Rödinghausen: Planung geht der CDU-Fraktion nicht weit genug
Privater Solarstrom wird gefördert

Rödinghausen (WB). Die Gemeinde Rödinghausen möchte Hausbesitzer mit Bestandswohnungen beim Bau von Anlagen für erneuerbare Energien unterstützen. Der Rat der Gemeinde hat beschlossen, über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 127.500 Euro zur Förderung privater Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Solarthermie zur Verfügung zu stellen.

Mittwoch, 02.10.2019, 11:08 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 16:52 Uhr
Die Mittel sind so berechnet, dass etwa 20 Photovoltaikanlagen pro Jahr gefördert werden können. Die Fördersumme pro Anlage sollte bei bis zu 500 Euro liegen. Foto: dpa

Die Mittel sind so berechnet, dass etwa 20 Photovoltaikanlagen pro Jahr gefördert werden können. Die Fördersumme pro Anlage sollte bei bis zu 500 Euro liegen. Ergänzend sollten auch Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen mit bis zu 300 Euro gefördert sowie Solarthermie-Anlagen mit bis zu 350 Euro.

Begleitet wird die Antragstellung von einer verpflichtenden, von der Gemeinde finanzierten Energieberatung. Der unabhängige Energieberater ist auch anschließend für die Kontrolle und Bestätigung der Anlagen-Installation zuständig. Für diese Beratungen fallen für die Gemeinde Kosten in Höhe von 6000 Euro an.

CDU gegen Vorhaben

Die CDU stimmte gegen diese Förderung. »Wir wollen ganz klar auch regenerative Energien unterstützen. Uns geht diese Maßnahme aber nicht weit genug«, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Lübeck. Es handele sich um relativ kleine Summen, die zwar ein nettes Zubrot für den Bau einer solchen Anlage seien, aber die Bürger sicher nicht beeinflussen würden, eine Photovoltaikanlage zu bauen. »Wir stellen uns eine Bürgersolaranlage auf einem Dach eines gemeindeeigenen Gebäudes vor, wie wir schon eine haben«, so Lübeck weiter.

Karin Menke, SPD-Fraktionsvorsitzende, entgegnete, dass eine Bürgersolaranlage eine gute Idee sei, dieser Vorschlag aber von den Bürgern kommen sollte. Sie plädierte dafür, kleinere Anlagen von Privatleuten zu fördern. Siegfried Lux (SPD) meinte, dass man erst einmal mit der geplanten Förderung starten wolle. »Das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Da können wir noch aufsetzen«, sagte er. Thomas Heisel (CDU) rechnete vor, welche Vorteile eine Bürgersolaranlage habe. »In zehn Jahren hat unsere vorhandene Anlage 273 Tonnen CO2 eingespart und 390.000 Kilowattstunden Strom erzeugt.«

Anlage auch auf Schuldach

Ingo Tschaschnig (WiR) meinte: »Es ist keine Entweder-Oder-Frage. Eine Bürgersolaranlage kann eine Ergänzung sein. Sind die Förderbeträge zu klein und werden deshalb nicht abgerufen, müssen wir überlegen, diese nachzujustieren.« Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer sagte, dass es in Rödinghausen viele Bürger mit Eigentum gebe, bei denen gerade jetzt die energetische Sanierung oder die Installation einer neuen Heizungsanlage anstehe. Daher hielt er die geplante Förderung für sehr sinnvoll. Er wies auch auf Planungen hin, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Grundschule in Schwenningdorf zu errichten. Dort soll die Anlage aber so gebaut werden, dass sie genau den Energiebedarf des Gebäudes deckt.

Der Förderung regenerativer Energien bei Privatleuten stimmten die Fraktionen mit Ausnahme der CDU zu.

Ziele des Klimaschutzkonzepts

Die Gemeinde Rödinghausen ist mit einem Anteil von 28 Prozent regenerativer Energien am gesamten Stromverbrauch vergleichsweise gut aufgestellt. Im Klimaschutzkonzept vorgesehen ist aber eine deutliche Steigerung dieses Wertes (perspektivisch auf 60 Prozent).

»Da die aktuellen landes- und bundesweiten Rahmenbedingungen den Bau der im Klimaschutzkonzept vorgesehenen Windkraftanlagen verhindern, kann eine Steigerung der erneuerbaren Energien derzeit am effektivsten über die Steigerung der Photovoltaik erfolgen«, heißt es in der Sitzungsvorlage. Laut Energiebericht 2018 für die Gemeinde Rödinghausen (Westfalen Weser Netz 2018) waren im Jahr 2017 278 Photovoltaik-Anlagen in Rödinghausen installiert, die etwa 2.800 MWh ins Netz einspeisten. Das Klimaschutzkonzept sieht eine Verdoppelung der Anlagenzahl beziehungsweise der Einspeisemenge vor. Im Mittel wurden in der jüngsten Vergangenheit 14 Anlagen pro Jahr installiert, das ergäbe 112 weitere bis 2025.

 

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