IHK-Standortumfrage: Rödinghauser Unternehmen loben Kommune Viel Zuspruch für den »Kreismeister«

Rödinghausen (WB). Besser geht’s kaum, oder doch? »Rödinghausen ist Kreismeister in Sachen Wirtschaftsförderung«, sagt zumindest Dr. Klaus Bockermann, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, mit Blick auf die jüngste IHK-Standortumfrage im Kreis Herford.

Von Daniel Salmon
Freuen sich über das gute Ergebnis: Ernst-Wilhelm Vortmeyer (von links), Udo Gottschalk (Geschäftsführer L&S), Siegfried Lux (Vorstand WAGE), Peter Wörmann (Woermann Cigars), Klaus Bockermann und stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe.
Freuen sich über das gute Ergebnis: Ernst-Wilhelm Vortmeyer (von links), Udo Gottschalk (Geschäftsführer L&S), Siegfried Lux (Vorstand WAGE), Peter Wörmann (Woermann Cigars), Klaus Bockermann und stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe. Foto: Salmon

Dabei hatte die Kommune mit einer Schulnote von 2,2 abgeschnitten, sich somit knapp vor Kirchlengern positioniert. »Wie die Umfrage gezeigt hat, ist die Gemeinde auf den Wettbewerb gut vorbereitet und hat sich exzellent positioniert. Das meinen zumindest Unternehmer, die hier ansässig sind, und die sich an der Umfrage beteiligt haben«, so Bockermann vor den rund 40 Gästen beim IHK-Wirtschaftsgespräch in den Räumen der L&S Deutschland GmbH im Industriegebiet Ostkilver. 32 Rödinghauser Firmen hatten bei der Befragung mitgemacht, dabei 36 Standortfaktoren bewertet.

»Soviel Negatives gibt es nicht zu sagen«

Die einzelnen Ergebnisse stellte Ulrich Grubert, Projektleiter der Standortumfrage, vor. »Soviel Negatives gibt es nicht zu sagen, das ist aber auch eine positive Sache«, so der IHK-Referent, der auch in die Vergangenheit blickte. Denn bei der letzten kreisweiten Standortumfrage aus dem Jahr 2003 hatte Rödinghausen noch auf dem siebten Platz im Kommunalranking rangiert. »Sie haben sich gut vorgearbeitet«, so Grubert.

Besonders stark stelle sich die Kommune aktuell bei den so genannten weichen, Standortfaktoren dar: Top-Bewertungen gab’s für Kundennähe, Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie das Rödinghauser Wohnumfeld und die Umweltqualität am Ort. Handlungsbedarfe gebe es vor allem in Sachen Breitbandversorgung auf – so wie in den übrigen Kreiskommunen laut der Umfrageergebnisse übrigens auch. Zudem bemängelten die Teilnehmer der IHK-Studie die Höhe der Gewerbesteuer sowie die unzureichende Verfügbarkeit von Fachkräften.

Breitband: weiße Flecken tilgen

Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer versprach, sich vor allem den negativ bewerteten Standortfaktoren anzunehmen: »Wir wollen besser werden.« In Sachen Breitbandversorgung habe man sich bereits auf den Weg gemacht. »Wir haben unheimlich viel erreicht. 82 Prozent der Haushalte sind versorgt. Die noch weißen Flecken wollen wir tilgen.« Zudem seien sämtliche Gewerbegebiete seien mit Glasfaser erschlossen worden.

In Bildung werde in den kommenden Jahren mit dem Neubau der Grundschule Schwenningdorf und dem Anbau der Gesamtschule »massiv« investiert. Auch bei der Ausweisung von Gewerbeflächen wolle die Gemeinde vorankommen, schließlich sei ein Bedarf von 100 Hektar für die kommenden Jahre ermittelt worden.

Bürgemeister verteidigt Steuererhöhung

Die Anhebung der Gewerbesteuerhebesätze – zuletzt vor einigen Jahren – verteidigte das Gemeindeoberhaupt mit der hohen Belastung der Kommune durch Transferleistungen: »Das war damals notwendig.« Mit Blick auf die Abschaffung des kommunalen Stärkungspaktes durch die neue Landesregierung und damit verbundene Einsparungen für die Kommune von rund einer Million Euro jährlich müsse man sehen, ob es künftig »Spielräume für Veränderungen« gebe, so Vortmeyer.

Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion wurde dann über etwaige Stärken und Schwächen in Bezug auf den Wirtschaftsstandort Rödinghausen diskutiert.

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