Im Kulturbüro Löhne gibt es in der Pandemie-Zeit besonders viel zu tun
Kontrastprogramm

Löhne -

„Ihr habt doch jetzt eh nichts zu tun!“ Diesen Satz haben die vier Mitarbeiter des Kulturbüros seit Beginn der Pandemie schon (viel zu) oft gehört. Corona-Zeit = lauer Lenz? Von wegen. Zwar sind auch in Löhne Veranstaltungen reihenweise abgesagt worden. Aber das bringt in der Folge immer besonders viel Arbeit mit sich. Ein Blick hinter die Kulissen.

Samstag, 23.01.2021, 04:05 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 04:10 Uhr
Kulturbüro-Leiter Dirk Hinke steht vor der Werretalhalle, in der – abgesehen von politschen Sitzungen – schon seit Monaten keine öffentlichen Veranstaltungen mehr stattfinden dürfen. Foto: Dominik Rose

Am 12. März 2020 wurde in der Werretalhalle die Ausstellung mit Werken des Berliner Künstlers HaPS eröffnet – einen Tag später wurde das Gebäude für die Öffentlichkeit gesperrt. Es war Freitag, der 13. Am folgenden Montag gab es den ersten Lockdown.

„Von heute auf morgen war alles anders“, erinnert sich Dirk Hinke (53). Er leitet das Kulturbüro. Rückblickend gesteht er: „Damals waren wir alle noch etwas blauäugig.“ Doch ging uns das nicht allen so? Auch Dirk Hinke und sein Team – Tamara Di Turo, Gaby Wellensiek und Maren Doehmen – nahmen zu Beginn der Pandemie an, dass sich die Lage binnen überschaubarer Zeit wieder entspannen würde. Ein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte.

Das Team vom Kulturbüro musste im März 2020 erste Veranstaltungen absagen. Die Mitarbeiter bemühen sich seither in Absprache mit den Künstlern oder deren Agenturen darum, neue Termine zu finden. Das ist aufwendig und gar nicht so einfach, denn erstens muss der Künstler Zeit haben und zweitens auch die Werretalhalle frei sein.

Nach den Absagen gab es Dauerklingeln der Telefone, eine Flut an Mails und Fragen – die Leute, die Karten für Veranstaltungen gekauft hatten, meldeten sich und erkundigten sich nach der Rückabwicklung. „Die Ticketingsysteme waren überall völlig überfordert. So etwas hatte es bis dahin ja noch nie gegeben“, berichtet Dirk Hinke. Und selbstredend habe es bei manchem Anrufer oder Besucher auch Unmut wegen der Bearbeitung gegeben.

Pragmatische Lösungen mussten her: So warfen viele Kunden auf Anraten der Kulturbüro-Mitarbeiter ihre Eintrittskarten nebst Angabe der Bankverbindung in einem Umschlag in den Briefkasten an der Werretalhalle. Dann wurde der Betrag überwiesen. „Wir hatten hier bei uns ja nicht solch einen hohen Bargeldbetrag vorrätig, um die Menschen alle gleich vor Ort auszahlen zu können“, blickt Dirk Hinke auf eine aufregende Zeit zurück.

Im ersten Lockdown wurde den Löhner Kulturmachern nach wenigen Wochen klar, dass die Rückkehr zur Normalität noch ein weiter Weg sein würde. Es wurden neue Bestuhlungs- und Hygienekonzepte für Saal 2 der Werretalhalle erarbeitet, um vorbereitet zu sein, wenn Veranstaltungen wieder erlaubt wären.

„Wir haben Pläne von der vollen Besetzung mit 313 Plätzen bis zur kleinsten Variante mit maximal 56 Besuchern“, sagt Dirk Hinke. Zudem wurde im Gebäude ein neues Lüftungssystem installiert. Zwischenzeitlich mussten auch alle Mitarbeiter des Kulturbüros abwechselnd im Löhner Ordnungsamt aushelfen und dort unter anderem die Einhaltung von Quarantänen überprüfen.

Manche Veranstaltungen waren in den warmen Monaten des Jahres wieder zulässig. Draußen. Die Mitarbeiter des Kulturbüros erstellten ein Programm mit verschiedenen Terminen – etwa dem „Feuerzauber“ oder einem Auftritt der Kinderrockband „Krawallo“ – für die Naturbühne auf dem Aqua-Magica-Gelände. Das Ganze wurde ein Erfolg; die Menschen in Löhne hatten sich offenbar sehr nach Kultur gesehnt.

Nach dem Sommer waren auch in der Werretalhalle wieder Veranstaltungen gestattet – mit deutlich eingeschränkter Besucherzahl (50 Prozent) und speziellen Sicherheits- und Hygienebestimmungen. „Es lief fast normal. Das war einfach nur schön“, sagt Dirk Hinke.

Doch im Herbst war dann ganz schnell alles wieder vorbei. Zweiter Lockdown, abruptes Ende auch für alle Konzerte, Comedyauftritte etc. Programm der Kon­traste. Das Booklet mit den Veranstaltungen für den Kulturfrühling 2021 war längst gedruckt, bis Ende Februar sind mittlerweile aber alle Termine abgesagt oder weit nach hinten verschoben worden. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir vor Ostern noch etwas machen dürfen“, schätzt der Kulturbüro-Leiter.

Irgendwann wird es aber auch in Löhne weitergehen. Dann werden vor allem erst einmal Termine nachgeholt. Aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben. Bis dahin müsse man halt von Tag zu Tag schauen, was möglich sei, findet Dirk Hinke.

Zu tun gibt es immer genug. Aber das hatten wir ja schon.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7779972?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F
Eine magische Botschaft für Max
Der siebenjährige Max, der an einem schnell wachsenden Hirntumor leidet, packt das Überraschungspaket der Ehrlich Brothers aus. „Die kennen sogar meinen Namen“, schwärmt er.
Nachrichten-Ticker