Corona-Ausbruch in Mennighüffen: 28 Bewohner und elf Mitarbeiter positiv getestet
Notstand im Altenwohnheim

Löhne-Mennighüffen (WB). Nach dem Corona-Ausbruch im Altenwohnheim Mennighüffen sind mittlerweile 28 von 69 Bewohnern und elf von etwa 60 Mitarbeitern positiv getestet worden. Noch liegen aber nicht alle Ergebnisse vor. Nach wie vor befindet sich kein Erkrankter im Krankenhaus. Dennoch ist in der Einrichtung An der Pfarre der personelle Notstand ausgebrochen.

Mittwoch, 04.11.2020, 03:00 Uhr
Das Altenwohnheim der Evangelischen Perthes-Stiftung in Mennighüffen: Vor allem im Obergeschoss sind viele Bewohner erkrankt und positiv auf Corona getestet worden, berichtet Leiterin Marianne Smidt: „Wir können nur hoffen, dass sich die Lage nicht weiter verschlimmert“ Foto: Dominik Rose

Marianne Smidt leitet das Altenwohnheim mitten in Mennighüffen: „Ich habe die meisten Ergebnisse am Montagabend erhalten. Das ist für die Bewohner, unser Team und unser Haus die totale Katastrophe.“

Einige Senioren seien schon ziemlich heftig erkrankt. „Wir können nur hoffen, dass sich die Lage nicht weiter verschlimmert“, sagt Marianne Smidt gegenüber dieser Zeitung.

20 Mitarbeiter in Quarantäne

Auch personell ist das Heim, dessen Träger die Evangelische Perthes-Stiftung ist, angesichts der jüngsten Ausfälle arg getroffen. „Aktuell sind 20 Mitarbeiter in Quarantäne. Am Montagabend sind zwei Nachtwachen kurz vor Dienstbeginn wegen der positiven Testergebnisse ausgefallen“, berichtet Marianne Smidt.

Die Situation sei im gesamten Altenwohnheim angespannt. „Für die Bewohner und für das Team ist das alles eine extreme Herausforderung“, sagt die Heimleiterin. Die Mitarbeiter zeigten in der Ausnahmesituation aber einen fantastischen Zusammenhalt: „Wir versuchen derzeit, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Wir sind am Limit und arbeiten jeden Tags aufs Neue mit flexibel angepassten Dienstplänen.“

Der Kreis Herford habe am Dienstag eine Sondergenehmigung erteilt, dass fünf Mitarbeiter, bei denen Negativergebnisse vorliegen, in Arbeitsquarantäne wechseln dürfen. Sie dürfen ihre häusliche Quarantäne verlassen, zum Altenwohnheim fahren und dort arbeiten. Nach Dienstschluss müssen sie direkt nach Hause zurückkehren. „Sie können also wieder mithelfen. Das hilft uns wirklich sehr“, sagt Marianne Smidt.

Erster Fall am Mittwoch

In der Mennighüffener Einrichtung sei vor allem das Obergeschoss besonders vom Corona-Ausbruch betroffen: „Dort sind die meisten Bewohner krank.“ Im Erdgeschoss sehe es besser aus. „Da ist die Lage stabil.“

Die erste Mitarbeiterin der Einrichtung war am Mittwoch der Vorwoche positiv getestet worden. Am Freitag gab es den ersten Corona-Fall bei den Bewohnern. Auch aus der Seniorenresidenz Mathilde in Enger waren Infektionen gemeldet worden. Dort sind nach Angaben des Kreises von den insgesamt 70 Bewohnern 18 infiziert, zudem sechs Mitarbeiter.

„Das Infektionsgeschehen in Altenheimen ist nicht ohne Weiteres vorhersehbar, es handelt sich in jedem Fall um Risikopatienten. Deshalb sind wir auch froh, dass einige ohne Symptome und einige sogar schon auf dem Weg der Besserung sind. Aber es gibt auch Patienten mit Symptomen. Es wird alles getan, damit sich das Infektionsgeschehen unter diesen Risikopersonen nicht weiter ausbreitet”, erklärt Dr. Marie Luise Kluger, Leiterin vom Gesundheitsamt des Kreises.

Derzeit werden die Quarantänekonzepte und die aktuelle Versorgung der Bewohner in den betroffenen Altenwohnheimen angepasst. Das bereits vorher bestehende Hygienekonzept wird aktualisiert und mit Zustimmung des Gesundheitsamtes umgesetzt.

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