Irmgard Höke veröffentlicht drittes plattdeutsches Buch
„Votellsels iut iusen Heimatlanne“

Löhne (WB). Zahlreiche Erlebnisse, Gedichte und eine Erinnerung an eine bedeutende Person: Das alles beinhaltet das neue plattdeutsche Buch „Votellsels iut iusen Heimatlanne“ – Geschichten aus unserem Heimatlande – von Irmgard Höke. Es ist ihr drittes und voraussichtlich auch letztes Werk, das sie veröffentlicht.

Freitag, 25.09.2020, 02:49 Uhr
Es ist Irmgard Hökes drittes und womöglich letztes Buch auf Plattdeutsch. Auf dem Cover des Buches „Votellsels iut iusen Heimatlanne“ ist die alte Mennighüffener Schule abgebildet, die die Autorin selbst besucht hat. Foto: Kristin Wennemacher

„Spätentwickler“ und „De Scheohe weiern teo lütk“ – bedeutet in etwa „Die Schuhe waren zu klein“ – sind zwei der Geschichten von der jungen Irmgard Höke, die sie nie vergessen hat: „Ich war immer die Kleinste“, erinnert sie sich. Aber damit verbindet sie keine schöne Erlebnisse. Häufig sei sie aus dem Grund von anderen Schülern ausgelacht worden. Trotzdem: „Die Volksschulzeit war die schönste Zeit“, ist sie sich sicher

Das Wachstum

Und als sie dann wuchs, waren die gerade erst gekauften Schuhe plötzlich zu klein. Nach einem Spaziergang hatte sie einen langen Weg nach Hause vor sich. Auf den letzten Metern habe es gereicht: „Ich habe die neuen Schuhe ausgezogen und dann in den Mülleimer geworfen“, sagte sie. Das sind zwei von vielen weiteren unterhaltsamen Kurzgeschichten, die Irmgard Höke veröffentlicht. Auch mehrere Gedichte sind dabei, darunter unter anderem „Wick hett de Junge niu?“, dessen acht Strophen sie aus dem Hochdeutschen übersetzt hat. Das sei nicht einfach gewesen: „Die Zeilen müssen alle übereinander passen.“ Zudem müsse der Inhalt vollumfänglich erhalten bleiben.

Mehrere Seiten umfassen die Erzählungen von Pastor Wilhelm Dullweber, der vor wenigen Jahren verstarb. Er hielt Gottesdienste auf Plattdeutsch und seine Geschichten, die teilweise auf Hochdeutsch waren, wurden übersetzt. „Wenn er gepredigt hat, dann bin ich immer in die Kirche gegangen“, erzählt die 81-Jährige. Um das Buch zu verstehen, sind mindestens Grundbegriffe aus dem Plattdeutschen erforderlich.

Sprache von Eltern gelernt

Irmgard Höke hat von ihren Eltern, die aus der Umgebung von Löhne stammen, diese Sprache gelernt. In den eigenen vier Wänden sprachen sie nie Hochdeutsch. „Ich habe es immer als schön empfunden“, meint sie. Diese Kenntnisse habe sie ihren Söhnen weitergegeben.

Jedoch bestehe bei ihnen kein Interesse, sich auf Plattdeutsch zu unterhalten. Auch ihre beiden Enkelkinder zeigen wenig Interesse. Das findet Irmgard Höke schade: „Die Sprache wird bald aussterben“, vermutet sie.

Das Buch „Votellsels iut iusen Heimatlanne“ ist das dritte plattdeutsche Buch von Irmgard Höke. Das Buch der Löhnerin ist für 14 Euro in der Buchhandlung Dehne in Mennighüffen sowie im „Haus der Bücher“ in Obernbeck erhältlich.

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