereinnahmen. Gut läuft in unserer Gemeinde auch die Ausstattung von Schülern mit iPads, um auch digitalen Unterricht durchzuführen und den Umgang mit neuen Medien zu fördern. Außerdem hat die Gemeinde eine Vielzahl von Ehrenamtlern, die sich in unterschiedlichsten Bereichen engagieren von denen wir alle profitieren.

Was muss in Rödinghausen verbessert werden?

Siegfried Lux: Mein Plan zur notwendigen Mobilitätsentwicklung wird ein neues und auch überregionales Radwegekonzept beinhalten. Die vorsorgliche Planung zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung für die Zukunft muss kurzfristig durch neue Gespräche mit allen örtlich Beteiligten und auch mit überörtlichen Stellen aufgenommen werden, wobei erste Gespräche schon geführt wurden.

Sven Eric Adam: Da möchte ich gerne auf mein Wahlprogramm hinweisen, in dem ich die Themen beschreibe, die ich für die Zukunft der Gemeinde für wichtig halte: Wohnraum schaffen und Wohneigentum fördern; das Ehrenamt unterstützen und Nachbarschaftshilfe aktivieren; Angst-Räume beseitigen, konsequent geltendes Recht umsetzen; ein Ansprechpartner und Förderer für ortsansässige Unternehmen und ansiedlungswillige Betriebe sein; Qualität als oberste Priorität in der Bildung verankern und die Modernisierung der Verwaltung fortsetzen.

Tanja Maron (48) ist Erzieherin, Mutter zweier Kinder und tritt für die CDU an. Foto: Tanja Maron: Bisher hat einer das Drehbuch geschrieben und den politischen Prozess inszeniert und aufgeführt. Freie ungebundene Entscheidungen sind dann Mangelware. So ist das demokratische Ringen um die beste Entscheidung dann verkümmert. Diese Sicht haben mir viele Bürger in Gesprächen bestätigt. Hier möchte ich später anders agieren. Und jetzt meinen Beitrag leisten für eine Beendigung der SPD-Mehrheit im Rat. Nur so können wir die nötige demokratische Kultur wiedererlangen.

Coronabedingt müssen die Kommunen mit geringeren Einnahmen rechnen. Wo würden Sie als erstes sparen und weshalb?

Siegfried Lux: Zur Zeit sind in Rödinghausen die coronabedingten Auswirkungen haushaltspolitisch eher nur in einem überschaubaren Rahmen zu spüren, da die in erheblichen Maß von der Gewerbesteuer geprägten Einnahmeseite des Haushaltes aufgrund des hohen Anteils von produzieren Gewerbes im Küchenmöbelbereich nicht sehr stark betroffen war. Vorausschauende Haushaltspolitik beinhaltet allerdings trotzdem, dass man in Zeiten, wo die Bildung von Rücklagen möglich ist, das dann auch verantwortlich umsetzt.

Sven Eric Adam: Ich halte es für sehr wichtig, den Menschen in unserer Gemeinde gerade in Krisenzeiten wie aktuell mit der Coronavirus-Pandemie zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass ihnen auch lokal geholfen wird. Wenn notwendig, wäre ich auch dazu bereit, dafür gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen über eine Neuverschuldung zu diskutieren, um die entsprechenden Maßnahmen zu finanzieren. Wir würden auch darüber reden, in wieweit bereits beschlossene Aufgaben zurückgestellt werden können, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist.

Tanja Maron: Die Frage ist gut, weil sie vor einem Wettlauf beim Geldausgeben schützt. Zuerst werde ich bei Neuinvestitionen sparen, weil ich dafür gegenwärtig keinen Bedarf sehe. Zum viel diskutierten neuen Rathaus: Genügt nicht ein Anbau an das alte repräsentative Rathaus, um dort die benötigten neuzeitlichen Sanitäranlagen unterzubringen? Und weil wir nicht wissen, wie unter Corona in 2021 unsere Finanzen aussehen, verbieten sich Großprojekte zugunsten vieler kleiner Maßnahmen, etwa in der Straßenunterhaltung.

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