Sprachencafé Mosaik stellt sich zum fünften Mal in der interkulturellen Woche vor
Ehrenamt und Integration vereint

Löhne (WB). „Zusammen leben, zusammen wachsen“, lautet das Motto der diesjährigen interkulturellen Woche, die vom „Widunetz–Netzwerk für Integration & Vielfalt im Kreis Herford“ ins Leben gerufen wurde. Auch das Café Mosaik hat daran teilgenommen und veranstaltete einen gemütlichen Nachmittag in der Werretalhalle.

Donnerstag, 01.10.2020, 02:55 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 03:00 Uhr
Seit diesem Jahr sind Karina (6, vorne von links), Mila (4), Kamila (10, hinten von links), Jamilya Asanova, Tural Guliyev, Melissa (6), Alissa (2) und Ulviyya Guliyeva in Deutschland. Foto: Wennemacher

Seit bereits fünf Jahren ist das Café Mosaik ein fester Bestandteil der interkulturellen Woche. Und das nicht ohne Grund: Einmal pro Woche treffen sich Ehrenamtliche mit Flüchtlingen, um ihnen bei der Integration zu helfen. Dies wurde in der öffentlichen Veranstaltung am Montag den Interessierten gezeigt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Ulviyya Guliyeva, die unter anderem im Jahr 2013 am Eurovision Song Contest in Baku teilnahm und in diesem Jahr mit ihrer Familie nach Deutschland floh.

Flucht aus Syrien

Nach dem mittlerweile fünfjährigen Bestehen des internationalen Sprachencafés in der Werre­stadt zeigen sich bereits einige Erfolge. Das trifft auch auf Flüchtling Aiham Alhajassad zu, der im Jahr 2016 aus Syrien nach Löhne kam. „Ich konnte kein Wort Deutsch“, sagt er. Um die Sprache zu erlernen, habe er viele Kurse besucht, aber auch regelmäßig das Café Mosaik.

Heute spricht er fließend und beinahe akzentfrei Deutsch. Ihm bei der Integration geholfen haben unter anderem Raymonde Cherlet und Marianne Finke, die sich beide seit mehreren Jahren ehrenamtlich engagieren. Bei Kaffee und Kuchen unterhielten sie sich mit den Flüchtlingen und brachten ihnen die Sprache und das Leben in Deutschland näher. Auch die Ehrenamtlichen lernten viel über andere Kulturen und Sprachen.

„Diese Zeit war wirklich schön“, findet Marianne Finke. Dabei verbrachten die Ehrenamtlichen nicht nur einen Nachmittag in der Woche mit ihnen, sondern halfen auch sonst den Flüchtlingen bei der Bewältigung des Alltags. Dazu zählen das Begleiten zu Arztterminen, die Wohnungssuche oder das Finden eines geeigneten Arbeitsplatzes. Jedoch sei dieses Beisammensein am Nachmittag aufgrund der Maßnahmen gegen das Coronavirus lange nicht möglich gewesen, sagt Ilknur Güler vom Integrationsbüro.

„Eine Bereicherung“

Voraussichtlich nach den Herbstferien können das Café Mosaik, die Flüchtlingsfrauengruppe und die Männerflüchtlingsfußballgruppe wöchentlich stattfinden. Umso mehr freut sich Ilknur Güler, in der interkulturellen Woche das Sprachencafé Interessierten näherzubringen.

Mit etwa 50 Teilnehmern habe sie nicht gerechnet: „Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Leute wieder etwas unternehmen möchten“, vermutet sie. Auch Bürgermeister Bernd Poggemöller besuchte das Café Mosaik in der interkulturellen Woche und bedankte sich für die Arbeit der Ehrenamtlichen.

Im vergangenem Jahr seien 2560 Menschen nach Löhne gezogen, darunter hätten 48 einen Flüchtlingshintergrund. „Das macht sichtbar, wie wichtig das Thema Integration ist“, erklärte Poggemöller und fügte hinzu. „Diese Menschen sind eine Bereicherung für die Gesellschaft.“

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