Frank Lauer uns Stefan Leding aus Löhne besteigen den 3657 Meter hohen Großvenediger
„Es war wie auf einer Expedition“

Löhne -

Wettervorhersage: 60 Zentimeter Schnee, mitten im September. Frank Lauer (50) und Stefan Leding (53) aus Löhne sind trotzdem losgezogen und haben mit dem Großvenediger (3657 m.ü.A.) den Gipfel des fünfthöchsten Bergs Österreichs erklommen.

Montag, 07.12.2020, 15:02 Uhr
„Mir ist es wichtig, viel von der schönen Landschaft sehen zu können“, sagt Frank Lauer.

Drei Jahre lang haben die Freunde die Reise aufschieben müssen, mitten in der Corona-Pandemie war es dann endlich soweit: Raus aus der alltäglichen Sorge, rein in eine Herausforderung. Denn bislang sind die beiden geübten Bergsteiger vor allem Hüttentouren und Wandermarathons mitgegangen – also mehr weit als hoch.

„Mir ist es wichtig, viel von der schönen Landschaft sehen zu können“, sagte Frank Lauer im Gespräch mit dieser Zeitung. Mit einer Gruppe aus insgesamt zehn Wanderern und einem Bergführer ging es Anfang September von Prägraten aus von einer Hütte zur nächsten. „Anders als sonst mussten wir eigene Handtücher, Schlafsäcke und Kissen mitbringen, dadurch wurde das Gepäck schwerer“, erzählte Frank Lauer.

„Ein traumhafter Anblick!“

Nach ersten Klettererfolgen an der Roten Säule wurde die Gruppe am dritten Tag der Reise mit knöcheltiefem Schnee konfrontiert. Die Zopetscharte ist dem Löhner besonders gut in Erinnerung geblieben. „Es war wie auf einer Expedition. Die Sonne brach durch die Wolken, es war die kälteste Zeit am Morgen und es lag Schnee. Ein traumhafter Anblick!“, sagte Frank Lauer.

Die letzte Hütte vor dem Gipfel des Großvenedigers, das Defreggerhaus: „Dorthin fährt eine Materialseilbahn, sodass wir nur unsere Flasche für den Aufstieg gebraucht haben“, sagte Frank Lauer. Sein Rucksack wog meistens um die zehn Kilogramm. Vom Defreggerhaus sind es nur noch 662 Höhenmeter nach oben und 44 Meter nach unten. Ohne Steigeisen und mit zehn Metern Seil zwischen jedem Wanderer ging es für die Gruppe über den Gletscher.

Weitere Touren in Planung

„Der Gipfel war in mehrerer Hinsicht ein Höhepunkt“, sagte Frank Lauer. „Ich muss aber sagen, dass mir eine reine Gipfelbesteigung ohne die Hüttentour nicht ganz so viel Spaß gemacht hätte.“ Für die Zukunft planen Stefan Leding und er eine Alpenüberschreitung. Anstatt der klassischen Route wollen sie gemeinsam mit dem Bergführer der Großvenediger-Tour von Berchtesgarden aus Richtung Dreizinnen wandern.

Auch der technisch anspruchsvolle Gipfel des höchsten Berges in Südtirol, der Ortler (3899 m.ü.A.) steht auf der Liste. „Eines werden wir aber trotz all der vielen Jahre Erfahrung nicht lernen“, sagte Frank Lauer. „Nämlich, dass man immer zu viel Gepäck mitnimmt.“

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