Symbolischer erster Spatenstich zum Brückenneubau am Bahnübergang Schäferweg Schon bald freie Fahrt über die Gleise

Rödinghausen/Bünde (WB). Das jahrelange Hin und Her erinnerte nicht selten an das ständige Auf und Ab der rot-weißen Schranken: Zahlreiche Pläne für eine sichere und komfortable Lösung am Bahnübergang Schäferweg sind in der Vergangenheit erstellt und verworfen worden. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich fiel am Montagmittag nun der Startschuss zum lang ersehnten Brückenneubau.

Von Karl-Hendrik Tittel
Erster Spatenstich am Schäferweg: (von links) Landrat Jürgen Müller, Arne Eichler (DB Netz), Andreas Balzar (Bauunternehmung Scheidt), Annika Paul (Wirtschaftsförderung Rödinghausen), Christian Zierau (Baudezernent Kreis Herford), Klaus Bockermann (Ingenieurbüro Bockermann-Fritze), Andre Klause (Ingenieurbüro Bockermann-Fritze), Bernd Flagmeier (Bauleiter Kreis Herford) und Thomas Kortfunke (Bauunternehmung Scheidt).
Erster Spatenstich am Schäferweg: (von links) Landrat Jürgen Müller, Arne Eichler (DB Netz), Andreas Balzar (Bauunternehmung Scheidt), Annika Paul (Wirtschaftsförderung Rödinghausen), Christian Zierau (Baudezernent Kreis Herford), Klaus Bockermann (Ingenieurbüro Bockermann-Fritze), Andre Klause (Ingenieurbüro Bockermann-Fritze), Bernd Flagmeier (Bauleiter Kreis Herford) und Thomas Kortfunke (Bauunternehmung Scheidt). Foto: Karl-Hendrik Tittel

Durch die neue Brücke wird der bisher mit Halbschranken gesicherte Bahnübergang in Ostkilver aufgehoben. Diese, in Kombination mit der Kurven- und Einmündungssituation am Schäferweg, kritische Stelle ist mehrfach durch ihr Gefährdungspotenzial aufgefallen; unter anderem kollidierte dort 2001 ein Schulbus mit einem Nahverkehrszug.

Dazu kommt, dass die Schranken mehrere Stunden am Tag geschlossen sind. Kein Wunder, rattern auf der zweigleisigen Bahnstrecke in Richtung Bünde-Melle und zurück in 24 Stunden doch bis zu 160 Züge. In Anbetracht der rund 3000 Fahrzeuge, die den Bahnübergang täglich passieren, sind unkomfortable Situationen sowohl für den Individual- als auch den Schwerlastverkehr des nahen Industriegebietes Ostkilver alltäglich.

Brücke soll 60 Meter lang werden

All dies ist bald wohl Geschichte. Statt des viel befahrenen Bahnüberganges wird eine gut 60 Meter lange Brücke über die Schienen und auch die Osnabrücker Straße führen. »Uns erwartet eine 24-Stunden-Komplettlösung, die allen Bürgern und Gewerbetreibenden zugute kommt«, sagte Annika Paul von der Gemeinde Rödinghausen.

Das Bauwerk entsteht 90 Meter östlich des jetzigen Übergangs und soll bereits im Sommer nächsten Jahres fertig sein. »Entscheidend wird der Ostersamstag sein, denn an diesem Tag müssen wir acht je 25 Meter lange und 75 Tonnen schwere Brückenfertigteile an ihren Platz bringen«, erklärte Andreas Balzar, Inhaber des ausführenden Herforder Bauunternehmens Scheidt. Es sei quasi der einzige Fixtermin der gesamten Baumaßnahme, denn nur während dieses schmalen Zeitfensters von einigen Stunden seien die Gleise gesperrt.

Aber nicht nur die Verhandlungen für die notwendigen Sperrpausen an der Gleisstrecke sind Grund dafür, dass das Projekt jetzt erst begonnen werden konnte. »Ein langer Weg liegt hinter uns – ein wesentlich kürzerer vor uns«, brachte es Klaus Bockermann vom Engeraner Ingenieurbüro Bockermann-Fritze, das mit den Planungen sowie der Bauüberwachung beauftragt wurde, treffend auf den Punkt.

Gesamtmaßnahme soll rund sieben Millionen Euro kosten

Durch den nun offiziellen Start der Baumaßnahme geht ein langes Kapitel der Planungen und Diskussionen zu Ende. »Seit dem Jahre 2000 machen wir uns Gedanken über dieses alles andere als einfache Vorhaben«, betonte Landrat Jürgen Müller. Eine Brücke über eine stark frequentierte Bahnstrecke zu bauen sei etwas gänzlich anderes als beispielsweise die Planung einer Straße, so Müller und erinnerte an die unterschiedlichen Zuständigkeiten. »Ein umfangreicher Planungs- und Abstimmungsaufwand« sei notwendig gewesen, unter anderem waren beteiligt: Kreis Herford, Gemeinde Rödinghausen, DB Netz AG, Landesbetrieb Straßen NRW, Bezirksregierung Detmold, Stadt Bünde, Bezirksregierung Arnsberg (Kampfmittel) sowie Versorgungsträger.

Nach Angaben der Kreisverwaltung werden nach dem Brückenneubau, und teils auch parallel, weitere Straßen- und Kanalarbeiten sowie Bepflanzungen, der Bau von Schutzeinrichtungen und der Rückbau des Bahnüberganges durchgeführt. Auch der Studieker Weg wird neu angeschlossen. Läuft alles nach Plan, wird die Gesamtmaßnahme im Frühjahr 2019 fertig gestellt sein und rund sieben Millionen Euro gekostet haben. Auch für dieses Projekt hat die Kreisverwaltung ein digitales Bautagebuch eingerichtet, das erneut Heiko Link betreuen wird.

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