Abwechslung während der Corona-Pandemie: Sandra Schwarze bietet Kreativ-Kurse im Dachatelier in Löhne an
Den Künstler im Kind wecken

Löhne -

„Kinder müssen auch mal klecksen dürfen“, findet Sandra Schwarze und bietet jungen Nachwuchskünstlern in ihrem Dachatelier einen Rahmen, in dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen dürfen. Aber nicht nur Kinder möchte die 42-Jährige anleiten, ihre Ideen künstlerisch umzusetzen, auch Kreativworkshops für Erwachsene sind möglich. Gerade in Corona-Zeiten sei das eine willkommene Abwechslung, meint Sandra Schwarze.

Samstag, 06.03.2021, 05:30 Uhr
Eine Auszeit von den Eltern und am Ende noch ein eigenes Kunstwerk mit nach Hause nehmen: In ihren Kinder-Kreativ-Kursen leitet Sandra Schwarze Nachwuchskünstler an, ihre kreative Ader zu entdecken und für einen Moment vom Alltag abzuschalten. Foto: Lydia Böhne

 

Vor zwei Jahren ist Sandra Schwarze mit ihrem Mann von Bünde nach Gohfeld gezogen. Mit dem Atelier, das ihr Mann ihr im Dachgeschoss des urigen Fachwerkhauses von 1850 eingerichtet hat, ist für die 42-Jährige ein Traum in Erfüllung gegangen: „Hier kann ich mich ausbreiten und auch mal was liegenlassen.“ Ihr etwa 60 Quadratmeter großes Reich nutzt die Künstlerin aber nicht nur für sich selbst. Vor Corona ist das Atelier immer mittwochs zum Treffpunkt für Nachwuchskünstler geworden. „Die Kindermalkurse, die ich in Bünde bereits im kleinen Stil angeboten hatte, habe ich hier ausgebaut und sie wurden sehr gut angenommen“, berichtet Sandra Schwarze, die außerdem halbtags als Industriekauffrau arbeitet.

Keine Noten, keine Beurteilungen, kein Konkurrenzdenken – die 42-Jährige möchte mit ihrem Angebot bewusst ein Gegenpol zur Schule sein: „Die Kinder sollen sich wohlfühlen und Spaß haben.“ Um jedem Kind Aufmerksamkeit schenken und individuell auf die Bedürfnisse eingehen zu können, achtet die Künstlerin bewusst auf kleine Gruppen: maximal acht Plätze für Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren bietet sie pro Kurs an. „Die Kurse sind auch eine Auszeit für Eltern, die nach dem Kurs ganz zufriedene Kinder abholen können“, sagt Sandra Schwarze mit einem Lachen. Das sei auch in Pandemie-Zeiten, in denen sie sich über Videotelefonie mit den Kindern vernetzt, gut angekommen: „Eltern und Kinder hocken momentan viel aufeinander, ein kurzer Abstand tut beiden Seiten gut. Und auch während Corona sollte man das Kreativsein nicht vergessen“, findet Sandra Schwarze.

Bei ihrer Arbeit sieht sich die Löhnerin nicht als Lehrerin, sondern eher als Unterstützerin auf dem Weg, die eigene Kreativität zu entwickeln: „Ich gebe zwar eine Vorgabe, was wir machen wollen, aber wie die Kinder ihre Ideen umsetzen möchten und welche Farben sie beispielsweise verwenden, ist ihnen überlassen.“ Unterwasserlandschaften aus Wasserfarben, grafische Mandalas aus Buntstiften – die 42-Jährige achtet darauf, dass die Ideen den Geschmack von Mädchen und Jungen treffen.

„Die Kurse sind zwar anstrengend, aber unheimlich bereichernd und erfüllend. Ich gebe gerne weiter, was ich kann und freue mich, wenn ich den Kindern etwas mitgeben konnte und sie stolz und bestätigt nach Hause gehen“, berichtet Sandra Schwarze.

Sie könne sich nicht erinnern, jemals nicht kreativ gewesen zu sein. „Von Acryl bis Aquarell, ich habe autodidaktisch viele Techniken ausprobiert“, berichtet die Künstlerin. Ihre Werke verkauft die 42-Jährige nicht nur deutschlandweit über die Verkaufsplattform Etsy, auch in umliegenden Kliniken und sogar in Florenz sind ihre Werke ausgestellt worden. „Eine Kuratorin aus Florenz hat mich 2015 über Facebook angeschrieben und mich gefragt, ob ich Teil einer Gemeinschaftsausstellung in der Mehrlino Bottega d’arte sein möchte“, berichtet Sandra Schwarze.

2017 hat die Löhnerin unter dem Titel „Die Abenteuer von Stichel und Stups“ außerdem zwei Kinderbücher geschrieben, illustriert und selbst verlegt. Ein Hobby, das die 42-Jährige noch nicht abgehakt hat: „Vielleicht knüpfe ich da irgendwann nochmal an.“

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