Bierener Bahnunterführung: CDU unterstützt WiR-Vorstoß
Denkmalschutz wird geprüft

Rödinghausen  (WB). Sollte die Bahnunterführung in Bieren zum Denkmal erklärt werden, hätte das Auswirkungen auf die geplante Sanierung der Bahnhofstraße. Das wurde in der Sitzung des Rödinghauser Gemeinderates deutlich.

Samstag, 06.04.2019, 13:00 Uhr
Die Bahnunterführung in Bieren wurde 1899 erbaut. Eine baugleiche Brücke im Bünder Stadtteil Holsen war bereits vor geraumer Zeit unter Denkmalschutz gestellt worden. Foto: Kathrin Weege

Auf den Weg gebracht hatte einen entsprechenden Antrag die WiR-Fraktion . Diese betrachtet die 1899 erbaute Steinbogenbrücke als ein den Ortsteil prägendes Bauwerk. WiR-Sprecher Ingo Tschaschnig sagte am Donnerstagabend, dass es sich bei einer möglichen Unterschutzstellung um eine gebundene Entscheidung handele. Letztlich kläre das LWL-Denkmalamt per Gutachten die mögliche Eintragung in die Denkmalliste.

Aktuell plant der Kreis Herford, die Bahnhofstraße – sie wurde während der Arbeiten an der Hansastraßenbrücke als Ausweichstrecke genutzt und ist nun in einem schlechten Zustand – wieder herzurichten. Fünf mögliche Ausbauvarianten wurden dafür bislang erarbeitet. In Betracht gezogen wird dabei auch eine Verbreiterung der Bahnunterführung.

Rückendeckung bekam der WiR-Vorstoß von der CDU. Fraktionschef Thomas Lübeck erklärte: »Wenn die Unterführung unter Schutz gestellt wird, käme eine Neubau nicht mehr in Betracht. Und ich glaube, das ist auch richtig so.« Der Christdemokrat ging noch einen Schritt weiter, als er forderte: »Wir sollten gleich die ganze Bahnhofstraße unter Schutz stellen. Das ist eine Allee mit Seltenheitscharakter.« Lübeck schlug vor, einfach die Fahrbahn sanieren zu lassen und warnte zugleich vor einer Zunahme des Verkehrs in dem Bereich, sollte die Unterführung verbreitert werden.

Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer wies darauf hin, dass die Diskussion vor allem um die Unterschutzstellung der Steinbogenbrücke, nicht aber der ganzen Straße gehen solle. Er kritisierte zugleich, dass etwa in den Sozialen Netzwerken im Internet bereits suggeriert worden sei, dass für die Bahnhofstraße auf jeden Fall eine große Ausbauvariante kommen solle. »Der Kreis hat noch nichts beschlossen. Er hat einzig gesagt, dass er Finanzmittel für die Planung zur Verfügung stellt«, so Vortmeyer.

Alleebäume sollen nicht gefällt werden

Ferner betonte das Gemeindeoberhaupt, dass unabhängig von der später realisierten Ausbaustufe der Straße keiner der Alleebäume gefällt werden solle. Bislang sei das Anliegen von Kreis und Kommune vor allem gewesen, bei einer Sanierung eine Lösung für die schwächeren Verkehrsteilnehmer – also Fußgänger und Radler – zu finden, also etwa die Anlage eines Radweges. Auch die dortigen Bushaltestellen sollten sicherer gestaltet werden.

Karin Menke (SPD), selbst Bierenerin, verwies auf die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahmen: »Ich nutze die Unterführung häufiger, oft mit einem unguten Gefühl. Mit dem Rad würde ich dort gar nicht langfahren, weil viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind.«

Letztlich entschied der Rat, die Zuständigkeit in der Sache dem Hauptausschuss zu übertragen. Die Verwaltung wird dem Gremium dann das Ergebnis der durchzuführenden Prüfung der Denkmalwürdigkeit mitteilen.

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