Ordnungsamt kontrolliert – Altenheim Mennighüffen: zwei Bewohner im Krankenhaus
Corona-Verstöße werden richtig teuer

Löhne (WB/dom). Das Ordnungsamt der Stadt Löhne überprüft verstärkt die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung: Zwei neue Mitarbeiter unterstützen ab sofort mit fünf weiteren Kollegen und Kolleginnen aus anderen Verwaltungsbereichen die Außendienstteams des Ordnungsamtes. Unterdessen sind zwei Bewohner des vom Corona-Ausbruch heftig betroffenen Altenwohnheims Mennighüffen ins Krankenhaus gebracht worden.

Samstag, 07.11.2020, 03:00 Uhr
Peter Steinhardt (links) ist eigentlich Hausmeister in der Werretalhalle, jetzt hilft er im Außendienst bei den Kontrollen des Ordnungsamtes mit. Auch Tahsin Kaval (von links), die Auszubildende Kim Sommer und Niklas Botterbusch sind im Einsatz. Foto: Stadt Löhne

Nachdem es am Mittwochmorgen einen Corona-Todesfall im Altenwohnheim Mennighüffen gegeben hat – eine 91-jährige Bewohnerin war an Lungenversagen durch Covid-19 verstorben –, sind am Donnerstag und am Freitag zwei weitere Infizierte ins Krankenhaus gebracht worden. Sie müssen aber nicht beatmet werden.

Marianne Smidt, Leiterin der Einrichtung, sagt: „Wir haben leider mehrere Bewohner, denen es wirklich sehr schlecht geht.“ Aktuell sind 12 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden, 15 Beschäftigte sind in Quarantäne. Zwei weitere Mitarbeiter mussten mit Krankheitssymptomen nach Hause geschickt werden. Die Testergebnisse stehen noch aus.

Die Regeln

„Es ist keine angenehme Aufgabe, wir müssen allerdings die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen kontrollieren“, sagt Ordnungsamtsleiter Paul Urban. Bei Vergehen gegen die Corona-Auflagen müssen Bußgelder verhängt werden, um die Einhaltung der Regeln zu sichern.

Schließlich soll das Ansteckungsrisiko dadurch minimiert werden und die weitere Verbreitung des Virus zurückgehen. Kontrolliert wird in ganz Löhne an allen Tagen der Woche.

Um Verstöße und Bußgelder zu vermeiden, weist das Ordnungsamt ausdrücklich auf Folgendes hin: Im öffentlichen Raum ist zu allen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dieser Abstand darf nur in Ausnahmefällen unterschritten werden.

Diese Ausnahmen sind unter anderem, wenn sich Personen aus maximal zwei Hausständen treffen, diese Ausnahme gilt aber für höchstens 10 Personen. Nicht erlaubt ist zum Beispiel, in der Mittagspause mit Personen aus mehr als zwei Haushalten zusammen spazieren zu gehen.

Bei Zuwiderhandlung wird pro Person ein Bußgeld von 250 Euro fällig. Zwei Haushalte dürfen aber auch nur mit maximal 10 Personen aufeinander treffen.

Auch das Tragen von Masken ist an öffentlichen Orten Pflicht, zum Beispiel auf dem Bahnsteig, an Bushaltestellen oder im Bahnhofsgebäude. Setzt man diese dort zum Rauchen, Essen oder Trinken (letzteres ist im Notfall erlaubt) ab, kann das 150 Euro kosten.

Für das Betreiben einer gastronomischen Einrichtung (ausgenommen ist zulässiger Außerhausverkauf) müssen 5000 Euro Bußgeld gezahlt werden, 500 Euro für den Verkauf alkoholischer Getränke zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Das Ordnungsamt möchte diese Bußgelder ungern verhängen und appelliert deshalb an alle Löhnerinnen und Löhner, die Regeln einzuhalten und sich solidarisch zum Schutz aller zu verhalten.

Quarantäne-Überprüfung

Auch die Quarantäne-Nachverfolgung hat weitere Unterstützung erhalten. Momentan befinden sich in Löhne 137 Personen in Quarantäne und 471 in häuslicher Beobachtung (Stand 5. November). Seit Montag wurden 190 Personen telefonisch kontaktiert und 229 Personen zu Hause überprüft.

Ein Team des Ordnungsamtes ruft die Betroffenen an und erkundigt sich nach dem Wohlbefinden, aber auch nach dem Aufenthaltsort. Hierbei wurden bisher vier Quarantäneverstöße festgestellt, bei denen die Betroffenen eindringlich belehrt wurden und ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird. Drei weitere Personen verfügten über eine Ausnahmegenehmigung zum Arbeiten durch das Gesundheitsamt.

Diese Kontrollen werden mit zwei Personen im Innendienst und zwei Personen im Außendienst dauerhaft fortgeführt. Auch am Wochenende wird das Ordnungsamt im Einsatz sein.

Angebote für Kinder

Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Löhne öffnen im November nur eingeschränkt ihre Pforten. Sie tragen damit ebenfalls dazu bei, dass soziale Kontakte reduziert und Corona-Infektionen eingedämmt werden. Im Kinder- und Jugendzentrum Riff sowie im Stadtteilzentrum Raps werden die offenen Angebote daher im November nicht in gewohnter Form stattfinden. Es besteht nach vorheriger Anmeldung aber die Möglichkeit, Angebote der Einrichtungen wahrzunehmen.

Die Internationalen Kindergruppen beschränken sich im November auf Hausaufgabenhilfen und Lernstationen, andere Gruppen fallen aus. Gegen Langeweile posten die Mitarbeitenden der Inki-Gruppen Spiel- und Bastelideen auf Facebook, Instagram und der Homepage.

Die Kurse der Jugendkunstschule finden mit den bekannten Einschränkungen statt. Bei allen Angeboten gilt: eine Teilnehmerbeschränkung auf maximal 10 Personen inklusive Teamer, Maskenpflicht im ganzen Gebäude und auf dem Außengelände, die grundsätzliche Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern.

Absage am Gymnasium

Aufgrund der derzeitigen Entwicklung der Corona-Situation und der zunehmenden Infektionsgefahr darf der für Samstag, 14. November, geplante Tag der offenen Tür des Städtischen Gymnasiums nicht stattfinden. Das SGL-Team bedauert es sehr, interessierte Viertklässlerinnen und Viertklässler sowie Eltern an diesem Tag nicht persönlich begrüßen und ihnen einen Einblick in das Leben und Lernen an der Schule geben zu können.

Sollte es die Situation erlauben, wird diese Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt und ein Termin rechtzeitig auf der Homepage der Schule – www.sgl-online.de – bekannt gegeben.

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