Betreibergesellschaft der Netze rund um den Kurpark und im Schulzentrum Süd in Bad Oeynhausen setzt auf Expansion
Abnehmer für Nahwärme gesucht

Bad Oeynhausen -

„Warum nicht auf Nahwärme umsteigen?“ Diese Frage sollten sich die Besitzer von Immobilien in der Nähe des Kurparks oder des Schulzentrums Süd stellen, sofern sie ihre in die Jahre gekommenen Heizungsanlagen ersetzen müssen.

Mittwoch, 03.02.2021, 05:35 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 05:40 Uhr
In der Heizzentrale Staatsbad an der Morsbachallee produziert die Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne GmbH einen Großteil der abgesetzten Wärme und des erzeugten Stroms. Foto: Malte Samtenschnieder

Denn unter Umständen könnten sie von einem Anschluss an das in den genannten Bereichen vorhandene Nahwärmenetz profitieren. Betreiber ist die Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne (NWOL) GmbH.

Eigentlich ist der Name der Gesellschaft nicht mehr korrekt, wie die Geschäftsführer Hendrik Baschek und Martin Fischer im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigten. Nach dem Ausstieg der Stadt Löhne sind aktuell der Energieservice Westfalen Weser und der Energieversorger Westfalica die alleinigen Gesellschafter. Der Ende 2019 angekündigte Einstieg der Stadtwerke Bad Oeynhausen als Mehrheitsgesellschafter ist noch nicht erfolgt. „Die Gespräche laufen. Ich hoffe auf eine Lösung bis Ende 2021“, sagte Stadtwerkevorstand An­dreas Schwarze auf Anfrage.

Nach eigenen Angaben kommt die NWOL in Bad Oeynhausen auf einen Wärmeabsatz von etwa 19,5 Gigawattstunden pro Jahr und eine Stromerzeugung von etwa 10,3 Gigawattstunden pro Jahr. Mit der Wärme könnten etwa 1200 bis 1500 Haushalte versorgt werden, die elektrische Energie decke sogar den Bedarf von etwa 3000 Haushalten.

Das Herzstück der Wärme- und Stromerzeugung der NWOL ist die Heizzentrale Staatsbad an der Morsbachallee. Das dortige Blockheizkraftwerk (BHKW) wird mit Biomethan betrieben. Bei Bedarf können zwei weitere Heizkessel mit Erdgas beziehungsweise Heizöl hinzu geschaltet werden. „Die Auslastung ist gut. Die Anlage läuft 7000 Stunden pro Jahr“, sagte Hendrik Baschek. Pro Jahr werden etwa 14 Gigawattstunden Wärme und etwa sieben Gigawattstunden Strom produziert.

Die erzeugte Wärme wird über einen etwa 2,5 Kilometer langen Ring rund um den Kurpark transportiert. Dieser besteht laut Hendrik Baschek aus einer Vorlauf- und einer Rücklaufleitung. „Angeschlossen sind seit Beginn das Vienna House Easy Hotel, das GOP-Kaiserpalais, die verschiedenen Staatsbad-Liegenschaften wie das Theater im Park und die Wandelhalle, die Bali-Therme sowie die Klinik am Rosengarten und die Gollwitzer-Meier-Klink“, erläuterte der NWOL-Geschäftsführer. An den Klinikstandorten gebe es zusätzlich acht kleine BHKW. Damit werde der hohe Stromverbrauch gedeckt. Einen Sonderstatus habe die Auguste-Viktoria-Klinik. Diese sei nicht an das Nahwärmenetz angebunden und werde stattdessen durch ein einzelnes BHKW mit Strom und Wärme versorgt.

„Das Nahwärmenetz wurden in den 1990er Jahren vom Landesbetrieb Staatsbad gebaut“, sagte Hendrik Baschek. In den 2000er Jahren habe das Netz den Besitzer gewechselt und sei schließlich in der NWOL aufgegangen. Auch nach heutigen Standards arbeite das Nahwärmenetz effizient. „Obwohl wir speziell zu den Kliniken größere Distanzen überwinden müssen, liegt der Wärmeverlust dank hoher Dämmstandards unter 15 Prozent“, erläuterte der Energieexperte.

Ein zweites Nahwärmenetz betreibt die NWOL im Schulzentrum Süd. Versorgt wird außer dem Immanuel-Kant-Gymnasium und der Realschule Süd auch das benachbarte Berufskolleg. „Betrieben wird das dortige BHKW mit Biogas aus der Anlage vom Hüffer Brink“, sagte Hendrik Baschek. Ein Teil der Gasproduktion werde am BHKW der Gärtnerei Schlüter abgezweigt. Der Rest fließe durch eine eigens verlegte Rohrleitung weiter bis zum Schulzentrum Süd.

„Mittelfristig haben wir das Ziel, die Nahwärmenetze am Kurpark und im Schulzentrum Süd zu verbinden“, erläuterte Hendrik Baschek. Parallel zum Ausbau des Rohrleitungsnetzes sei es das Ziel, sowohl weitere öffentliche Gebäude als auch möglichst viele Privathaushalte in der Nähe der Trasse daran anzubinden.

„Aktuell wird das Märchenmuseum an den Nahwärmering rund um den Kurpark angeschlossen“, sagte Hendrik Baschek. Gespräche über eine Anbindung habe es unter anderem mit dem neuen Eigentümer des Hotels Königshof gegeben. Darüber hinaus sei ein Kontakt zu den Investoren erfolgt, die das City-Center-Areal neu überplanen. Das Ergebnis der Verhandlungen stehe in beiden Fällen aus. Die Stadt habe bereits das Rathaus I ans Netz angeschlossen. Ein Privatkunde sei das Palais am Park.

Langfristig denken Hendrik Baschek und Martin Fischer auch in neue Richtungen. Die NWOL-Geschäftsführer könnten sich eine Erweiterung des Nahwärmenetzes Richtung HDZ NRW/Krankenhaus vorstellen. Ein Überbrücken der Südbahn wäre durch das Andocken einer Rohrleitung an die Schützenbrücke möglich. Es gebe außerdem Überlegungen, die Grundschule Altstadt, das Amtsgericht oder die vor der Neugestaltung stehende Britensiedlung mit Wärme zu versorgen.

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