Gesamtschule Rödinghausen mit drei Projekten bei »Jugend forscht« vertreten
Stimmen die alten Bauernregeln?

Rödinghausen  (WB). Erwarten uns tatsächlich sieben Wochen schlechtes Wetter, wenn es am Siebenschläfertag regnet? Ob die alten Bauernregeln auch für das Wetter in Bruchmühlen gelten, hat Florian Schwitters (15) überprüft. Der Zehntklässler besucht die Gesamtschule Rödinghausen.

Freitag, 08.02.2019, 11:02 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 12:28 Uhr
Finn Imbrock, Florian Schwitters und Svea Oehler (von links) beteiligen sich mit eigenen Projekten am Wettbewerb »Schüler experimentieren/Jugend forscht«. Vorgestellt werden ihre Beiträge für die Öffentlichkeit am 16. Februar, 14 bis 16 Uhr, in der Kundenhalle der Sparkasse Herford (Auf der Freiheit 20). Foto: Hilko Raske

Sein Forschungsprojekt »Der Wetterfrosch von Bruchmühlen« ist eines von dreien, mit denen die Schule am Wettbewerb »Schüler experimentieren/Jugend forscht« teilnimmt.Das Wetter hat es Florian angetan. Seit 2015 sammelt er mit einer eigenen Wetterstation, die sich im Elternhaus in Bruchmühlen befindet, Daten zum Thema Sonnenlicht, Niederschläge, Temperaturen und Windgeschwindigkeit. Für jeden Monat erstellt Florian eine Zusammenfassung, die ermittelten Werte hat er in Form von Diagrammen aufgearbeitet. Und mit diesen Daten hat er die bekanntesten Bauernregeln auf ihre Gültigkeit hin überprüft. »Eine dieser Regeln besagt, dass es während der Eisheiligen – also vom 11. bis 14. Mai – immer  noch zu Frost kommen kann. Für Bruchmühlen habe ich aber festgestellt, dass der letzte Frost meistens schon vor diesem Datum ist.«

Siebenschläferregel ist verlässlich

Verlässlicher sei da schon die Siebenschläferregel. »So wie das Wetter an diesem Tag ist, ist es dann meistens auch in den folgenden zwei bis drei Wochen.« Ganz präzise Aussagen kann Florian zum kältesten und heißesten Tag  seit 2015 in Bruchmühlen machen. »Die waren im vergangenen Jahr. Am 7. August habe ich 37 Grad gemessen, Anfang März waren es minus 11 Grad.«

Was lebt in der »Kleinen Aue«

Mit einem eigenen Projekt beteiligt sich auch Svea Oehler (11) am Wettbewerb. Die Schülerin hat Untersuchungen in dem Bach »Kleine Aue« vorgenommen, der an das Grundstück ihrer Eltern grenzt. Sie wollte mehr über das Leben in dem Bach herausfinden. Dafür stellte ihr die Gesamtschule ein sogenanntes »Sea-Scope«, ein Teleskop für Unterwasserforschungen, zur Verfügung. Seit Anfang Oktober des vergangenen Jahres überprüfte sie die Wassertemperatur, die Fließgeschwindigkeit und die Wasserstandshöhe. »Ich habe Tiere im Bach entdeckt, von denen ich gar nicht wusste, dass sie darin leben: Glanzwürmer und Bachflohkrebse«, erzählt die Schülerin. Sie habe herausgefunden, dass der Bach die Wassergüteklasse 2 habe – »die Qualität ist also gut.«

Vielseitiger Trecker

Der praktische Nutzen steht bei dem Wettbewerbsbeitrag von Finn Imbrock (13) im Vordergrund. Er hat einen Trecker konstruiert, der vielseitig einsetzbar ist. Das Vorbild dazu hat kennengelernt, als er mit seinen Eltern Urlaub in Ostdeutschland machte. »Dort habe ich einen Trecker mit Kipplader vorne gesehen. Er kann beispielsweise mit mehreren   Eggen ausgestattet werden.«   Diesen Trecker habe er mit seinem Vater als Modell nachgebaut und um einige Gerätschaften ergänzt. Besonders für kleine landwirtschaftliche Betriebe oder Nebenerwerbslandwirte sei ein solch vielseitiges Nutzfahrzeug von Interesse.  Er eigne  sich hervorragend für eine extensive, also die Natur schonende Landwirtschaft. Damit könne man eggen, säen oder Getreide mit dem Kipplader transportieren. »Der Umbau des Treckers ist einfach, außerdem ist er mit seinen Aufbauten platzsparend.«

Begleitet wurden die drei Projekte durch Lehrer Jochen Dilger, der an den Gesamtschule Naturwissenschaften unterrichtet. Jeweils eine Stunde pro Woche sei den Wettbewerbsbeiträgen gewidmet gewesen. »Dabei geht es nicht darum, fertige Lösungen zu präsentieren. Im Gegenteil: Probleme sind ausdrücklich erwünscht – das macht Forschung aus.«

Von Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer gab es für die drei Wettbewerbsteilnehmer übrigens ein Präsent von der Gemeinde. Er lobte das Engagement der Jugendlichen, die in der Umsetzung ihrer Forschungsprojekte durch die Schule unterstützt würden.

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