Nach 41 Jahren beim Staatsbad Bad Oeynhausen verabschiedet sich Cordula Quandt in den Ruhestand
„Jeden Tag gerne zur Arbeit“

Bad Oeynhausen/Löhne -

„Wer hat schon so einen Arbeitsplatz“, sagt Cordula Quandt und weist auf Springbrunnen, Blumenbeete und ehrwürdige Gebäude. 41 Jahre lang hat die 63-Jährige mitten im grünen Herzen von Bad Oeynhausen gearbeitet.

Sonntag, 28.02.2021, 05:54 Uhr aktualisiert: 28.02.2021, 06:00 Uhr
Mit 41 Arbeitsjahren gehört Cordula Quandt zu den Staatsbad-Urgesteinen. Als Anlaufstelle für Besucher ist die 63-Jährige jahrelang das Aushängeschild der Tourist-Information gewesen. Foto: Lydia Böhne

Erst war sie Therapeutin im Badehaus I, dann in der Tourist-Information. Auch nach ihrer Verabschiedung in den Ruhestand werde der Kurpark eine wichtige Anlaufstelle für sie bleiben, sagt die Löhnerin.

Cordula – abgeleitet vom lateinischen Wort cor: das Herz, weiterentwickelt zur Namensbedeutung „Herzchen“. Eine Übersetzung, mit der sich Cordula Quandt identifiziert: „Ich liebe Menschen.“ Eine Eigenschaft, die der 63-Jährigen in ihrem Beruf immer geholfen hat und sie zum Eintritt in den Ruhestand eine positive Bilanz ziehen lässt: „Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen.“

Als Teil einer Kaufmannsfamilie, habe sie nach der Schule zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen, berichtet Cordula Quandt. Weil sie nach kurzer Zeit festgestellt habe, dass sie in diesem Job nicht glücklich werden könne, habe sie sich für die Arbeit als Therapeutin entschieden, die sie am 1. April 1980 im Badehaus I unter der Leitung des damaligen Kurdirektors Alfons Dole begann. „Ich habe ihn verehrt“, erinnert sich die 63-Jährige. Besonders imponiert habe ihr die Hingabe ihres Chefs: „Er hat den Kurpark gelebt und kannte jeden der 500 Mitarbeiter mit Namen.“

Wechsel in die Tourist-Information

Mit der Privatisierung des Landesbetriebs wechselte die gebürtige Obernbeckerin 2004 in die Tourist-Information. „Die beste Entscheidung“, wie sie heute sagt und ergänzt: „Da hat mir meine erste Ausbildung noch mal genützt.“

Auskunft, Tickets oder Beratung – all das haben Einheimische, Besucher und Kurgäste von Cordula Quandt erhalten. „Manchmal waren auch muffelige Gäste dabei, aber für mich war es eine Herausforderung, ihre Stimmung umzuwandeln“, sagt die Löhnerin. Mit schlechter Laune habe nach ihrer Aussage nie jemand das Haus des Gastes verlassen. „Es muss von Herzen kommen, was auf Menschen wirken soll“ habe in Anlehnung an ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe stets ihre Philosophie gelautet. Eine Einstellung, die sie auch ihrer Nachfolgerin Maike Grelka-Kohlmeier mit auf den Weg gegeben habe.

Neben guter Laune und ihrer lockeren Art gehört auch eine auf die Farbe des Outfits abgestimmte Stola zum glamourösen Markenzeichen der 63-Jährigen, die sich selbst als verrückter Paradiesvogel bezeichnet. Gerne denkt die Löhnerin an die Erlebnisse aus 41 Jahren Staatsbad zurück: etwa an die Parklichter. „Einmal habe ich Jupiter Jones massiert“, sagt sie lachend. Auch der Kartoffelsalat aus Obernbeck habe der Band gut geschmeckt. „Viele Künstler waren bodenständig. Einer war aber mal dabei, der hat nur vom Bananenblatt gegessen“, verrät Cordula Quandt.

Mittagspause am „Hexenbaum“

Die 63-Jährige hofft, dass weiterhin viele Veranstaltungen den Park beleben werden. Besonders erleichtert sei sie, dass die Pläne, die Tourist-Info in den Nordbahnhof zu verlegen, vom Tisch sind. „Der Kurpark ist ein besonderer Ort mit viel Energie“, schwärmt die 63-Jährige. Manche Mittagspause habe sie unter dem von einer Rundbank umgebenen Baum nahe des Springbrunnens an der Hauptachse des Kurparks verbracht. „Hexenbaum“ hat Cordula Quandt, die selbst märchenhafte Kurzgeschichten schreibt, ihren Lieblingsplatz getauft.

„Ich werde noch oft in den Kurpark kommen – dann allerdings als Gast“, sagt die frisch gebackene Ruheständlerin. Außerdem werde sie ihrer Nichte auf deren Löhner Reiterhof zur Hand gehen.

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