Supermarktkunde hält Abstände nicht ein und will auf Polizisten losgehen Corona-Ärger im Aldi: Senior (63) ignoriert Schutzmaßnahmen

Rödinghausen (WB). Randale im Aldi in Bruchmühlen: Er verstieß mehrfach gegen die Corona-Schutzverordnung, beging Ladendiebstahl und wollte sogar Polizeibeamte schlagen – ein 63-Jähriger aus Melle hat jetzt gleich mehrere Anzeigen am Hals.

Von Daniel Salmon
Foto: Joern Hannemann

Etwa gegen 11 Uhr am Mittwochvormittag musste ein Polizeistreife zu dem Discounter an der Bruchstraße ausrücken. Ein Kunde des Marktes hatte zuvor mehrfach gegen die aufgrund der Virus-Pandemie verhängten Maßnahmen verstoßen. „Der 63-Jährige wollte sich keinen Einkaufswagen nehmen – was ja derzeit vorgeschrieben ist – und er hielt auch nicht den erforderlichen Abstand zu den anderen Supermarktkunden ein“, schildert Kreispolizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Mehrfach sei der Meller vom Personal des Marktes zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen ermahnt worden. „Doch dafür zeigte der Mann keinerlei Verständnis“, so die Beamtin weiter. Scheinbar habe er die von Bund und Land im Zusammenhang mit der Pandemie getroffenen Maßnahmen für übertrieben gehalten.

Mann attackiert Beamte

Damit aber noch nicht genug: Der völlig aufgebrachte Meller passierte mit seinem Einkauf schließlich den Kassenbereich des Aldi – daran, die Waren zu bezahlen, dachte er aber anscheinend gar nicht. Gegenüber den schließlich alarmierten Polizisten zeigte sich der Senior völlig uneinsichtig und aggressiv. „Er versuchte sogar, gegenüber den Kollegen handgreiflich zu werden“, erklärt Lah-Schnier.

Weil er sich nicht ausweisen konnte, nahmen die Beamten Beamten schließlich mit auf die Wache nach Herford. Doch auch während der Fahrt im Streifenwagen wollte der Meller die Ordnungshüter attackieren.

Erst auf der Wache habe sich die Situation dann laut der Polizeisprecherin allmählich entspannt. Die Beamten stellten die Personalien des renitenten Randalierers fest, setzten in danach wieder auf freien Fuß. Seine Uneinsichtigkeit könnte den 63-Jährigen nun teuer zu stehen kommen. Gegen ihn wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung, wegen Landendiebstahls und wegen Widerstands gegen Polizeibeamte gestellt.

Relativ wenige Vorfälle

Nach Angaben von Simone Lah-Schnier seien solche Vorfälle derzeit im Kreis Herford für die Polizei eher die Ausnahme. „Wir haben zwar immer mal wieder Einsätze, bei denen es um Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung geht. Meistens handelt es sich dabei aber darum, dass mehr Personen als erlaubt gemeinsam unterwegs sind“, erklärt die Polizeisprecherin.

Arbeit hatte den Einsatzkräften im Bünder Land zuletzt in der Nacht auf Mittwoch eine sogenannte Corona-Party in Kirchlengern beschert . Fünf Personen hatten dort an einem Kanu-Anleger mit Alkohol gefeiert. Auch gegen sie wird nun wegen Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen – und teils wegen weiterer Vorwürfe – ermittelt.

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