Bis Mitte Dezember soll die kreisweite Einrichtung auf dem ehemaligem Wellmann-Gelände startklar sein
Corona-Impfzentrum kommt nach Enger

Kreis Herford (WB) -

Nun steht es fest: Das Impfzentrum für den Kreis Herford wird auf dem ehemaligen Gelände des Küchenherstellers Alno beziehungsweise dessen Tochter Wellmann in Enger eingerichtet. „Wir sind sehr froh, nach kurzer und gezielter Suche einen optimalen Standort gefunden zu haben“, sagte Landrat Jürgen Müller am Freitag.

Freitag, 27.11.2020, 16:27 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 16:30 Uhr
Der Standort für das Corona-Impfzentrum im Kreis Herford steht fest: Die Wahl fiel auf das ehemaligen Wellmann-Gelände in Enger. Foto: Julian Stratenschulte

Alle notwendigen Beschlüsse zur Einrichtung des Impfzentrums würden am Mittwoch im Kreisausschuss getroffen. „Wir haben uns einige Gebäude angeschaut und sind zu dem Entschluss gekommen, dass das Wellmann-Gelände alle Kriterien erfüllt“, erklärt Krisenstabsleiter Markus Altenhöner. Unter anderem waren auch der Herforder Bildungscampus sowie der alte Güterbahnhof im Gespräch.

Das Gelände in Enger liegt an der Grenze zu Hiddenhausen und somit relativ zentral im Kreisgebiet. Es verfüge über eine gute Verkehrsanbindung, biete ausreichend Parkplätze und erfülle darüber hinaus die räumlichen Anforderungen vom Land, um organisatorische Abläufe sicherzustellen, teilt der Kreis mit.

Auf dem Gelände könnten bis zu 6000 Quadratmeter Fläche angemietet werden. „Das ermöglicht uns, immer wieder bedarfsgerecht nachsteuern zu können“, erklärt Landrat Müller. Geplant seien mehrere Impfbereiche, sogenannten Impfstraßen, in denen die Menschen geimpft werden.

Das ehemalige Alno/Wellmann-Werk liegt an der Grenze zwischen Enger und Hiddenhausen.

Das ehemalige Alno/Wellmann-Werk liegt an der Grenze zwischen Enger und Hiddenhausen. Foto: Moritz Winde

„Das alles muss natürlich unter den notwendigen Abstands- und Hygieneregeln stattfinden. Notwendig sind zudem Räumlichkeiten für Anmeldung, Nachbereitung und Logistik“, fügt Altenhöner hinzu. Im Gebäude könnten zudem die brandschutztechnischen Vorgaben problemlos erfüllt und die Einrichtung der IT-Infrastruktur gut umgesetzt werden.

Der Kreis Herford befinde sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung in einem engen Austausch, um weitere Details zu klären. Dabei geht es unter anderem um die Anzahl an Impfungen pro Tag, die Öffnungszeiten oder auch die Art der Terminvergabe. Auch die Lagerung des Impfstoffes muss noch geklärt werden. Für die medizinische Betreuung wird die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe zuständig sein. Für die Organisation ist der Kreis verantwortlich. Die Kosten für die Einrichtung des Impfzentrums übernehmen der Bund und das Land. Diese fallen beispielsweise für Personal, Logistik und Infrastruktur an.

„Die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung hat bereits bei der Einrichtung der Teststellen im Kreis Herford gut funktioniert. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir in gut drei Wochen ein einwandfreies Impfzentrum auf die Beine stellen werden“, sagt Krisenstabsleiter Altenhöner.

Bis Mitte Dezember soll das Impfzentrum fertig sein. „Wir sind dann startklar – wann immer die Impfungen beginnen können“, versichert Landrat Müller.

Es werde zwar einige Zeit dauern, bis jeder geimpft werde, der geimpft werden möchte. Doch was besonders wichtig sei: „Wir werden durch das Impfzentrum schon in naher Zukunft in der Lage sein, bei den Risikopatienten die schweren Verläufe einzugrenzen.“

Doch wer kann sich zuerst impfen lassen? „Es gibt klare Vorgaben“, erklärt Altenhöner. Das lege die Ständige Impfkommission des RKI fest. Derzeit ist eine nationale Impfstrategie vorgesehen, die festlegt, dass besondere Risikogruppen wie Vorerkrankte oder Pflegebedürftige geimpft werden.

Hier könnten mobile Teams zum Einsatz kommen, die fester Bestandteil der Impfzentren sein sollen. Danach sollen Personengruppen, die in kritischer Infrastruktur arbeiten, beispielsweise Ärzte, Rettungskräfte und Pflegepersonal eine Impfung bekommen. Im Anschluss die allgemeine Bevölkerung.

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