Küchenbranche: Bauformat und Siematic haben bereits reduziert
Häcker plant Kurzarbeit

Rödinghausen (WB/jmg). Beim Küchenhersteller Häcker in Rödinghausen könnte bald Kurzarbeit gelten. Das bestätigte Unternehmenssprecher Karsten Bäumer gestern auf Anfrage.

Dienstag, 05.02.2019, 07:58 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 08:00 Uhr
Das Häcker-Werk in Rödinghausen. Foto: Oliver Schwabe

Grund dafür seien branchenübliche konjunkturelle Schwankungen zu Jahresbeginn – und das im Aufbau befindliche Werk in Ostercappeln-Venne. In Hinblick auf die Inbetriebnahme habe man sich bereits personell verstärkt, erklärte Bäumer. Dadurch komme es zu Überkapazitäten. In dem neuen Logistik- und Produktionsstandort mit 215.000 Quadratmetern Fläche sollen ab Herbst 2020 etwa 450 Mitarbeiter beschäftigt sein. Dort liege Häcker »vollends im Zeitplan«.

Antrag sei gestellt

Noch greife die Kurzarbeit nicht, doch der Antrag sei gestellt, sagte Bäumer. Von der Reduzierung der Arbeitszeit könnte nach Unternehmensangaben ein Teilbereich der Produktion Klassik betroffen sein. Dort könnte dann 35 statt der üblichen 40 Stunden pro Woche gearbeitet werden, heißt es. Mit Blick auf die jahreszeitbedingten Schwankungen sagte Bäumer: »Im vergangenen Jahr haben wir das durch den ›Alno-Effekt‹ nicht so stark gemerkt.« Die Mitbewerber hätten durch die Insolvenz des Pfullendorfer Küchenherstellers, zu dem auch die abgewickelte Tochter Wellmann in Enger gehörte, ein Auftragsplus verzeichnet.

Doch nicht nur Häcker ist von der Flaute betroffen. Die Küchenfirma Bauformat erklärte auf Anfrage, dass auch am Löhner Standort derzeit Kurzarbeit gelte. Alle etwa 300 Mitarbeiter seien von der Maßnahme betroffen, sagte Sprecher Dennis Bischoff gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. »Allerdings sehen wir das sehr gelassen.« Über das Jahr gesehen seien die Zahlen »absolut erreicht« worden. Bischoff rechnet damit, dass ab März wieder in Vollzeit gearbeitet werde.

Kurzarbeit als Thema

Auch bei Siematic in Löhne wurde im Januar an drei Tagen kürzer gearbeitet, wie Sprecher Jörg Overlack bestätigte. Kurzarbeit sei in der Branche in diesem Jahr »ein besonderes Thema«. Trotzdem entspreche das noch den üblichen Schwankungen. Im Februar seien weitere Kurzarbeitstage geplant, so Overlack. Es sollen den Angaben zufolge aber nicht mehr als drei werden.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Bielefeld haben derzeit in Ostwestfalen-Lippe 26 Unternehmen der Möbelindustrie Kurzarbeit angemeldet. Knapp 1400 Mitarbeiter seien davon betroffen, teilte Agentur-Sprecher Matthias Dainat auf Anfrage mit.

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