Häcker-Parkplatz: Bürgermeister verteidigt Verkehrskonzept Die Bagger rollen schon

Rödinghausen (WB). Knapp einen Monat ist es her, dass der Rödinghauser Rat den Flächennutzungsplan an der Rüschener Straße mittels einer Dringlichkeitsentscheidung geändert hatte. Die Firma Häcker will dort einen Mitarbeiterparkplatz errichten. Die Bagger rollen bereits.

Von Daniel Salmon
Erst vor knapp einem Monat hatte der Rödinghauser Rat die Änderung des Flächennutzungsplans an der Rüschener Straße beschlossen. Nun rollen bereits die Bagger. Das Unternehmen Häcker errichtet dort einen Mitarbeiterparkplatz.
Erst vor knapp einem Monat hatte der Rödinghauser Rat die Änderung des Flächennutzungsplans an der Rüschener Straße beschlossen. Nun rollen bereits die Bagger. Das Unternehmen Häcker errichtet dort einen Mitarbeiterparkplatz. Foto: Daniel Salmon

Vor einigen Wochen sind die Bautrupps angerückt, um das Gelände vorzubereiten. Knapp 500 Stellplätze für die Fahrzeuge der Mitarbeiter des Küchenmöbelherstellers sollen dort entstehen. Über eine Fußgängerbrücke soll das Personal die dortige Eisenbahnlinie queren können. Im Spätsommer soll der erste Parkplatzabschnitt mit gut 300 Stellflächen fertig sein. Damit die Häcker-Mitarbeiter nicht durch die angrenzenden Wohngebiete zu ihrem Arbeitsplatz fahren, wird die Rüschener Straße in westlicher Richtung vor der Straße In der Flage für den Fahrzeugverkehr abgebunden. Eine Zufahrt kann somit nur über die Werkstraße erfolgen.

Kritik an Abbindung

Genau diese Abbindung war im Vorfeld vonseiten der Rödinghauser CDU kritisiert worden. Die Befürchtung: Wenn nur noch Häcker-Mitarbeiter die Bahnquerung nutzen, werde diese vielleicht geschlossen. Zudem hatten die Christdemokraten ein neues Verkehrskonzept gefordert. Anwohner hatten ferner geklagt, nun längere Wege nach Schwenningdorf in Kauf nehmen zu müssen.

Bei einem Pressetermin betonte Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer am Freitag, dass der Bahnübergang sicherlich nicht aufgegeben werde: »So etwas zu suggerieren, ist nicht zielführend. Ebenso, wie zu behaupten, Häcker hätte die Rüschener Straße gekauft. Das ist definitiv nicht der Fall.« Weiterhin soll der abgebundene Teil der Rüschener Straße für Fußgänger und Radler passierbar bleiben, so dass der nahegelegene Bahnhof auf kurzem Weg fußläufig erreichbar bleibt.

Gemeinsam mit Dr. Klaus Bockermann vom Engeraner Ingenieurbüro Bockermann Fritze unterstrich das Gemeindeoberhaupt die Richtigkeit des für den Bereich aufgestellten Verkehrskonzepts. Demnach werde die Fahrzeugfrequenz der Rüschener Straße durch die Abbindung – die im Zuge der Hansabrückensanierung übrigens schon seit vergangenem Oktober besteht – deutlich gesenkt. »Früher sind dort zu Spitzenzeiten 1800 Fahrzeuge entlang gefahren. Nun wird der östliche Bereich der Rüschener Straße nur noch von den Anliegern genutzt«, so Vortmeyer.

Bürgermeister bittet um Verständnis

Mit Blick auf die aktuellen Widrigkeiten, die mit Parkplatz- und Brückenbau einhergehen – Stichwort Schleichwege –, bat er die Bürger um Verständnis: »Ich weiß natürlich, dass das unangenehm und für viele ärgerlich ist«, so Vortmeyer. Bei Problemen diesbezüglich könnten sich betroffene Anwohner bei der eigens eingerichteten Hotline der Gemeinde, Telefon 05746/948157.

Vortmeyer erklärte ferner, dass den verantwortlichen Stellen durchaus klar sei, dass während der Hansabrücken-Sperrung die Bahnhofstraße – eine Kreisstraße – als Ausweichstrecke stark beansprucht werde: »Dem Kreis Herford wird sich die Aufgabe stellen, nach Abschluss der Arbeiten die derzeit hoch belasteten Kreisstraßen zu prüfen und gegebenenfalls zu erneuern.« Er betonte, dass die Arbeiten durch den Landesbetrieb Straßen NRW an der Hansabrücke im Zeitplan lägen. Ende 2017 sollen sie fertig sein.

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